Das Residenztheater trauert um den Schauspieler Günther Maria Halmer, der am 10. Mai 2026 im Alter von 83 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstarb.

Geboren in Rosenheim, absolvierte Halmer seine Schauspielausbildung von 1967 bis 1969 an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule und gab während seiner Ausbildung sein Debüt am Bayerischen Staatsschauspiel. Von 1969 bis 1974 war er festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. 1974 gelang ihm als Karl «Tscharlie» Häusler in der Fernsehserie «Münchner Geschichten» von Regisseur Helmut Dietl der Durchbruch und entwickelte sich in vielen anderen Serien, insbesondere in der Serie «Anwalt Abel», und Filmen zum Publikumsliebling. Auch international hatte Halmer großen Erfolg, so spielte er beispielsweise in Richard Attenboroughs Oscar-gekröntem Film «Gandhi» sowie an der Seite von Meryl Streep in «Sophies Entscheidung».

2025 kehrte er nach Jahrzehnten in Film und Fernsehen auf die Bühne des Residenztheaters zurück – wo für ihn einst alles begann. In der Uraufführung «Gschichtn vom Brandner Kaspar» von Franz Xaver Kroetz spielte er fortan die Rolle des Kaspar Brandner.

Günther Maria Halmer (©Fopto: Luis ZenoKuhn)

Günther Maria Halmer (©Fopto: Luis ZenoKuhn)

2025 kehrte er nach Jahrzehnten in Film und Fernsehen auf die Bühne des Residenztheaters zurück – wo für ihn einst alles begann. In der Uraufführung «Gschichtn vom Brandner Kaspar» von Franz Xaver Kroetz spielte er fortan die Rolle des Kaspar Brandner.

Staatsintendant Andreas Beck zum Tod von Günther Maria Halmer:

«Vor circa einem Jahr haben wir mit den Proben zum ‹Brandner Kaspar› begonnen. Ich habe mich so sehr auf diese Produktion mit Günther Maria Halmer gefreut. Ich kannte Herrn Halmer so wie viele ihn kannten – aus dem Fernsehen als Tscharlie – als der Münchner par excellence.

Als Franz Xaver Kroetz diesen wunderbaren ‹Brandner Kaspar› für uns schrieb, hatte ich schon etwas vorgebaut. Günther Maria Halmer und seine Frau waren häufige Besucher des ‹Resi›, und so habe ich mir nicht nur ein Herz genommen, sondern hatte schon eine leise Absicht, als ich ihn auf ein Getränk einlud. Zwischen den Zeilen konnte ich deutlich ausmachen, dass er nicht nur Lust zum Theater spielen hatte, sondern perfekt für diese Rolle sein würde. Ja sogar diese Rolle ‹unbedingt einmal spielen› wollte.

Er war ein wundervoller Kaspar Brandner.

Eine Rolle, in der so viele große, bayerische (!) Schauspieler geglänzt haben. Er hat diese Rolle geliebt. Das Stück. Diese Arbeit. Und es ist ihm schwergefallen, sie nach nur zwölf Vorstellungen abzugeben. Er sagte mir damals, er wäre krank und dass er jetzt fürs erste pausieren und nicht mehr spielen werden könne. Ich habe ihm gesagt, dass die Rolle und wir auf ihn warten. Günther Maria Halmer musste einen schweren Weg gehen. Er war sehr mutig. Es tut mir so unendlich leid, weil wir alle, Felix von Manteuffel und Sigi Zimmerschied, das ganze Ensemble, Philipp Stölzl und ich auf seine Rückkehr gehofft, gewartet haben! Auf den ersten, den ältesten Brandner-Bruder dieser Inszenierung.

Jetzt ist der Günther Maria Halmer wie der Brandner im Paradies. Es halfen weder Kirschgeist noch gezinktes Blatt im Spiel. Verdammter Boanlkramer.

Es war mir eine große Ehre. Ich verneige mich vor einem wundervollen, großen Schauspieler. Applaus und stehende Ovationen für Günther Maria Halmer. Und Danke, danke Dir, lieber Günther, für so vieles! Du bleibst uns, dem Residenztheater und Deinem Publikum in herzlicher Erinnerung.

Servus Brandner, Servus Günther

Florian von Manteuffel und Günther Maria Halmer in »Gschichtn vom Brandner Kaspar« © Sandra Then

Florian von Manteuffel und Günther Maria Halmer in »Gschichtn vom Brandner Kaspar« © Sandra Then

Auch Bayerns Kunstminister Markus Blume zeigt sich tief betroffen vom Tod Günther Maria Halmers. Er würdigt Halmer als einen der großen Schauspieler des Landes: „Mit Günther Maria Halmer verliert Bayern einen außergewöhnlichen Charakterdarsteller und einen Künstler, der unserem Land über Jahrzehnte hinweg ein unverwechselbares Gesicht gegeben hat. Seine Figuren hatten Haltung, Wärme und menschliche Tiefe. Gerade deshalb haben ihn die Menschen so ins Herz geschlossen.“

Blume weiter: „Als Tscharlie in den ‚Münchner Geschichten‘ wurde Günther Maria Halmer zur Kultfigur. Er verkörperte ein besonderes bayerisches Lebensgefühl – freiheitsliebend, eigensinnig und voller feinem Humor. Gleichzeitig war er ein Schauspieler von großer Vielseitigkeit, der weit über Bayern hinaus beeindruckt hat. Dass Günther Maria Halmer 2025 noch einmal als Brandner Kaspar auf die Bühne zurückkehrte, war ein besonderer Moment für die bayerische Theaterlandschaft. Ein großer Schauspieler kehrte damit noch einmal an den Ursprung seiner Karriere zurück“.

2021 wurde Günther Maria Halmer mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Für seine herausragenden Verdienste um die bayerische Kunst und Kultur würdigte ihn Kunstminister Markus Blume 2025 mit der Auszeichnung PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM.

Günther Maria Halmer hat die bayerische Kultur mitgeprägt. Bayern wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, so Blume abschließend.