Bad Kissingen zeigte sich am Freitagabend von seiner festlichsten Seite: Mit einem umjubelten Konzert des Budapest Festival Orchestra unter Stardirigent Iván Fischer ist der Kissinger Sommer in seine 40. Saison gestartet. Am Klavier begeisterte die große Elisabeth Leonskaja, die mit Mozarts c-Moll-Klavierkonzert nicht nur musikalisch glänzte, sondern auch eine besondere Brücke zur Festivalgeschichte schlug – schließlich stand sie bereits beim allerersten Kissinger Sommer 1986 auf der Bühne.
Doch nicht nur im Konzertsaal gab es viel zu sehen. Auch auf dem roten Teppich herrschte reger Betrieb. Allen voran sorgte die Ankunft von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für Aufmerksamkeit. Als Schirmherr des Festivals ließ er sich die Jubiläumseröffnung nicht entgehen und wurde von zahlreichen Gästen herzlich begrüßt. Gemeinsam mit Bad Kissingens Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel, Bundesministerin und Kuratoriumsvorsitzender Dorothee Bär sowie Staatssekretär Sandro Kirchner setzte er ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des Festivals.
Großes Interesse galt auch den weiteren Ehrengästen des Abends. Mit Dr. Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Ludwig Spaenle, dem Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, waren prominente Persönlichkeiten vertreten, die insbesondere vor dem Hintergrund des diesjährigen Festivalmottos „Mazel Tov“ besondere Akzente setzten. Auch Bayerns früherer Ministerpräsident Günther Beckstein ließ sich die Eröffnung nicht entgehen.
Für den nötigen Hauch von Prominenz jenseits der Politik sorgten Kabarettist Michl Müller, Musicalstar Anna Maria Kaufmann, Reality-TV-Gesicht Hubert Fella und Werbeikone Nina Meise. Im Foyer des Regentenbaus wurde angeregt geplaudert, Hände geschüttelt und für zahlreiche Erinnerungsfotos posiert. Nicht wenige Gäste nutzten die Gelegenheit, um vor Konzertbeginn einen Blick auf die illustre Gästeschar zu werfen.
Festivalintendant Alexander Steinbeis darf sich damit über einen Auftakt freuen, wie man ihn sich zum 40. Geburtstag nur wünschen kann. In den kommenden Wochen werden weitere Weltstars der Klassik in Bad Kissingen erwartet, darunter Anne-Sophie Mutter, Julia Fischer, Lisa Batiashvili, Igor Levit, Grigory Sokolov und Jean-Yves Thibaudet. Als einer der Höhepunkte gilt schon jetzt das große Open-Air-Konzert mit Carl Orffs „Carmina Burana“ unter der Leitung von Sir Simon Rattle.
Der Kissinger Sommer ist eröffnet – und die Jubiläumssaison verspricht schon jetzt, eine der glanzvollsten der Festivalgeschichte zu werden.
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Was die Jubiläumssaison bis Mitte Juli prägt
Hinter dem festlichen Auftakt steht ein Programm, das den Geburtstag in besonderer Weise mit Inhalt füllt. Unter dem Motto »Mazel Tov«, hebräisch und jiddisch für Glückwunsch, verbeugt sich der Kissinger Sommer vor der jüdischen Geschichte und Kultur Bad Kissingens und Europas. Bis zum 18. Juli 2026 präsentiert das Festival über 70 Konzerte und Begleitveranstaltungen, und in vielen Programmen erklingen Werke jüdischer Komponisten, dazu die mitreißende Klezmer-Tradition und jiddische Evergreens.
Auf der großen Bühne im Max-Littmann-Saal versammeln sich Klangkörper von Weltrang. Neben den BBC-Symphonikern kommen führende Orchester aus München und Berlin, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, die Tschechische Philharmonie und die Bamberger Symphoniker nach Bad Kissingen.
Das hr-Sinfonieorchester gastiert unter Alain Altinoglu mit dem Geiger Christian Tetzlaff und Dvořáks Violinkonzert, das BBC Symphony Orchestra unter Sakari Oramo mit dem Cellisten Kian Soltani.
Für einen besonderen Moment dürfte zudem eine lang ersehnte Rückkehr sorgen: Cecilia Bartoli ist nach zehn Jahren wieder mit drei exklusiven Programmen zu Gast, darunter eine halbszenische Aufführung von Glucks Oper »Orfeo ed Euridice«.
Passend zum Festivalthema setzt eine Reihe von Chanson-, Operetten- und Kabarettabenden eigene Akzente. Auf der Bühne stehen Künstlerinnen wie Meret Becker, Katherine Mehrling und Dagmar Manzel mit Werken von Paul Abraham, Mischa Spoliansky, Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann und Hanns Eisler. Wer das Festival lieber mittendrin erlebt, hat dazu reichlich Gelegenheit.
Zwölf kostenfreie Prélude-Konzerte stimmen jeweils freitags und samstags um 18 Uhr unter freiem Himmel auf die Konzertwochenenden ein, und beim Kissinger »Symphonic Mob« dürfen alle Musikbegeisterten gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Mihhail Gerts musizieren.
Für die jüngsten Gäste ist die Puppenphilharmonie Berlin wieder mit von der Partie, und eine Sonderausstellung im Museum Obere Saline zeichnet vierzig Jahre Festivalgeschichte nach.

