Für diese Veranstaltung gab es eine „1 mit Stern“. In München wurde zum bereits 14. Mal der „History-Award“ vergeben. Ein Event, bei dem es nicht um Blitzlicht, Champagner und Bussi-Bussi geht. Hier steht der schlaue Nachwuchs im Vordergrund, denn mit diesem Preis zeichnet der TV-Sender „The History Channel“ die Gewinner seines großen Schülerwettbewerbs aus. Am Dienstag war es wieder so weit und der Award wurden in einer von Nina Eichinger moderierten Preisverleihung im Rahmen des „DOK.fest München“ in der „Hochschule für Fernsehen und Film“ (HFF) vergeben.
Das diesjährige Motto „Sei ein Mensch!“ knüpft an die bewegende Botschaft von Moderator und Kommentator Marcel Reif an, die er am 31. Januar 2024 im Deutschen Bundestag verkündete. Gemeinsam mit der Influencerin Melina Hoischen („Miss History“; war Schirmherrin des Awards) und Moderatorin und Jury-Mitglied Nina Eichinger sowie den Schülerinnen und Schülern zählte er als Schirmherr zu den Protagonisten des diesjährigen Awards. Anwesend waren auch Jury-Mitglied Helmut Markwort sowie als weitere Gäste Schauspielerin Michaela May und Rainer Langhans (war in der Vergangenheit Schirmherr des Awards).
In den Filmbeiträgen waren die jungen Menschen eingeladen zu zeigen, was Menschlichkeit für sie bedeutet – im Alltag, in der Gemeinschaft und im Blick in die Geschichte sowie auf die Zukunft. In diesem Jahr war die Beteiligung mit 313 Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen und aus Deutschland und Österreich sowie insgesamt 34 eingereichten Filmprojekten besonders beeindruckend, wie Nina Eichinger bei der Verleihung betonte. „Das Thema heute rückt Menschlichkeit, Menschsein und Zusammenhalt in den Fokus“. Sie gratulierte dann den strahlenden Gewinnern des „History-Award 2026“: Der 1. Platz (dotiert mit 2.000 Euro und gestiftet von „Vodafone“) ging an die Realschule Himmelsthür Hildesheim für den Beitrag „Unsere Entscheidung: Mensch sein“. Der 2. Platz ging an die Wilhelm-Leuschner-Schule Niestetal für den Film „Häftling 1407 – Ein Stolperstein für Moritz Zahnwetzer“. Und Platz 3 holte die Mittelschule Kettenbrücke in Innsbruck für das Projekt „WIR“.

Verleihung des HISTORY-AWARD 2026 in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München im Rahmen des DOK.fest München. Moderation Nina Eichinger, Schirmherrschaft- Marcel Reif und die Influencerin Melina Hoischen („Miss History“) . Foto: Gert Krautbauer/The History Channel
Für Nina Eichinger war es Ehrensache, erneut durch die Verleihung zu führen. Die Mutter eines Sohnes ist seit Anbeginn dabei und für sie ist es eine Herzensangelegenheit, den History-Award zu unterstützen. „Ich fühle mich dem Projekt sehr verbunden und bin mit großer Begeisterung dabei, denn es ist relevanter denn je. In einer Demokratie ist es unerlässlich, über Themen zu sprechen und sich Gedanken zu machen. Der History-Award regt Schüler dazu an, sich selbst einen Kopf zu machen. Die Themen sind breit gefächert, sodass man aus unterschiedlichen Blickwinkeln herangehen kann. Das macht es für uns als Juroren zwar schwerer, aber es ist schön zu sehen, dass sich die Schüler so viele Gedanken machen. Sie haben Spaß daran, einen eigenen Film zu drehen. Es ist Lernen, ohne dass man merkt, dass man lernt. Und das ist großartig.“ Gerade in Zeiten von Handy und KI sei die die Beschäftigung sehr wichtig: „Ich verstehe gar nicht, warum Handys in Deutschland nicht komplett aus dem Unterricht verbannt werden. Ich finde, die haben da nichts zu suchen. Es ist etwas komplett anderes, einen Film zu drehen und eben etwas so Kreatives zu machen.“ Das Motto „Sei ein Mensch!“ liegt ihr auch persönlich am Herzen: „Gerade in der jetzigen Zeit, wo so viel schiefgeht auf so vielen Ebenen… Wir sind alles Menschen und jeder hat wohl dieselben Herzensthemen. Diese Verantwortung und dieses Miteinander sind wichtiger denn je. Daher ist das Thema sehr bedeutend und vor allem auch sehr zeitgemäß.“ Für sie ist die Sichtung der Beiträge jedes Mal ein Gewinn: „Mein absolutes Highlight ist es, im Vorfeld zu sehen, was die Kinder an Beiträgen, ja: raushauen. Das ist unglaublich interessant und ich nehme jedes Mal auch etwas für mich persönlich mit. Ich lerne selbst dazu. Es ist ein bisschen wie ‚Sendung mit der Maus‘ für Erwachsene.“ Auch als Mutter schätzt sie die Wirkung der Projekte: „Ich habe meinen Sohn bei den Beiträgen mitschauen lassen. Wir hatten danach interessante Gespräche über Rassismus, deutsche Geschichte und über eine generelle Verantwortung. Ich fand es schön zu sehen, dass es etwas bei ihm anstößt und er Dinge in Frage gestellt hat. Mein Tipp: Die Top 10 der Filme kann man auf der Website des History-Awards unter www.history-award.de nachschauen. Für jeden Unterricht oder jede Krankheitsvertretung ist das eine wunderbare Schulstunde. Es gibt viel Anregung zum Nachdenken.“
An ihre eigene Schulzeit erinnert sich Nina Eichinger gerne zurück: „Ich hatte großes Glück. In der ersten Klasse habe ich meine besten Freundinnen kennengelernt, wir waren bis zum Abitur zusammen. Es waren unaufgeregte Freundschaften mit wenig Stress und ich habe die Schule als tolle Zeit im Kopf. Im Großen und Ganzen habe ich die Schule geliebt.“ Der Satz „Sei ein Mensch!“ stammt ursprünglich von Marcel Reifs Vater Leon Reif. Gibt es ein Motto, das sie von ihrem Vater Bernd Eichinger übernommen hat? „Bei meinem Vater gab es zwei Sprüche, die mir immer wieder einfallen. Zum einen: ‚Keep your head in the stars and your feet on the ground‘. Also: Behalte deinen Kopf in den Sternen und deine Füße auf dem Boden. Das ist etwas, wonach man leben sollte. Und das zweite war: ‚Angst ist ein schlechter Ratgeber‘. Da hadere ich immer ein bisschen, da ich denke, dass Angst für manches auch gut ist. Aber bei Sachen, wo man mutig sein darf, habe ich das gerne im Kopf.“

Verleihung des HISTORY-AWARD 2026 in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München im Rahmen des DOK.fest München. Moderation Nina Eichinger, Schirmherrschaft- Marcel Reif und die Influencerin Melina Hoischen („Miss History“) . Foto: Gert Krautbauer/The History Channel
Marcel Reif konnte aus Termingründen nicht anwesend sein, grüßte aber per Videobotschaft. Für ihn war es Ehre und Freude zugleich, dass die von ihm vermittelte Botschaft „Sei ein Mensch!“, mit der er bei einer Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus an Mitgefühl, Haltung und Verantwortungsbewusstsein appellierte, nun zum zentralen Thema für den Award wurde. Und so hatte er gerne erstmals die Schirmherrschaft übernommen. „Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler machen deutlich: ‚Sei ein Mensch!‘ ist kein Satz aus der Vergangenheit, sondern ein Auftrag für heute – und sie geben darauf mutige, eigene Antworten. Mich hat tief beeindruckt, wie die Schülerinnen und Schüler das Thema ‚Sei ein Mensch!‘ aufgegriffen haben – persönlich, kreativ und mit einer Klarheit, die zeigt: Menschlichkeit beginnt im eigenen Handeln. In den Videos wird ‚Sei ein Mensch!‘ lebendig – sie zeigen, wie wichtig es ist, nicht wegzusehen, sondern füreinander einzustehen.“
Zu prominenten Schirmherrinnen und Schirmherren des Awards der vergangenen Jahre gehörten bereits Ralph Caspers, Hans-Dietrich Genscher, Charlotte Knobloch, Dr. Auma Obama, Wladimir Kaminer, Cosma Shiva und Eva-Maria Hagen, Wigald Boning und Collien Fernandes. „Der Videowettbewerb, der bereits seit 2005 eine feste Tradition ist und der unter wechselndem Motto ausgeschrieben wird, verfolgt seit Anbeginn das gleiche Ziel, die aktive und kreative Auseinandersetzung mit geschichtlichen und gesellschaftlichen Themen in Form eines Videobeitrags zu fördern – egal ob mit der Profi-Kamera oder dem Smartphone gefilmt wurde“, so Gastgeberin Kathrin Palesch (Managing Director von „Hearst Networks Germany“). „‚Sei ein Mensch!‘ ist ein einfacher Satz, der gerade heute eine große Kraft entfaltet. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen eindrucksvoll, wie wichtig dieses Thema ist – und sie machen Mut, weil sie mit ihren Arbeiten Verantwortung übernehmen und unsere Zukunft aktiv mitgestalten. Der „History-Award“ zeigt immer wieder, wie relevant Geschichte für unser heutiges Zusammenleben ist. Gerade junge Menschen setzen sich intensiv damit auseinander und tragen so dazu bei, den Blick auf unser Miteinander zu schärfen.“

Verleihung des HISTORY-AWARD 2026 in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München im Rahmen des DOK.fest München. Moderation Nina Eichinger, Schirmherrschaft- Marcel Reif und die Influencerin Melina Hoischen („Miss History“) . Foto: Gert Krautbauer/The History Channel
„Ein besonderer Dank gilt allen teilnehmenden Schulen, die mit ihren kreativen und analytischen Ansätzen gezeigt haben, wie lebendig Geschichte sein kann“, so Nina Eichinger. Sie führte nicht nur charmant durchs Programm, sondern verstärkte auch die hochkarätig besetzte Experten-Jury. Dieser gehörten zudem Maya Reichert (DOK.fest und DOK.education), Prof. Dr. Eva Stadler („Hochschule der Medien Stuttgart“), Kathrin Palesch und Sanna Stibitz (beide „Hearst Networks Germany“), Journalist und Medienunternehmer Helmut Markwort sowie der Historiker und Autor Dr. Sascha Priester an. Auch Florian Kraus (Leiter des Referats für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München), Prof. Dr. Johannes Moser (LMU München) und Niko Lamprecht vom „Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V.“ unterstützten die Sichtung der kreativen Beiträge.
Andrea Vodermayr

