Noch 68 Tage, dann heißt es auf der Theresienwiese wieder „O’zapft is!“ – das 191. Münchner Oktoberfest steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr gehört einer der ersten großen Auftritte dem Maßkrug: Er spielt beim Anzapfen die Hauptrolle, wenn die erste Maß an den Bayerischen Ministerpräsidenten überreicht wird, und bleibt anschließend der treueste Begleiter aller Wiesn-Gäste. Rund sieben Millionen Mal werden die gläsernen Keferloher während des Oktoberfestes gefüllt und geleert.

Ein ganz besonderes Exemplar ist dabei der Krug der Münchner Wiesn Wirte, der seit 2002 jedes Jahr neu gestaltet wird und längst Kultstatus unter Sammlern genießt. Die diesjährige Edition wurde jetzt im Biergarten am Chinesischen Turm vorgestellt – und sie schlägt einen charmant nostalgischen Ton an.

Wiesn Wirte-Krug: Vorstellung am Chinaturm am 13.07.2026

Wiesn Wirte-Krug: Vorstellung am Chinaturm am 13.07.2026

Ein Blick zurück in die Zeit der Steinkrüge

Das Hauptmotiv des Wirtekrugs 2026 zeigt eine historische Szene: feiernde Münchnerinnen und Münchner, die ihr Bier noch aus Steinkrügen genießen – eine Tradition, die erst 1955 abgeschafft wurde. Wer genau hinschaut, entdeckt neben zahlreichen Gästen in Tracht auch elegant gekleidete Besucherinnen und Besucher, etwa eine Dame mit Stola oder Herren in Anzug und Schlips. Ein liebevolles Detail, das zeigt, wie vielfältig das Wiesn-Publikum schon damals war.

Eingerahmt wird die Szenerie oberhalb und unterhalb von den Symbolen der 15 großen Wiesnzelte: Die Hopfendolde mit Krone steht zum Beispiel für das Hofbräu-Festzelt, dazu gesellen sich unter anderem eine Armbrust und ein weißer Hammel.

Wirtesprecher Peter Inselkammer zeigte sich bei der Präsentation überzeugt: „Wir haben heuer ein besonders schönes nostalgisches Motiv gewählt, das sicher gut ankommen wird bei den Sammlern.“ Er beschrieb das Bild als Hommage an die gute alte Zeit und verwies auf den Wandel der Festkultur: Während die Menschen früher in feiner Festtagsgarderobe und fast ausnahmslos mit Hut auf die Wiesn gingen, geht es heute in den Zelten deutlich ausgelassener und lauter zu. Und doch verkörpere das historische Motiv genau das, was das Oktoberfest im Kern ausmache: Geselligkeit, Zusammengehörigkeit und das Miteinander an den Tischen – über Jahrzehnte gewachsene Werte, die es gerade in der heutigen Zeit zu bewahren gelte.

Sein Kollege Christian Schottenhamel ergänzte mit Blick auf die Sammler: „Unser Krug ist wie immer streng limitiert. Kaufen kann man ihn online oder während der Wiesn natürlich in allen großen Festzelten.“

Die Wiesnwirte sind begeistert: „Sensationell schön“

Auch bei den anwesenden Wiesnwirten kam das nostalgische Motiv bestens an. Katharina Inselkammer vom Armbrustschützen-Festzelt lobte die Darstellung, weil sie das Oktoberfest so zeige, wie es früher einmal war – mit viel Miteinander und, wie sie schmunzelnd anmerkte, auffallend vielen Hutträgern im Vergleich zu heute.  Hier suchte sie unter den Krügen für sich einen besonderen aus: die Nummer 1000 unter dem Krugboden hatte es ihr angetan.

Lorenz Stiftl vom Paulaner Festzelt schloss sich dem Lob an und nannte den diesjährigen Krug schlicht „sensationell schön„. Er erinnerte zugleich daran, wie gut die Stimmung auf der Wiesn schon damals war – auch wenn zwischen den 1920er- und 1950er-Jahren noch niemand auf den Bänken tanzte. Das Schunkeln war seinerzeit das Maximum der Gefühle.

Das Motiv aus den 1950er-Jahren bezeichnete er als sehr gelungen und verriet dabei ein charmantes Detail zur Entstehung: Katharina Inselkammer vom Armbrustschützen Festzelt hatte die historische Vorlage auf einem Antiquitätenmarkt entdeckt.

Katharina Inselkammer - Wiesn Wirte-Krug: Vorstellung am Chinaturm am 13.07.2026

Katharina Inselkammer – Wiesn Wirte-Krug: Vorstellung am Chinaturm am 13.07.2026

Für einen besonders schönen Moment am Rande sorgte übrigens das Ehepaar Reichert: Peter und Franziska Reichert hatten erst am vergangenen Wochenende geheiratet und zeigten sich am Chinesischen Turm sichtlich glücklich und, wie sie selbst sagten, weiterhin beflügelt. Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle!

Und wie laufen die Vorbereitungen in den Zelten? Im Paulaner Festzelt, das Lorenz und Christine Stiftl in diesem Jahr erstmals betreiben, jedenfalls nach Plan, wie Lorenz Stiftl berichtete: Die Reservierungen werden vergeben, die Verträge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits verschickt „Es geht alles in die richtige Richtung“.

Wiesnchef Dr. Christian Scharpf: „Die Wiesn muss Wiesn bleiben“

Bei der Präsentation würdigte auch Wiesnchef Dr. Christian Scharpf die mittlerweile über 20-jährige Tradition des Wirtekrugs – und zeigte sich vom diesjährigen Motiv begeistert: „Diesmal ist er wirklich ganz besonders gelungen, weil er nämlich eines ganz deutlich macht: Die Wiesn ist Tradition, aber sie versteht es auch, die Tradition in die Jetztzeit zu führen.“

Zwar gehe man heute seltener in Sakko, Krawatte und Hut aufs Oktoberfest, doch das Wesentliche sei über die Jahrzehnte gleich geblieben: die Lebensfreude der Menschen, die bayerische Symbolik – und natürlich der Maßkrug. „Wir schenken das Bier nicht aus 0,2-Gläsern aus, und das machen wir auch in Zukunft nicht„, so Scharpf mit einem Augenzwinkern.

Wiesnchef Dr. Christian Scharpf - Wiesn Wirte-Krug: Vorstellung am Chinaturm am 13.07.2026

Wiesnchef Dr. Christian Scharpf – Wiesn Wirte-Krug: Vorstellung am Chinaturm am 13.07.2026

Der Wiesnchef betonte zudem den zutiefst münchnerischen Charakter des Festes: Fast 70 Prozent der Besucherinnen und Besucher kommen aus München und Oberbayern. Mit Blick auf die anstehende gerichtliche Hauptsacheentscheidung zur Vergabe der Wiesn nach dem 11. September zeigte er sich zuversichtlich und brachte es auf einen klaren Nenner: „Die Wiesn muss Wiesn bleiben, das muss eine Münchner Wiesn bleiben. Das ist unser Ziel, dafür kämpfen wir gemeinsam.“

Als Wirtschaftsreferent verwies Scharpf außerdem auf die Bedeutung des Oktoberfestes weit über die Festwochen hinaus: Die Wiesn sei ein enormer Wirtschaftsfaktor und der Imageträger Nummer eins für München – gerade weil die Stadt es verstehe, Tradition und Moderne zu verbinden. Sein Wunsch zum Abschluss, dem man sich nur anschließen kann: eine schöne und friedliche Wiesn 2026.

Blick voraus auf den 11. September: Zuversicht bei Wirten und Stammgästen

Auch Christian Schottenhamel ging auf das Thema Wiesn-Vergabe ein. Er zeigte sich erleichtert, dass die Münchner Wirte nach den jüngsten Entscheidungen der Vergabekammer und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs auch in diesem Jahr ihre Zelte betreiben dürfen. Mit Blick auf die mündliche Verhandlung am 11. September äußerte er die Zuversicht, dass noch vor dem Oktoberfest ein Urteil gefällt wird, das der Regionalität, der Tradition und dem Brauchtum in München Rechnung trägt. Die Wiesn dürfe nicht so verändert werden, dass sie ihren Charakter verliert – schließlich lieben gerade die Münchnerinnen und Münchner ihre Wiesn und besuchen sie statistisch gesehen während der Festzeit gleich mehrfach.

Ein besonderer Moment der Vorstellung: Schottenhamel übergab das Wort an Armin Jumel, einen langjährigen Stammgast des Schottenhamel-Festzelts, der die private Initiative „Rettet die Wiesn“ ins Leben gerufen hat. Jumel dankte den Wirten dafür, als Hüter der Wiesn für Qualität, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine sichere Wohlfühlatmosphäre zu sorgen. Für das laufende Jahr sei die Wiesn gesichert, betonte er – nun gehe es darum, dieses Kulturgut auch für die kommenden Generationen dauerhaft in seiner traditionellen Form zu erhalten.

Preise und Verkaufsstellen: Hier gibt es den Wirtekrug 2026

Der Festkrug der Münchner Wiesn Wirte kostet ohne Deckel 39,90 Euro, mit Zinndeckel 56,90 Euro. Wer nicht bis zum Oktoberfest warten möchte, wo der Krug in den einzelnen Festzelten erhältlich sein wird, kann das limitierte Sammlerstück schon jetzt online bestellen: entweder im offiziellen Shop der Stadt München unter www.oktoberfest.de oder beim Souvenir-Spezialisten www.bavaroi.de.

Auch vor Ort in der Münchner Innenstadt wird man fündig: Der Wirtekrug ist in der Touristeninformation im Münchner Rathaus, im Souvenir-Kiosk auf dem Marienplatz sowie im Herzlshop im Tal 1 erhältlich. Sammlerherzen dürfen sich also freuen – und wer die vergangenen Jahrgänge kennt, weiß: Lange bleibt die limitierte Auflage erfahrungsgemäß nicht im Regal.

(Bei der Erstellung der Video-Transkripte uns denen zitiert wurde kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft.)