Nicht Chanel No. 5, auch kein Shalimar – das Parfum, durch das „Der Graf von Luxemburg“ schließlich seine Traumfrau findet, heißt „Trèfle Incarnat“, auch Rosenklee genannt. Mit blumig-würziger Note und zur Entstehungszeit der Operette (1909) ein exklusiver Duft aus dem Parfumhaus L.T. Piver. Beim ersten Treffen im Zug nach Paris hatte es schon geknistert zwischen dem feschen Herrn Grafen und der schönen Mademoiselle vis-à-vis. Ein wilder Plan sollte die beiden kurze Zeit später erneut zusammen führen.

Der verarmte Graf René (Daniel Prohaska) stimmt – für einen dicken Batzen Geld – der Vermählung mit einer Sängerin (Andreja Zidaric) zu, damit sie der Fürst Basil Basilowitsch (Erwin Windegger) standesgemäß heiraten kann. Kurz nach der Hochzeit soll schon wieder die Scheidung statt finden. Die Dame hat sich damit zur Gräfin hochgeheiratet und Fürst Basil kann sie nun ehelichen. Raffinierter Plan! Passend dazu die konspirative Location der Hochzeit: ein Maleratelier. Getrennt durch ein großes Bild geben sich Graf und Gräfin in spe das Ja-Wort. „Sie geht links, er geht rechts…“ Alles ganz inkognito. Nur zu gern wüsste der Bräutigam, welche Unbekannte er da gerade zur Gemahlin nimmt. Und dann dieses betörende Parfüm! Wir verraten an dieser Stelle nicht zu viel, denn – na klar – wird aus der Schein-Ehe zu guter Letzt doch noch eine „richtige“!

Ein Happy End nach vielen Verwicklungen schreibt das Leben nur in der Operette. Also zurücklehnen, die charmante Handlung genießen, zu den herrlichen Melodien (leise) mitsummen und sich am opulenten Bühnenbild und den Kostümen erfreuen, alles wird gut – das Operettenglück ist ganz nah. Denn: „Bist du’s lachendes Glück“ ist die bekannteste Melodie, die Franz Lehár für den „Graf von Luxemburg“ komponiert hat. Und der Hit wird gleich mehrfach angespielt. Die Aufführung bietet noch mehr Bekanntes: „Lieber Freund, man greift nicht nach den Sternen“, „Wir bummeln durchs Leben“, „Unbekannt, darum nicht minder interessant“.

Bei einem eleganten Fest im Palais des Fürsten legt Andreja Zidaric als Bühnenstar „Angèle Didier“ einen Wow-Auftritt hin. Ein atemberaubender Look, optisch wie stimmlich wie eine Bühnengöttin (Kostüme: Daria Kornysheva). René Graf von Luxemburg ist – wie das Publikum – hin und weg. Angèle ist eingehüllt in eine Wolke Trèfle Incarnat – und da klingelt’s beim Grafen: er erkennt, dass er diese Traumfrau gar nicht mehr erobern muss, denn er ist ja sogar mit ihr verheiratet! Happy End und große Freude beim Bühnen-Traumpaar und viel Applaus von den Zuschauern.
Ein dufter Operettenabend!
Gaby Hildenbrandt
Nächste Termine: 20. Juni, 28. Juni und 2. Juli 2026
Und in 2027:
6., 9. , 10. 15. und 17. Januar
Der Graf von Luxemburg
Operette von Franz Lehár
Regie: Peter Lund
Staatstheater am Gärtnerplatz
Gärtnerplatz 3
80469 München

