Auch beim Angebot auf der Theresienwiese tut sich zum 191. Oktoberfest einiges: Drei spektakuläre Fahrgeschäfte feiern Premiere, zwei Traditionsbetriebe begehen runde Jubiläen, und gleich mehrere Festzelte starten mit neuen Wirten oder komplett neuen Bauten in die Wiesn 2026.

Premiere für „Shake & Roll“

Erstmals zugelassen ist in diesem Jahr das Rundfahrgeschäft „Shake & Roll“ von Else Schäfer. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des klassischen „Break Dance“. Im Gegensatz zum Vorgänger sind die Gondeln nicht starr montiert, sondern können sich frei überschlagen. Durch die Fliehkräfte schaukeln die Gondeln und führen komplette Überschläge (Loopings) aus, nicht motorgesteuert, sondern allein durch die Physik der Bewegung. Jede Fahrt wird dadurch einzigartig, weil Anzahl und Intensität der Überschläge vom Gewicht der Fahrgäste sowie der Fahrweise des Rekommandeurs abhängen (Matthias-Pschorr-Straße 52).

„Fisherman’s“: Fischerdorf auf drei Etagen

Das Schau- und Belustigungsgeschäft „Fisherman’s“ von Franz Xaver Kollmann steht ebenfalls zum ersten Mal auf dem Oktoberfest. Das Geschäft ist ein 2026 fertiggestellter Neubau und bietet auf drei Etagen Spaß, Action und Wasserabenteuer. Thematisch geht es durch ein Fischerdorf, das nicht nur mit glatten Blechen, sondern auch mit zahlreichen Polyester-Anbauteilen für eindrucksvolle 3-D-Effekte gestaltet ist. Ergänzt wird das Erlebnis durch einen 15 Meter langen Laufparcours vor dem eigentlichen Geschäft (Straße 3 Ost/5).

„Chaos Pendel“ wirbelt in 42 Meter Höhe

Das Chaos Pendel von Willi Ottens junior feiert 2026 ebenfalls seine Premiere auf dem Oktoberfest. Das Fahrgeschäft wirbelt seine Gäste in bis zu 42 Meter Höhe und mit bis zu 80 km/h durch die Luft. Angetrieben von einem rotierenden Arm, der selbst an einem schwenkbaren Propeller hängt, drehen sich die beiden Gondeln um die eigene Achse. Durch die dreifach gekoppelte Bewegung entstehen immer wieder neue Fahrverläufe (Straße 3 Ost/9).

90 Jahre Familie Willenborg

Die Familie Willenborg ist mittlerweile seit 90 Jahren im Schaustellergeschäft tätig. Der Betrieb wird heute in dritter Generation geführt. Bevor Heinrich Willenborg 1960 als erster deutscher Schausteller ein Riesenrad aus Stahl bauen ließ und auch auf der Wiesn aufbaute, betrieb die Familie unterschiedliche Geschäfte, zeitweise vier zeitgleich, darunter Autoscooter, Geisterbahn, Teufelskutsche (ein Vorläufer der Wilden Maus) und Laufgeschäfte. Das ikonische 50 Meter hohe Riesenrad der Schaustellerfamilie steht bereits seit 1979 auf dem Oktoberfest (Straße 5).

100 Jahre Hühnerbraterei Poschner

Seit 1926 verwöhnt die Hühnerbraterei Poschner ihre Gäste mit Hendln und Enten frisch vom Grill. Sie steht für Qualität, Handwerk und bayerische Wirtshauskultur auf der Theresienwiese. Zum Jubiläum präsentiert sich Poschner mit dem bewährten familienfreundlichen Angebot.

Sowohl Nachhaltigkeit als auch Inklusion prägen das Handeln des Traditionsunternehmens: Als erstem bayerischen Festzelt wurde Poschner das Signet „Bayern barrierefrei“ des Freistaats verliehen (Wirtsbudenstraße 47).

Bartls Flößerstadl: Neues Zelt mit Flößer-Tradition

Für das Oktoberfest 2026 übernimmt kurzfristig Klaus Bartl den Platz der „Münchner Stubn“. Der langjährige Chef des Campingplatzes Thalkirchen wird mit seinem Zelt „Bartls Flößerstadl“ auf der Theresienwiese vertreten sein. Im Zelt möchte Klaus Bartl die Geschichte und Bedeutung der Flößerei für München und die Region aufgreifen und die Flößer-Tradition in das Erlebnis Oktoberfest integrieren. Auf der Speisekarte sollen regionale Qualitätsprodukte mit Schwerpunkt auf Bio- und Fairtrade-Zutaten stehen. Das Zelt wird Platz für 398 Gäste bieten (Wirtsbudenstraße 26).

Bodos Cafézelt: Neubau in nachhaltiger Holzbauweise

Für das Oktoberfest 2026 ersetzt Festwirt Otto Lindinger das alte Aluminiumzelt von Bodo’s Cafézelt & Cocktailbar durch ein komplett neues Festzelt in nachhaltiger Holzbauweise – für das Traditionszelt bricht damit eine neue Ära auf der Theresienwiese an. Elegante Rundbögen, eine Galerieebene und ein modernes Lichtkonzept im charakteristischen Bodo’s Rot prägen den Neubau. Bei gleichbleibender Sitzplatzkapazität von 587 Gastplätzen bietet das Zelt spürbar mehr Raumkomfort für den einzelnen Gast (Straße 2).

Ein zentrales Highlight bildet die neu gestaltete Galerie: Die legendäre Cocktailbar zieht künftig in den ersten Stock um und wurde dabei vergrößert. Im Außenbereich erweitert ein neuer, überdachter Treffpunkt das Angebot – mit Sitzplätzen, einer Siebträger-Espressobar sowie einer Live-Showbackstube für frisches Schmalzgebäck im Straßenverkauf. Bewährte Traditionen wie das Sortiment an Kaffee und Kuchen, die gepflegte Atmosphäre und das bekannte Musikkonzept bleiben vollständig erhalten.

Wiesn-Aufbau Tag 31 - 29.07.2026 Mittwoch (©Foto: Martin Schmitz)

Bodos – Wiesn-Aufbau Tag 31 – 29.07.2026 Mittwoch (©Foto: Martin Schmitz)

Neues Wirtepaar im Paulaner Festzelt

Christine und Lorenz Stiftl übernehmen nach der Schützenlisl auf der Oidn Wiesn mit dem Paulaner Festzelt als neues Wirtepaar eine der großen Brauereifesthallen auf dem Oktoberfest (Wirtsbudenstraße 59).

Oide Wiesn: Neues Wirtetrio für die Schützenlisl

Michael Bietsch, bis 2025 Betreiber und Wirt der Historischen Kegelbahn auf der Oidn Wiesn, bildet zusammen mit den Geschäftsführern der Münchner Suppenküche, Florian Fendt und Manfred Kneifel, das neue Wirtetrio im Volkssängerzelt Schützenlisl. Der altmünchnerische Charakter des Volkssängerzeltes soll sich nicht groß ändern: So bleibt auch Traudi Siferlinger die musikalische Leiterin. Neue Impulse bei Gastlichkeit, Qualität und Programm sollen das Zelt behutsam weiterentwickeln. Eine Änderung gibt es beim Bier – künftig wird Hacker Pschorr aus dem Holzfass ausgeschenkt (Standort: Oide Wiesn 38).

Neue Betreiberin der Historischen Kegelbahn

Nachdem der bisherige Betreiber der Historischen Kegelbahn 2026 Wirt des Schützenlisl-Festzelts wird, übernimmt Sabine Erhard die Kegelbahn und die integrierte Kugel-Bar (Oide Wiesn 3).

Ausstellung: „Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt“

Die Ausstellung im Museumszelt wird in diesem Jahr um ein neues Kapitel erweitert: die Postkarte vom Oktoberfest als populäres Massenmedium um die Jahrhundertwende. Gezeigt wird die Entwicklung der Jahrmarktsfotografie vom 19. Jahrhundert bis heute. Die Schau verdeutlicht, wie Fotografie als Attraktion und Souvenir entstand und sich technisch weiterentwickelte. Historische Artefakte und fotografische Apparate veranschaulichen die einstigen Praktiken, während sich Besucherinnen und Besucher bei Schausteller Chris Doherty Scherzfotografien im Retro-Look aufnehmen lassen können. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit von Münchner Stadtmuseum und der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.

Zehn Trinkwasserbrunnen auf dem Gelände

Inzwischen gibt es zehn Brunnen mit kostenlosem Trinkwasser auf dem Festgelände. Diese befinden sich unter anderem auf der Oidn Wiesn, an den Toilettenanlagen, am Eingang des Familienplatzls und am Eingang am Esperantoplatz. Zusätzlich gibt es auch einen Brunnen beim Weißbierkarussell der Familie Fahrenschon (Matthias-Pschorr-Straße 6). Neu eröffnet wurden 2025 auch die Trinkwasserbrunnen am St.-Pauls-Platz und bei der neuen Toilettenanlage am U-Bahnhof Theresienwiese.