Münchens Innenstadt verwandelte sich am Dienstag, den 4. August 2026, wieder in ein farbenfrohes Blütenmeer: Der traditionelle Gärtnerjahrtag zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus nah und fern in die Landeshauptstadt. Rund 5.000 Menschen verfolgten bei sommerlicher Hitze den Festumzug, der mit rund 500 Gärtnerinnen, Gärtnern und Floristinnen und Floristen, prachtvoll geschmückten Pferdekutschen, historischen Traktoren und festlicher Blasmusik durch die Altstadt zog. Insgesamt waren 16 Gruppen, drei Musikkapellen und zwei festlich geschmückte Ehrenkutschen unterwegs und sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre.

Gärtnerjahrtag 2026 am 04.06.2026

Unter den zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft war auch die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, außerdem der Landtagsabgeordnete Nikolaus Kraus, Weihbischof Wolfgang Bischof, Kommunalreferent Edwin Grodeke sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens. Oberbürgermeister Krause, der am Vortag seinen 36. Geburtstag feierte,  musste kurzfristig absagen und nahm in diesem Jahr nicht am Umzug teil.

Gärtnerjahrtag 2026 in München u.a. mit Weihbischof Wolfgang Bischof und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (©Foto: Ingrid Grossmann)

Gärtnerjahrtag 2026 in München u.a. mit Weihbischof Wolfgang Bischof und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (©Foto: Ingrid Grossmann)

Ein Brauch mit über 350 Jahren Geschichte

Der Gärtnerumzug zählt neben dem Schäfflertanz und dem Metzgersprung zu den ältesten lebendigen Traditionen Münchens. Seine Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück: Nach dem Ende der Pest schenkten Münchner Klostergärtner den Menschen Blumen, Obst und Gemüse als Zeichen der Hoffnung. Gleichzeitig legten sie das Gelübde ab, jedes Jahr am ersten Dienstag im August einen Festzug und einen Dankgottesdienst zu Ehren der Schutzheiligen Gertrud von Nivelles zu feiern. Dieses traditionsreiche Versprechen wurde im Jahr 2020 feierlich erneuert.

Festumzug und Festakt im Hofbräuhaus

Der Tag begann um 9.30 Uhr mit der musikalisch begleiteten Zugaufstellung am Viktualienmarkt. Von dort führte der Weg über die Frauenstraße und die Blumenstraße, bevor sich der Festumzug ab 10.30 Uhr über die Corneliusstraße, die Prälat-Zistl-Straße und den Viktualienmarkt zum Marienplatz und weiter zum Alten Peter bewegte, wo um 11.30 Uhr der Festgottesdienst in St. Peter stattfand.

Im Anschluss zog der Umzug gegen 12.15 Uhr über den Rindermarkt, den Rosental, den Viktualienmarkt und den Marienplatz weiter über die Dienerstraße, den Hofgraben, die Pfisterstraße und die Sparkassenstraße bis zum Hofbräuhaus am Platzl. Veranstaltet vom Gärtner-Verein München, klang der Tag dort traditionell bei einem Festakt mit Musik und Tanz gemütlich aus, der von etwa 13.15 bis 15 Uhr im Saal im ersten Stock stattfand.

Vielfältige Teilnehmer des Festumzuges

Mit dabei waren unter anderem der Gärtner-Verein München, der Neue Blumengroßmarkt München sowie zahlreiche Gartenbauvereine und Gärtnereien aus München und Oberbayern. Auch die Bayerische Honigkönigin Elena Eberl mit der Bayerischen Honigprinzessin Anja Bürzer sowie viele weitere Vertreter des Gartenbaus zogen mit. Für die musikalische Begleitung sorgten die Musikkapelle Odelzhausen, die Musikkapelle Unterbrunner und der Musikverein Grafrath-Kottgeisering e. V.

Gärtnerjahrtag 2026 (©Foto: Ingrid Grossmann)

Gärtnerjahrtag 2026 (©Foto: Ingrid Grossmann)

Kaniber würdigt die Zukunftskraft des Gartenbaus

Im Nachgang zum Gärtnerjahrtag würdigte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in einer Pressemitteilung die Bedeutung des bayerischen Gartenbaus für Tradition und Zukunft gleichermaßen. „Der Gärtnerjahrtag führt uns eindrucksvoll vor Augen: Tradition ist kein Blick zurück. Tradition ist Rückenwind und gibt uns Kraft für die Zukunft. Unsere Gärtnerinnen und Gärtner bewahren nicht nur ein jahrhundertealtes Handwerk. Sie packen an, übernehmen Verantwortung und gestalten Tag für Tag die Zukunft unserer Heimat mit„, sagte Kaniber.

Die Ministerin hob hervor, dass nicht nur die gärtnerischen Produktionsbetriebe Bayern grüner und lebenswerter machten, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger mit ihren eigenen Gärten einen wichtigen Beitrag leisteten. Sie bauten Obst und Gemüse an, versorgten sich mit frischen Lebensmitteln und schafften gleichzeitig wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Ihre Gärten förderten die Artenvielfalt, speicherten Wasser und kühlten die Städte und Gemeinden an heißen Tagen, so Kaniber weiter. Rund zwei Millionen Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner pflegten im Freistaat Gärten, Streuobstwiesen und Grünflächen, förderten die Artenvielfalt und vermittelten Wissen über nachhaltiges Gärtnern an andere weiter. Dem Gartenbau mit seinen Schwerpunkten Produktion und Dienstleistung komme heute ein unverzichtbarer Teil der Land- und Ernährungswirtschaft zu, erklärte die Ministerin.

Gärtnerjahrtag 2026 in München (©Foto: Martin Schmitz)

Gärtnerjahrtag 2026 in München (©Foto: Martin Schmitz)

Er versorge die Menschen im Freistaat mit frischem Obst, Gemüse, Pilzen sowie Heil- und Gewürzpflanzen, schaffe mit Stauden, Zierpflanzen und Gehölzen Lebensqualität und fördere die Artenvielfalt. Auch der Garten- und Landschaftsbau leiste Entscheidendes, indem er die blau-grüne Infrastruktur der Städte und Gemeinden gestalte, Wohlfühloasen im unmittelbaren Lebensumfeld schaffe und Bayern dabei helfe, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Gerade in Zeiten globaler Krisen, unsicherer Lieferketten und zunehmender Klimaextreme zeigt sich: Unser heimischer Gartenbau ist systemrelevant. Er sichert Versorgung, stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und macht unsere Heimat widerstandsfähiger„, erklärte Kaniber. Deswegen appellierte die Ministerin an alle Verbraucherinnen und Verbraucher, öfter zu regionalen Produkten zu greifen.

Mit jedem Einkauf bei den heimischen Betrieben werde auch der Gartenbau vor Ort gestärkt, würden Arbeitsplätze gesichert und Wertschöpfung in Bayern gehalten. Regional einzukaufen sei keine Kleinigkeit, sondern ein klares Bekenntnis zu Qualität, Heimat und Versorgungssicherheit.

Gärtnerjahrtag 2026 - Aufstellung am Viktualienmarkt (©Foto: Martin Schmitz)

Gärtnerjahrtag 2026 – Aufstellung am Viktualienmarkt (©Foto: Martin Schmitz)