Ein Hippie-Circus als Gegenentwurf zur Gegenwart im Werksviertel-Mitte
Am 21. Mai 2026 feiert der Cirque du Fleur seine Weltpremiere im Münchner Werksviertel – und er tut es mit dem unerschrockenen Geist von Hair, Woodstock und Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Was da entsteht, ist mehr als Zirkus. Es ist eine temporäre Gegenwelt: akrobatisch, musikalisch, poetisch und von jenem Lebensgefühl durchtränkt, das die späten 60er und frühen 70er Jahre zu einer der faszinierendsten Epochen der Kulturgeschichte gemacht hat. Zwölf internationale Künstlerinnen und Künstler bringen diesen „Summer of Love“ auf die Manege – mit Weltklasse-Akrobatik, anarchischem Humor und einer Energie, die man heute kaum mehr für möglich hält.
Das Projekt & die Vision
In keiner anderen Kulturform wird das erfolgreiche Handeln einer diversitären Gesellschaft deutlicher als im Circus: Menschen aller Nationalitäten, verschiedenster Kulturen und aller Altersgruppen arbeiten erfolgreich zusammen unter einem Dach. Wäre die Welt doch manchmal mehr wie ein Circuszelt.
Der Cirque du Fleur ist der Versuch, das Lebensgefühl der späten 60er und frühen 70er Jahre ästhetisch, musikalisch und emotional in einer Performance aus Akrobatik und Comedy zusammenzufassen. Eine Symbiose, in der das Publikum Teil einer temporär funktionierenden Gegenwelt wird und sich ganz nebenbei vom Zuschauenden zum Teilnehmenden wandelt. Besucher:innen bekommen so die Chance, Teil einer Weltklasse-Akrobatikshow zu werden, in der das Portfolio individueller Stärken am Ende in der Kraft des Kollektivs zu einem großen Ganzen verschmilzt – als Tänzerinnen, Rollschuhakrobat:innen, am Flying Pole, auf Stühlen, mit Seifenblasen oder mit clowneskem Humor. Gemeinsam feiern Mitwirkende und Publikum die emotionale Schnittmenge zwischen Circus und Flower-Power-Kultur: das Leben.
Acts & Artists
Clown & Comedy – Totti Alexis
Die Comedy im Cirque du Fleur ist nichts für vorgefertigte Schubladen. Kein klassisches Clownerie-Programm, kein erwartbarer anarchischer Hippie-Humor – sondern ein bisschen von allem, und doch ganz anders. Der praktizierte Humor verbindet das Publikum auf charmante Weise mit der Idee, dass man die Welt manchmal am besten verändert, indem man gemeinsam über ihre Absurditäten lacht.
Totti Alexis ist deutsch-spanischer Weltklasseclown der fünften Generation einer bekannten spanischen Clownfamilie. Mit vier Jahren stand er das erste Mal in einer Schweizer Circusmanege. Ab 13 entwickelte er seinen eigenen Stil – inspiriert von den Komikern der Stummfilmzeit und Entertainern längst vergangener Tage. Frankreichs Presse nannte ihn „un électron libre!“ – ein freies Elektron. Seine internationale Karriere führte ihn nach Chile, Peru, Frankreich, Schweden, Großbritannien, Finnland, Dänemark und Monaco. Er war dreifacher Headliner des legendären Cirque d’Hiver in Paris und erhielt den Prix Chaplin – übergeben von Eugene Chaplin, dem Sohn Charlie Chaplins. 2026 feiert Totti sein 40-jähriges Bühnenjubiläum und kehrt nach 23 Jahren nach München zurück.
Strapaten & Stuhlbalance – Artem Lyubanevych
Hoch über der Manege entstehen Bilder von Freiheit und Hingabe. Artem Lyubanevych ist ein Artist, bei dem man sich regelmäßig fragt, ob Knochen für ihn eher als unverbindliche Empfehlung gedacht sind. Mit seiner außergewöhnlichen Verbindung aus Flying Pole, Strapaten und Handstandakrobatik auf Stühlen vereint er mehrere Hochrisiko-Disziplinen in einem einzigen Portfolio. Er gewann weltweit Preise bei den wichtigsten Circusfestivals – darunter den Silbernen Clown in Monte Carlo, dem sogenannten Circus-Oskar. Seine Acts sind akrobatisch-poetische Grenzerfahrung zwischen der professionellen Kontrolle des Künstlers und dem emotionalen Kontrollverlust des Publikums.
Cyr Wheel – Mykola Borbelyuk
Das Cyr Wheel wirkt in dieser Show wie ein lebendiges Peace-Zeichen auf Speed. Mykola Borbelyuk verschmilzt mit seinem rotierenden Reifen zu einer einzigen Bewegungsskulptur. Mit beeindruckender Körperbeherrschung und fast schwereloser Eleganz verwandelt er die Manege in einen hypnotischen Kreislauf aus Geschwindigkeit, Balance und meditativer Kraft. Sein Stil verbindet technische Präzision mit emotionaler Tiefe und führte ihn zu Engagements in großen Circusunternehmen, Varietés, auf Kreuzfahrtschiffen und in Dinnershows weltweit.
Hula Hoop & Kontorsion – Alba Pardo
Hula-Hoop ist hier keine nostalgische Turnhallenübung, sondern ein hypnotischer Flow aus Rhythmus, Körpergefühl und Flower-Power. Alba Pardo gehört zu jener seltenen Sorte Artistinnen, die Physik aussehen lassen wie eine sehr gute Idee des Universums. Trainiert von der legendären Denise Randol – bekannt durch Cirque du Soleil und Circus Flic Flac – verbindet sie technische Perfektion mit hypnotischer Leichtigkeit. Als Kontorsionistin lässt sie den menschlichen Körper wie ein philosophisches Konzept erscheinen: Bilder zwischen Traum, Tantra und Transformation. Im Cirque du Fleur wird daraus eine poetische Metapher auf die Hippie-Generation – sich verbiegen, um frei zu bleiben.
Jonglage – Dylan Pardo
Dylan Pardo jongliert nicht einfach Objekte – er jongliert Aufmerksamkeit, Rhythmus und Erwartung. Mit spielerischer Präzision und charismatischer Bühnenpräsenz erschafft er eine moderne Form der Jonglage, die gleichzeitig hochkomplex und erstaunlich leicht wirkt. Seine Kunst zeigt, worum es in dieser Welt geht: Balance im Chaos finden.
Roller Skating – Dylan & Adara Pardo
Wenn Dylan Pardo und Adara Pardo auf Rollschuhen die Bühne betreten, bekommt Geschwindigkeit plötzlich eine romantische Seite. Trainiert vom ehemaligen Cirque du Soleil-Starartist Massimo Randol, verbinden die beiden atemberaubende Präzision mit einer Dynamik, die wirkt wie eine Mischung aus Discofieber, Liebesgeschichte und kontrollierter Lebensgefahr. Ihre besondere Qualität liegt im Vertrauen zueinander – denn Rollschuhakrobatik funktioniert nur dort, wo absolute Hingabe auf perfektes Timing trifft.
Seifenblasen – Chantal Schneider
Seifenblasen sind im Cirque du Fleur weit mehr als Kindheitserinnerung. Sie symbolisieren Vergänglichkeit, Leichtigkeit und die fast philosophische Erkenntnis der Hippie-Zeit, dass selbst die schönsten Momente manchmal nur einen kurzen Tanz im Licht brauchen, um unvergesslich zu werden. Chantal Schneider erschafft keine Tricks, sondern fragile Parallelwelten – Momente von fast meditativer Schönheit, die das Publikum daran erinnern, dass die leisen Dinge oft die größte Magie besitzen.
Show Dancers – Julia Eseeva & JES Dancers
Vier Tänzerinnen, eine gemeinsame Bewegungssprache und die Choreografien von Julia Eseeva machen das Ensemble zu weit mehr als einem klassischen Showballett. Sie verkörpern den Geist des „Summer of Love“: Gemeinschaft statt Ego, Bewegung statt Stillstand. Präzise, sinnlich und mit jener lässigen Freiheit, die man sonst nur von Menschen kennt, die schon barfuß zu Woodstock-Musik getanzt haben.
Die Frau hinter dem Traum – Sylvia Schneider
Sylvia Schneider ist vermutlich der lebende Beweis dafür, dass manche Träume einfach zu stur sind, um irgendwann aufgegeben zu werden. Geboren in Landsberg am Lech, hineingewachsen in die traditionsreiche Artisten- und Circusfamilie Brumbach, lernte sie die Welt direkt aus der Manege heraus kennen. Internationale Tourneen führten sie nach Las Vegas, Hongkong, Südkorea, Spanien, Italien und Skandinavien. Jahrzehntelang stand sie selbst auf den Bühnen dieser Welt.
Der Ursprung des Cirque du Fleur liegt nicht in einem Businessplan, sondern in einem sehr persönlichen Moment: Mit 15 Jahren sah Sylvia das Musical HAIR und hörte darin ein Lied, das sich tief in ihr Herz einbrannte. In diesem Augenblick entstand die Idee eines eigenen Circus – eines Hippie-Circus voller Frieden, Wärme und Freiheit. Kein Ort der Flucht vor der Realität, sondern ein Ort, der daran erinnert, wie sich Menschlichkeit anfühlen kann. Dieser Traum begleitete sie über vier Jahrzehnte – bis sie den Mut fasste, ihn zu leben.
Eckdaten
Cirque du Fleur · Werksviertel München · 21. Mai bis 21. Juni 2026
Montag: 15:00 & 19:30 Uhr · Dienstag: Ruhetag · Mittwoch–Samstag: 15:00 & 19:30 Uhr · Sonntag: 11:00 & 15:00 Uhr
Jeden Mittwoch Familientag – 1 Kind gratis. Tickets über alle bekannten Vorverkaufsstellen und www.cirque-du-fleur.de

