Wenn sich Brauergesellen, Schäffler, Brauereigespanne und Trachtengruppen auf dem Marienplatz versammeln, dann ist wieder Münchner Brauertag. Am Samstag, 20. Juni 2026, hatten die Münchner Brauereien erneut zu ihrem traditionsreichen Festtag des Münchner Bieres eingeladen. Der nur alle zwei Jahre stattfindende Brauertag zählt zu den ältesten lebendigen Handwerkstraditionen der Stadt und verbindet Brauchtum, Handwerk und Münchner Bierkultur mitten im Herzen der Altstadt.

Im Mittelpunkt stand auch diesmal die feierliche Freisprechung der Jungbrauerinnen und Jungbrauer. Insgesamt 32 Absolventinnen und Absolventen treten nach bestandener Ausbildung offiziell ins Berufsleben ein. Traditionell erfolgt die symbolische „Freischlagung“ durch den Münchner Oberbürgermeister auf dem Marienplatz.

Bereits seit rund 150 Jahren pflegen die Münchner Brauereien diese besondere Form der Ehrung ihres Berufsnachwuchses. Gleichzeitig erneuern die Brauer dabei öffentlich ihr Bekenntnis zum Münchner Reinheitsgebot von 1487, zuletzt 2024:

Das Programm 2026 beginnt am Festmorgen um 08:30 Uhr mit der Aufstellung der Lehrlinge und Jungbrauer direkt auf dem Marienplatz, wo auch die historischen Zunftaltertümer wie die Zunftfahne, die Zunftstangen, die traditionsreiche Zunftlade und die Ferula präsentiert werden.

Um 09:15 Uhr setzte sich der Kirchenzug in Bewegung, gefolgt vom Festgottesdienst in der Peterskirche ab 09:30 Uhr.

Gegen 10:30 Uhr startete anschließend der feierliche Festzug mit den Prachtgespannen der sechs Brauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten sowie zahlreichen Trachten- und Brauchtumsgruppen, darunter die Gebirgsschützenkompanie Waakirchen, der Gebirgstrachtenerhaltungsverein Chiemgauer München mit Schuhplattlern und Holzhacker-Buam und die Goaßlschnoizer Bruckmühl.

Der Zugweg führte vom Tal über den Viktualienmarkt, das Rosental und den Rindermarkt wieder zurück zum Marienplatz.

Ab etwa 11:15 Uhr schloßt sich dort der zentrale Festakt an. Wirtschaftreferent Dr. Christian Scharpf in Vertretung des Oberbürgermeisters vollzog die feierliche Freischlagung, bei der das Zunftzeichen der Brauer, die hölzerne Ferula, symbolisch über die Schultern der Absolventen gesenkt wird.

Dr. Christian Scharpf mit der Ferula beim Brauertag 2026 mit Freisprechung der Brauer am 20.06.2026 (©Foto. Martin Schmitz)
Dr. Christian Scharpf mit der Ferula beim Brauertag 2026 mit Freisprechung der Brauer am 20.06.2026 (©Foto. Martin Schmitz)

Auf die Frage, warum ist es der Münchner Stadt so wichtig sei, dass sie wirklich diese alten Traditionen wie Schäffler, wie Brauen einfach so hochleben lasst mit eigenen Tagen wie dem Brauertag, antwortete Scharpf: „Das zeichnet ja München aus. München, das ist keine anonyme Großstadt, sondern das ist immer noch die Weltstadt mit Herz, wo wir zwar Hightech-Unternehmen aus der ganzen Welt da haben, aber wir schon auch unsere Traditionen pflegen und uns unserer, unserer Wurzeln bewusst sind. Das macht München aus, das macht dieses spezielle Münchner Lebensgefühl, und darum gefällt es die Leut halt bei uns so gut.“

Und er versprach, das Freischlagen vorsichtig zu vollziehen „Ich habe es mir angeschaut. Also, man sollte halt nur nicht zu fest draufhauen, weil wir brauchen ja die jungen Jungbrauerinnen und Jungbrauer noch. Die sollen ja jetzt dann Bier brauen und deswegen werde ich ganz sanft nur drauflegen.“

Im Anschluss leisten die frischgebackenen Brauer den historischen Preu-Eid, mit dem sie sich öffentlich auf das Münchner Reinheitsgebot von 1487 verpflichten und schwören, für ihr Bier ausschließlich Gerste, Hopfen und Wasser zu verwenden.

Ein seltenes logistisches und kulturelles Highlight erwartet die Zuschauer im Anschluss, denn die Münchner Schäffler werden außerhalb ihres üblichen Sieben-Jahres-Rhythmus mit ihrem traditionellen Tanz auf dem Marienplatz auftreten.

Nach dem offiziellen Freibieranstich gegen 12:30 Uhr sorgt ein buntes Bühnenprogramm bis etwa 14:00 Uhr für den stimmungsvollen Ausklang des Festes mitten in der Altstadt.

Auftritt der Schäffler beim Münchner Brauertag 2026 mit Freisprechung der Brauer am 20.06.2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Auftritt der Schäffler beim Münchner Brauertag 2026 mit Freisprechung der Brauer am 20.06.2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Eine besondere Premiere gab es 2026 ebenfalls: Erstmals war das erst vor wenigen Tagen offiziell vorgestellte neue Münchner Kindl Sina Hochreiter beim Brauertag dabei. Die 27-Jährige übernimmt in diesem Jahr die Rolle der Münchner Botschafterin und sprach beim Brauertag den traditionellen Prolog, bevor die Jungbrauerinnen und Jungbrauer freigeschlagen wurden.

Sina Hochreiter stammt aus einer bekannten Münchner Wiesnwirte-Familie und wird 2026 bei zahlreichen traditionellen Veranstaltungen der Stadt auftreten – darunter natürlich auch beim Oktoberfest, dem Trachten- und Schützenzug sowie dem Brauertag.

Gegen 12:30 Uhr folgte der offizielle Freibieranstich.

Das erste Fass zapfte Martin Leibhard von Augustiner Bräu an, der Vorsitzende des Vereins der Münchner Brauereien und selbst vor 42 Jahren öffentlich freigeschlagen; insgesamt ließen die sechs Traditionsbrauereien 3.000 Liter Freibier springen.

Ab etwa 13 Uhr schloss sich das Bühnenprogramm auf dem Marienplatz an, mit Auftritten des Gebirgstrachtenerhaltungsverein Chiemgauer München mit Schuhplattlern und Holzhacker-Buam, die Goaßlschnoizer Bruckmühl sowie die Tanzgruppe Riadastoana Feldmoching

Der Münchner Brauertag fand am Samstag, 20. Juni 2026, von etwa 8.30 Uhr bis circa 14 Uhr rund um den Marienplatz statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:

www.muenchnerbier.de

Fotogalerie Münchner Brauertag – Einzug der Brauereigespanne, Brauer und Kapellen

Fotogalerie Münchner Brauertag Freisprechung

Fotogalerie Münchner Brauertag, Schäfflertanz und Brauchtum