Seit Jahrhunderten wird in Siegertsbrunn am ersten Sonntag nach Kilian (8. Juli) das Leonhardifest gefeiert. Zu Ehren des heiligen Leonhard, des Schutzpatrons der Pferde und des Viehs, findet ein dreitägiges Fest mit Wallfahrt am Samstag und der feierlichen Segnung von Rössern, Kutschen und Reitern am Sonntag statt. In diesem Jahr fällt das Fest auf den Zeitraum vom 10. bis 12. Juli 2026, die große Leonhardi-Umfahrt erleben die Besucher am Festsonntag, dem 12. Juli 2026.
Die Leonhardi-Umfahrt am Festsonntag
Rund um das Fest herrscht wieder reges Marktgeschehen mit Jahrmarkt und Volksfestbetrieb, und das Festzelt mit dem angeschlossenen Biergarten lädt an allen Tagen zum Verweilen ein. Am Festsonntag beginnt um 09.00 Uhr der Festgottesdienst zu Ehren des heiligen Leonhard, der wenn möglich im Freien abgehalten wird.
Gegen 10.00 Uhr setzt sich dann die Leonhardi-Umfahrt in Bewegung, die insgesamt drei große Runden durch den Ort und rund um die Leonhardikirche nimmt und bei der die Gläubigen mit ihren Pferden und Festwägen gesegnet werden. Mit dabei sind wieder zahlreiche Festwägen aus Siegertsbrunn, die von den verschiedenen Vereinen, Clubs, Kindergärten und Gruppen des Ortes liebevoll gestaltet werden.
Der Leahats von Freitag bis Sonntag
Bereits am Freitag, den 10. Juli 2026, startet der Leahats um 19.00 Uhr mit dem traditionellen Bieranstich durch den 1. Vorstand des Komitees, Hans Loidl. Zur Eröffnung spielt die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
Am Samstag, den 11. Juli 2026, dem Tag der Wallfahrer, gibt es zunächst den Mittagstisch der Senioren, ehe am Abend ab 19.00 Uhr der legendäre Burschen- und Leonharditanz im Festzelt steigt. Für die Musik sorgen an diesem Abend die Kapellen Hefe 10 und Inferno, der Einlass erfolgt gegen Eintritt.
Am Festsonntag ist das Festzelt ab dem Vormittag geöffnet, während Jahrmarkt und Volksfestbetrieb bereits seit Samstag ihre Tore geöffnet haben. Zum Festausklang spielen ab 17.00 Uhr die Siegertsbrunner Dorfmusikanten. Zum Ausschank kommt das bekannt gute Bier der Brauerei Aying von Franz Inselkammer, für die Bewirtung im Festzelt ist in diesem Jahr Festwirt Michael Dold aus Valley zuständig. Schon zu Jahresbeginn läuft die Organisation an, und das kommende Fest hält das ganze Dorf wirklich in Trab.
Die Wallfahrt zu Ehren des heiligen Leonhard
Das Leonhardifest ist untrennbar mit der Wallfahrt verbunden. Bereits am Freitagabend um 18.00 Uhr wird mit einem ökumenischen Gottesdienst auf die Festtage eingestimmt. Am Samstag wecken um 05.00 Uhr die Leonhardiglocken zum Wallfahrtsfest und begrüßen die anreisenden Pilger.
Von den frühen Morgenstunden an treffen die Wallfahrer aus den Pfarrverbänden der Umgebung ein, ab 07.00 Uhr aus Aying, Helfendorf und Perlach, ab 08.00 Uhr unter anderem aus Oberpframmern, Egmating, Zorneding, Oberhaching und Ottobrunn und ab 09.00 Uhr aus dem Pfarrverband Höhenkirchen mit Höhenkirchen und Brunnthal.
Am Sonntag machen sich um 08.30 Uhr die Wallfahrer aus Buch am Buchrain und Rechtmehring auf den Weg. Um 09.00 Uhr beginnt der Festgottesdienst mit einem Ehrengast, ehe um 10.00 Uhr die Umfahrt mit der Segnung folgt.
Am Nachmittag laden ein Kindergottesdienst im Freien um 12.15 Uhr, eine Kirchenführung mit Besichtigung der Schatzkammer um 13.30 Uhr sowie eine feierliche Andacht zu Ehren des heiligen Leonhard um 15.00 Uhr die Gläubigen und Gäste ein.
Die Wallfahrtskirche St. Leonhard
Die Wallfahrtskirche St. Leonhard liegt etwas abseits am Südrand des Dorfes Siegertsbrunn und zählt zu den ältesten und bedeutendsten ihrer Art in Altbayern. Bereits im 16. Jahrhundert kamen Wallfahrer aus einem Umkreis von bis zu 200 Kilometern hierher. In ihrer heutigen Gestalt geht die Kirche auf die Wittelsbacher zurück.
Der Legende nach soll schon der Ortsgründer Sigoho um das Jahr 1000 auf dem Areal der heutigen Kirche eine Holzkapelle errichtet haben. Die erste urkundliche Erwähnung einer steinernen Kirche datiert auf das Jahr 1460, nach neueren Erkenntnissen dürfte der Baubeginn bereits um 1440 anzusetzen sein. Vollständig erhalten sind aus dieser Zeit nur die Außenmauern, die Eingangshalle und die gotische Turmhalle. Im Norden wurde später ein zweistöckiger Saalbau mit Sakristei angefügt, der heute zu den schiefsten Kirchenbauten Bayerns zählt.

