Boandlkramerei 2026: Das Musikantenzelt auf der Oidn Wiesn

Seit 2024 gehört die Boandlkramerei zu den drei großen Festzelten auf der Oidn Wiesn, und 2026 geht das Musikantenzelt der Festzeltwirtsfamilie Peter und Petra Schöniger in seine dritte Saison. Vom 19. September bis 4. Oktober 2026 wird im südlichen Teil der Theresienwiese wieder unter dem Motto „Auf’s ewige Leben“ gefeiert – mit Augustiner Wiesnbier vom Holzfass, bayerischer Küche und einem Musikprogramm, das 2026 so umfangreich ausfällt wie noch nie.

Ein Wirtshaus mit weiß-blauem Himmel

Das Zelt wurde eigens für die Oide Wiesn gebaut und vom Architekturbüro Wildsfeuer gestaltet. Von außen wie von innen erinnert es an ein altes bayerisches Wirtshaus: Logen, ein weiß-blauer Himmel, ein großer Tanzboden und eine moderne Bühne, auf die alle Plätze ausgerichtet sind. Wer hier sitzt, ist nah dran an der Musik. Platz gibt es 2026 für 1.748 Gäste im Zelt und weitere 1.096 im Garten.

Wirt Peter Schöniger war seit 1992 mit einem Würstlstand auf der Wiesn vertreten, bekannt ist er außerdem für seine reisende Bayernland-Festhalle, die unter anderem auf dem Münchner Frühlingsfest steht. Mit der Boandlkramerei hat er 2024 den Schritt zum Wiesnwirt gemacht.

Woher der Name kommt

Der Boandlkramer ist die urbayerische Bezeichnung für den Tod: „Boandl“ sind die Knochen, ein Kramer ein umherziehender Händler. Bekannt ist die Figur vor allem aus der „Gschicht vom Brandner Kasper“ von Franz von Kobell aus dem Jahr 1871, in der ein Tegernseer den Boandlkramer mit Kirschgeist abfüllt und sich beim Kartenspiel ein paar zusätzliche Lebensjahre ergaunert. Genau diesen humorvollen, verspielten Umgang mit dem Unausweichlichen greift das Zelt auf – und wirbt entsprechend dafür, das Leben zu genießen, solange es geht.

Boandlkramerei auf der Oidn Wiesn - auch am Abend eine gute Adresse (©Foto: Martin Schmitz)
Boandlkramerei auf der Oidn Wiesn – auch am Abend eine gute Adresse (©Foto: Martin Schmitz)

Musikprogramm 2026: 57 Gruppen in bis zu neun Schichten

Das Programm gestaltet auch 2026 Winfried Frey. Mit 57 verschiedenen Gruppen sind heuer noch einmal mehr Musikanten im Einsatz als im Vorjahr, an manchen Tagen in bis zu neun Schichten, die teilweise nur eine halbe Stunde dauern. Bewusst wurden mehr Inklusionsgruppen ins Programm aufgenommen, etwa die Route Rockers, das ABM OrchesterDas rote Motorrad und die Rolli Gang.

Angezapft wird am Samstag, 19. September, um 12 Uhr – heuer von Roland Hefter, Musiker, Liedermacher und Münchner Stadtrat, der der Wiesn in seinen Liedern schon mehrfach ein Denkmal gesetzt hat. Direkt danach übernehmen die Holledauer Musikanten bis 16 Uhr, ab 17 Uhr folgt die Kapelle Kaiserschmarrn.

Tagsüber dominieren Blasmusik und traditionelle Volksmusik, teils mit Tanzleitung, etwa mit den Dellnhauser Musikanten und Tanzmeisterin Katharina Mayer, der Ampertaler Kirtamusi oder Äff Tam Tam.

An den Abenden wird es bunter: Am Anstichsamstag, 19. September, spielt ab 20 Uhr Deschowieda, am 30. September Loisach Marci, am 1. Oktober Cubaboarisch 2.0, am 2. Oktober ScheinEilig und am 3. Oktober das Kellerkommando.

Dazu kommen Namen wie Allgäu 6Alpin Drums, die GroßstadtboaznLiaB, die Sechzger Musikanten, das Onkel Bazi Orchester oder die Hoch- und Deutschmeister Wien.

Den Abschluss am Sonntag, 4. Oktober, machen ab 20 Uhr die Holledauer Musikanten. Neu ist 2026 der Tradimix-Musik-Wettbewerb auf der Biergartenbühne: Die Siegergruppe erhält neben einer eigens gefertigten Trophäe einen Auftritt in einem großen Bierzelt in der Biergartensaison. Weil die Bandbreite groß ist, lohnt vor dem Besuch ein Blick ins Tagesprogramm.

Peter Frolic ist Küchenchef der Boandlkramerei (©Foto: Martin Schmitz)
Peter Frolic ist Küchenchef der Boandlkramerei (©Foto: Martin Schmitz)

Bier und Küche

Ausgeschenkt wird Augustiner Wiesnbier vom Holzfass. Die Maß Festbier kostet 2026 in der Boandlkramerei 15,30 Euro (2025: 14,80 Euro), das alkoholfreie Bier ebenfalls 15,30 Euro. Neu ist das Weißbier: Statt Franziskaner kommt ab 2026 Hofbräu-Weißbier ins Glas, der Liter liegt bei 17,00 Euro. Limonade kostet 13,40 Euro, Spezi 14,20 Euro und Tafelwasser 12,60 Euro je Liter. Die vollständige Übersicht aller Zelte gibt es im Beitrag zu den Wiesn-Bierpreisen 2026.

In der Küche steht Petar Folic, der wo immer möglich auf bayerische Bio-Produkte setzt, unter anderem auf Gemüse aus eigens angelegten Beeten rund um München. Neben Wiesnhendl, Haxn, Hühnerklein und Entenschlegel gibt es neu interpretierte Klassiker sowie vegetarische und vegane Gerichte.

Boandlkramerei: Kasspatzn werden auf einer Schaufel serviert (©Foto: Martin Schmitz)
Boandlkramerei: Kasspatzn werden auf einer Schaufel serviert (©Foto: Martin Schmitz)

Öffnungszeiten, Reservierung und Eintritt

Die Boandlkramerei ist täglich von 10 bis 23.30 Uhr geöffnet. Das Online-Reservierungsportal für 2026 ist inzwischen geschlossen. Wer noch einen Tisch möchte, kann seit 14. September direkt im Festbüro im Zelt auf der Oidn Wiesn reservieren, jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, während der Wiesn auch spontan vor Ort. Reservierungszeiten sind 11 bis 16.30 Uhr und 17 bis 22.30 Uhr.

Für die Oide Wiesn wird 2026 weiterhin ein Eintritt von 4 Euro für Besucher ab 15 Jahren fällig, Kinder bis 14 Jahre kommen kostenlos hinein, ab 21 Uhr ist der Eintritt für alle frei. Die historischen Fahrgeschäfte kosten 1,50 Euro pro Fahrt. Direkt neben der Boandlkramerei an der Straße 6 steht einer der beiden kostenlosen Trinkwasserbrunnen der Oidn Wiesn.

Volles Zelt am 1. Wiesntag - und dazu voller Biergarten außen (©Foto: Klaus Ikenmeyer)
Volles Zelt am 1. Wiesntag – und dazu voller Biergarten außen (©Foto: Klaus Ikenmeyer)
Anstich in der Boandlkramerei am 20.09.2025 durch Schauspieler Alexander Duda (©Foto: Klaus Ikenmeyer)
Anstich 2025 in der Boandlkramerei am 20.09.2025 durch Schauspieler Alexander Duda (©Foto: Klaus Ikenmeyer)

Weitere Informationen zum Zelt gibt es auf ganz-muenchen.de sowie auf der Website der Boandlkramerei unter boandlkramerei.bayern.

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