Rund eine Woche nach der feierlichen Enthüllung des neuen Denkmals für König Ludwig II. auf der Bastion der Corneliusbrücke ist die Bronzebüste Ziel einer Farbattacke geworden. Unbekannte beschmierten den Sockel sowie umliegende Steine unter anderem mit dem Schriftzug „FCK KINI“. Die Münchner Polizei hat Ermittlungen wegen Sachbeschädigung eingeleitet.
Die offizielle Einweihung fand im Beisein von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der Dritten Bürgermeisterin Verena Dietl sowie Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer statt. Das Projekt wurde nach jahrelangem Vorlauf ausschließlich durch private Spenden des Ludwig II.-Denkmal e. V. um den Initiator Dietmar Holzapfel, den Wirt der „Deutschen Eiche“, realisiert. Zu den maßgeblichen Unterstützern des Projekts gehörten zudem der Chef des Hauses Wittelsbach, Franz Herzog von Bayern, sowie Prinz Ludwig von Bayern.


Münchens bekanntester „Kini“-Darsteller, Harald Heigl, zieht nach der Enthüllung eine gemischte Bilanz. Zwar lobte er die feierliche Zeremonie und die Präsenz der Polit-Prominenz, äußerte jedoch deutliche Kritik an der Dimensionierung des Denkmals. Aus seiner Sicht ist die Büste für die historische Bedeutung des Märchenkönigs „ein bisschen sehr klein ausgefallen“.
Heigl verwies in diesem Zusammenhang kritisch darauf, dass noch immer tausende Originalsteine des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Monumentaldenkmals eingelagert seien, die Stadt München jedoch keinen Bedarf für einen größeren Wiederaufbau sehe. Es sei ein Armutszeugnis für die Landeshauptstadt und den Freistaat, dass ein solches Denkmal komplett aus Privatspenden finanziert werden musste. Zudem merkte er an, dass Söder den Termin vor allem für persönliche Anekdoten genutzt habe, um sich selbst als Visionär und Modernisierer darzustellen.

Die jüngsten Schmierereien, die der politisch linksgerichteten Szene zugeordnet werden, riefen heftige Reaktionen hervor. SPD-Stadtrat Roland Hefter verurteilte die Aktion als „feige Drecksaktion“ und setzte eine private Belohnung für Hinweise auf die Täter aus. Auch Prinz Ludwig von Bayern äußerte sich kritisch und gab zu bedenken, dass die Neugestaltung des Denkmals bewusst an die Zerstörung des ursprünglichen Monuments durch die Nationalsozialisten erinnern soll.
Die Reinigungsarbeiten an der Corneliusbrücke wurden umgehend eingeleitet, um die aufgesprühte Farbe vom Natursteinsockel zu entfernen. Da das Denkmal bereits während der Bauphase im April das Ziel von Vandalismus geworden war, hatte Initiator Dietmar Holzapfel im Vorfeld eine Videoüberwachung gefordert.
Diese wurde von den Behörden jedoch nicht genehmigt. Um zukünftigen Beschädigungen vorzubeugen, wird nun verstärkt über den Einsatz von speziellen Anti-Graffiti-Schutzfarben und intensivere Kontrollen diskutiert.

