München hat am Samstagabend, 4. Juli 2026, wieder einen seiner schönsten Sommermomente erlebt: Bei bestem Wetter verwandelte sich der Max-Joseph-Platz in den größten Open-Air-Opernsaal der Stadt. Rund 35.000 Menschen verfolgten Richard Wagners „Die Walküre“ – auf dem Platz vor der Staatsoper, im Nationaltheater selbst und im Livestream auf Staatsoper.tv, der weltweit abrufbar war. Zu „Oper für alle“ hatten die Bayerische Staatsoper und BMW eingeladen, der Eintritt war wie in jedem Jahr kostenlos. Durch den Abend führte zum dritten Mal in Folge Steven Gätjen.
Gezeigt wurde die Neuinszenierung von „Die Walküre“ in der Regie von Tobias Kratzer, live aus dem Nationaltheater übertragen. Die musikalische Leitung lag bei Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski. In den Hauptpartien waren Nicholas Brownlee als Wotan und Joachim Bäckström als Siegmund zu erleben, Miina-Liisa Värelä sang die Brünnhilde. Irene Roberts gab die Sieglinde, Ain Anger den Hunding, Mezzosopranistin Ekaterina Gubanova dieFricka. Nach der Vorstellung feierte das Publikum das Ensemble nicht nur im Saal – die Sängerinnen und Sänger verbeugten sich eigens auf den Stufen des Nationaltheaters vor den Zuschauern draußen auf dem Platz. Großen Applaus gab es zudem für das Bayerische Staatsorchester, für Vladimir Jurowski und für Regisseur Tobias Kratzer.

Schauspielerin Sunnyi Melles „Oper für Alle 2026“ mit Wagners „Die Walküre“ am 04.07.2026 im Nationaltheater, Mittig Steven Gätjen im Interview (©Foto:Martin Schmitz)
Der Walkürenritt führt mitten durch München
Zum heimlichen Höhepunkt des Abends geriet der Beginn des dritten Aufzugs. Statt eines klassischen Bühnenbilds startete der berühmte „Ritt der Walküren“ mit einer eigens gedrehten Filmeinspielung, in der die Walküren durch die Straßen Münchens reiten – unter dem Siegestor hindurch, entlang des Hofgartens und quer durch den Englischen Garten. Dass die Kastanien im Hofgarten noch rot blühten, verrät, dass für diese Sequenz bereits im Mai gedreht wurde, und lässt den produktionellen Aufwand hinter solchen Einspielern erahnen.
Eine der Walküren sitzt im Film in einem Hubschrauber, der das Nationaltheater ansteuert; kurz darauf sieht man sie mit noch aufgeblähtem Fallschirm direkt vor der Oper, als wäre sie soeben dort gelandet. Für das Publikum auf dem Max-Joseph-Platz, das die Szene auf dem Großbildmonitor verfolgte, verschmolzen so Leinwand-Fiktion und reale Umgebung – der Ort auf der Leinwand war exakt der Ort, an dem man saß.
Regisseur Tobias Kratzer beweist damit genau das Gespür für den Ort, das in den Kritiken zu dieser Produktion immer wieder hervorgehoben wird. Der Hubschrauber ist zugleich ein augenzwinkernder Gruß an Francis Ford Coppolas Kinoklassiker „Apocalypse Now“, in dem der Angriff der US-Hubschrauber auf ein vietnamesisches Dorf mit Wagners Walkürenritt unterlegt ist – für viele Zuschauer der erste Berührungspunkt mit dieser Musik überhaupt. Dass die Inszenierung diesen filmischen Bezug quasi auf die Opernbühne zurückholt und den Ritt in die Münchner Kulisse verlegt, verankert das Stück im Hier und Jetzt, ohne der Musik ihre Wucht zu nehmen.

Konsequent weitergedacht ist auch der Saal, in dem die Walküren anschließend die gefallenen Helden wiederherstellen: Er ist optisch den Räumlichkeiten der Staatsoper nachempfunden. So erschließt sich, warum es die Walküre überhaupt zum Nationaltheater zieht – das Opernhaus selbst wird zum Schauplatz der Handlung. Für die Open-Air-Besucher war das ein Moment, der das gestrige Erlebnis noch einmal ganz besonders greifbar machte.
In der Pause bot Steven Gätjen seltene Einblicke hinter die Kulissen der Bayerischen Staatsoper, die zu den größten Bühnen Europas zählt, und sprach unter anderem mit Vladimir Jurowski, Tobias Kratzer, Nicholas Brownlee, Ekaterina Gubanova und Irene Roberts.
Auch prominente Gäste aus Kultur und Gesellschaft waren unter den Zuschauern, darunter Schauspieler Udo Wachtveitl (kam mit Prof. Dr. Katharina Koch), Schauspielerin Sunnyi Melles , Schauspieler Johannes Berzl, Komiker Wigald Boning mit Frau Teresa (Wigald hat für die Leidenschaft seiner Frau, selbst Klavierspielen gelernt), Nicola Tiggeler und Timothy Peach (hatten sich vor 37 Jahren kennengelernt und feierten bei der Walküre ihr Kennenlern-Jubiläum), Musiker Leslie Mandoki, Moderator Thomas Ohrner mit Frau Anne Ohrner (Marketing-Managerin) kamen als frisch verheiratetes Paar (Hochzeit war im Juni), Schauspieler Anthony Paul und Johanna Green (Liebespaar bei Sturm der Liebe), Bernd Döpke (Leiter BMW Niederlassung München), Model Papis Loveday, Olga und Niclas Löffler (Schauspieler)…
Die Ausgabe 2026 war zugleich ein Jubiläum: Zum 30. Mal fand „Oper für alle“ statt. „Tausende sind zusammengekommen, um Wagners ‚Die Walküre‘ unter freiem Himmel zu erleben. Solche Momente zeigen, welche Kraft Kultur hat: Sie bewegt und verbindet„, sagte Ilka Horstmeier, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Personal und Immobilien. Man wolle die Initiative als globaler Partner der Bayerischen Staatsoper auch künftig weiter gestalten.
Serge Dorny, Staatsintendant der Bayerischen Staatsoper, zeigte sich erfreut, dass rund 35.000 Opernfreunde im Nationaltheater, auf dem Max-Joseph-Platz und auf Staatsoper.tv gemeinsam 30 Jahre „Oper für alle“ gefeiert hätten. Schon jetzt lud er alle Klassik- und Opernfreunde zum „Oper für alle“-Konzert im BMW Park sowie zum UniCredit Eröffnungsfest im September im Nationaltheater ein, das die Staatsoper gemeinsam mit ihren Partnern BMW und UniCredit begeht.

Rund 35.000 Menschen feierten „Oper für alle“ auf dem Max-Joseph-Platz mit Wagners „Die Walküre“ (©Foto: Ingrid Grossmann)

Nicholas Brownlee (Wotan), Ekatarina Gubanova (Fricka), Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski, Irene Roberts (Sieglinde), Miina-Liisa Värelä (Brünnhilde). Irene Roberts (Sieglinde) nach der „Die Walküre“ „Oper Für Alle“ x BMW 2026 in der Bayerischen Staatsoper am 04.07.2026 in München (©Foto: Franziska Krug/BMW via Getty Images)
Wer „Die Walküre“ live erleben möchte
Wer die Neuinszenierung nun im Nationaltheater selbst sehen möchte, hat in dieser Festspielsaison nur noch eine Gelegenheit: Am Mittwoch, 8. Juli 2026, steht „Die Walküre“ um 17 Uhr erneut auf dem Spielplan. Diese Vorstellung ist allerdings bereits ausverkauft, Resttickets tauchen erfahrungsgemäß nur noch vereinzelt über die Kartenbörse der Bayerischen Staatsoper auf.
Wer sie verpasst, muss sich etwas gedulden: Im Rahmen des kompletten „Ring des Nibelungen“ kehrt „Die Walküre“ in der Spielzeit 2026/27 zurück, dann am Sonntag, 18. Juli 2027, sowie am Dienstag, 27. Juli 2027, jeweils um 16 beziehungsweise 17 Uhr im Nationaltheater. Für diese beiden Termine sind noch Karten erhältlich. Die Aufführung dauert inklusive zweier Pausen rund fünf Stunden und zehn Minuten, eine kostenlose Einführung findet jeweils eine Stunde vor Beginn im Capriccio-Saal statt.
Ausblick auf den Herbst: BMW Classics Konzert im BMW Park
Das nächste kostenlose Highlight steht schon fest. Im Rahmen des „Oper für alle“-Formats gastiert das Bayerische Staatsorchester am Mittwoch, 16. September 2026, mit dem BMW Classics Konzert im BMW Park, einer der Spielstätten des FC Bayern Basketball. Am Dirigentenpult steht Antonino Fogliani, es singen Diana Damrau und Benjamin Bernheim. Das Ensemble des Bayerischen Staatsballetts tanzt Choreografien von Edward Clug und Marius Petipa. Der Eintritt ist dank BMW auch hier frei. Die kostenfreien Karten gibt es ab Donnerstag, 16. Juli 2026, über die Website der Bayerischen Staatsoper.

„Oper Für Alle“ x BMW 2026 in der Bayerischen Staatsoper am 04.07.2026 in München (©Foto: Franziska Krug/BMW via Getty Images)
BMW und die Bayerische Staatsoper
Das kulturelle Engagement der BMW Group besteht weltweit seit über einem halben Jahrhundert. Seit knapp 30 Jahren ist BMW Partner von „Oper für alle“ während der Münchner Opernfestspiele, unter der Intendanz von Serge Dorny reicht das Format mit dem BMW Classics Konzert inzwischen auch über München hinaus. Seit der Spielzeit 2021/22 ist BMW Global Partner der Bayerischen Staatsoper. Ziel ist es, die Exzellenz des Hauses allen zugänglich zu machen und die Hemmschwelle vor der Hochkultur abzubauen.
Bilder von Oper „Oper für Alle“

