Oktoberfest Urgestein: Der Wiener Eispalast, das Traditionsgeschäft seit 1908 auf der Wiesn

GUTES BLEIBT. Nur mit diesen zwei Worten kann man erklären, warum der Wiener Eispalast schon seit fast 120 Jahren auf demselben Platz in der Matthias-Pschorr-Straße, schräg gegenüber vom Toboggan, Teil des Oktoberfestes ist.

Natürlich hat sich optisch seit 1908 einiges getan, und vor allem technisch ist man immer auf dem neuesten Stand. Geblieben ist aber die unverwechselbare, über 6 m hohe barocke Fassade mit dem Engel auf der Spitze.

Im Wiener Eispalast gibt’s Schokofrüchte, Eis, gebrannte Mandeln, Nüsse und alles, was den Süßigkeitenliebhaber erfreut.

Wiener Eispalast zwischen der Neuheit Shake & Roll und der Münchner Zugspitzbahn auf der Matthias Pschorr Straße auf dem Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Wiener Eispalast zwischen der Neuheit Shake & Roll und der Münchner Zugspitzbahn auf der Matthias Pschorr Straße auf dem Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Seit 1908 auf dem Oktoberfest

Hans Strössner, der Urgroßvater von Corinna Eckl-Guderley, der heutigen Chefin, baute 1908 den ersten Wiener Eispalast. Zur damaligen Zeit war das eine gigantisch große Verkaufsbude für Eis und Süßigkeiten mit eigener Eisproduktion. Seine Spezialität war das selbstgemachte Fruchteis, das damals noch gespachtelt wurde und in riesige Bottiche kam. Dafür wurde täglich frisches Roheis von der umliegenden Brauerei angekarrt, um es dann in einem aufwendigen Prozess in Speiseeis zu verwandeln.

Aufwendig und zeitintensiv ist die Eisproduktion heute noch, aber wesentlich moderner ist sie geworden. Robert Eckl, Chef und Mann von Corinna Eckl-Guderley, produziert das Kugeleis heute noch täglich frisch vor Ort im Wiener Eispalast. Für die Produktion wird ausschließlich Milch aus der Region verwendet, und man achtet sorgfältig auf beste Zutaten. Die Eismaschinen dafür kommen aus Italien, das Know-how vom Schwiegervater Werner Guderley.

Schaut’s euch an und fragt den Chef, ob ihr eine Kostprobe vom cremigen Eis bekommen könnt, wenn es frisch aus der Maschine kommt und sofort in die Eistheke gestellt wird, um es zu verkaufen.

 

Schokofrüchte, Eis, gebrannte Mandeln, Nüsse und Lebkuchenherzen

Der nostalgische Wagen mit seinem riesigen Angebot an Lebkuchen- und Schokoladenherzen fällt sofort ins Auge. Wusstet ihr eigentlich, dass das traditionelle Schokoladenherz in der roten Folie der absolute Klassiker ist und der Vorreiter des bekannten Lebkuchenherzerls?

Das Wien vorm Eispalast

Und gleich noch ein Fakt, der geklärt werden muss: Das Münchner Unternehmen kommt nämlich gar nicht aus dem schönen Wien. Ursprünglich stammt die Schaustellerdynastie Strössner aus der Frankenmetropole Nürnberg. Die barocke Wiener Malerei war nur ein optischer Trend um 1900 und wurde damals häufig für Bemalungen und Gestaltungen verwendet.

Standort auf dem Oktoberfest 2026

Wie gewohnt auf dem Stammplatz in der Matthias-Pschorr-Straße, dieses Jahr zwischen der Neuheit Shake & Roll und dem Skyfall-Turm, gegenüber vom Toboggan.

Wiener Eispalast auf dem Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Wiener Eispalast auf dem Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Weitere Termine und Christkindlmärkte

Mit dem Wiener Eispalast auf dem Memminger Jahrmarkt vom 10. bis 18. Oktober.

Mit Glühwein auf dem Christkindlmarkt Regensburg am Neupfarrplatz vom 23. November bis 23. Dezember, auf dem Christkindlmarkt Passau am Domplatz vom 24. November bis 22. Dezember und auf dem Weihnachtsmarkt Verona an der Piazza Bra vom 13. November bis 27. Dezember.

Und das ganze Jahr über mit dem Mandelstand vor dem Eingang der Galeria am Marienplatz in der Kaufingerstraße.

Wiener Eispalast zwischen der Neuheit Shake & Roll und der Münchner Zugspitzbahn auf der Matthias Pschorr Straße auf dem Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Wiener Eispalast zwischen der Neuheit Shake & Roll und der Münchner Zugspitzbahn auf der Matthias Pschorr Straße auf dem Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Internet: www.wiener-eispalast.de

Rückblick auf die Familiengeschichte

Der gelernte Speditionskaufmann Werner Guderley liebt Speiseeis. Da können noch so frostige Temperaturen herrschen, er genießt die eisigen Köstlichkeiten, die er auch selbst zubereitet. Ob es daran liegt, dass Speiseeis seit weit über 150 Jahren die Existenzgrundlage seiner Familie bildet? Neben Wandertheater, Passionstheater und anderen Schaustellergeschäften – selbst hergestelltes Speiseeis war immer dabei.

Also mussten noch Süßwaren ins Sortiment: gebrannte Mandeln, Liebesäpfel und – als Neuheit – „Schneeflocken“, wie das Popcorn damals genannt wurde. Auch Fischsemmeln und selbst gebraute Limonade gingen über die Theke – dank der Eiskühlung, die für das Speiseeis notwendig war, durften und konnten diese Waren verkauft werden.

1924 übernahm Strössners Witwe Lisbeth das Geschäft, und ab 1938 half Tochter Liselotte, die Mutter von Werner Guderley, mit. Eine Sensation in der Branche war damals der von der Firma Mack gebaute Verkaufswagen, der die Eispalastbude ablöste. Nach Entwürfen des Schaustellermalers Fritz Hilbert schuf ein Passauer Kirchenschnitzer die kunstvolle Fassade des Wagens, der heute im Münchner Schaustellermuseum als Schatz gehütet wird.

Werner Guderley arbeitete seit 1970 im elterlichen Betrieb mit, der seit 1972 als Guderley und Sohn oHG firmiert. Heute führen Tochter Corinna Eckl-Guderley und ihr Mann Robert Eckl den Wiener Eispalast weiter.

Weitere Infos rund um die Wiesn: Oktoberfestplaner auf ganz-muenchen.de

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"