Als Inhaber Pham im Frühjahr 2021 sein Restaurant Aimy in der Brünner Straße 10 eröffnete, war die Welt noch eine andere. München war im Lockdown, die Gastronomie am Boden – und trotzdem wagte er den Schritt. Fünf Jahre später ist das Aimy längst etabliert, die Stammgäste sind treu, und zum Jubiläum wird es richtig lebendig.

Wer das Restaurant sucht, verlässt am besten den Odeonsplatz in Richtung Westen: Ein paar Schritte die Brienner Straße entlang, dann öffnet sich der Innenhof des Arco Palais. Hier, im Schatten des historischen Gebäudes, liegt die Terrasse des Aimy – einer der schöneren Orte, die München im Sommer zu bieten hat. Begrunt, ruhig, weit weg vom Trubel der Innenstadt, obwohl man nur wenige Schritte entfernt ist.

Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)
Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)

Sommer, Sounds und Live-Musik

Mit Mitte Mai hat das Aimy das Sommerprogramm hochgefahren. Freitags und samstags legt ein DJ auf der Außenterrasse auf – je nach Veranstaltungsformat ab 19, 20 oder 22 Uhr. Bei schlechtem Wetter zieht die Musik nach drinnen um, das Programm bleibt. Nach Pfingsten kommt eine zusätzliche Dimension dazu: Wöchentlich wechselnde Livekünstler spielen Saxophon, Violine oder Gesang – Auftritte, die das Abendessen in ein kleines Konzert verwandeln, ohne es zum Event zu überfrachten.

Das Konzept passt zum Gesamtcharakter des Hauses: anspruchsvoll, aber nicht steif. Das Aimy will beides sein – gutes Restaurant und Ort zum Verweilen.

Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)
Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)

Asien als Inspiration, München als Bühne

Die Küche des Aimy lässt sich nicht auf eine einzige Region festnageln. Inhaber Pham reist regelmäßig durch Asien – Thailand, Vietnam, Laos – und bringt von jeder Reise neue Eindrücke mit. Auch Dubai fließt ein. Was daraus entsteht, ist keine länderspezifische Küche, sondern ein Fusion-Konzept, das südostasiatische Aromen mit europäischer Handwerkspräzision verbindet.

Das Sommermenü 2026 zeigt diesen Anspruch in mehreren Gängen.

Vorspeisen

Den Auftakt bilden frische Austern und ein Jakobsmuschel-Carpaccio, das mit Wildkräutern und frischem Trüffel serviert wird. Etwas kräftiger, aber ebenso präzise: Crab Cakes auf einem Avocado-Quinoa-Bett, begleitet von einem Som Tam, dem klassischen thailändischen Papayasalat. Säure, Frische, Textur – ein gelungener Einstieg.

Zwischengang

Hausgemachte Dumplings, gefüllt mit Jakobsmuscheln, in einer Weißweinsauce, verfeinert mit Trüffeln. Der Gang brückt zwischen Ost und West, ohne sich für eine Seite zu entscheiden – und das ist genau der Punkt.

Hauptgänge

Gegrillter Oktopus auf Papaya, kombiniert mit einem Ingwer-Kurkuma-Kartoffelschaum und einer leicht süßlichen thailändischen Nuss-Salsa. Die knusprige Textur der Salsa ist das entscheidende Element – sie hebt den Gang aus dem Vertrauten heraus.

Als Fleischgang: US-Rinderrippen (Short Ribs), 24 Stunden im Ofen geschmort, kurz angegrillt, mit Miso mariniert. Dazu eine thailändische Beef Jus und Kartoffeln. Ein Gericht, das Zeit und Technik verrät.

Den Abschluss macht eine gehobene Variante des Pad Thai – mit Hummersauce verfeinert, durch Black Tiger Garnelen (Wildfang) ergänzt und nach Tradition mit frischen Erdnüssen vollendet. Ein Klassiker, neu erzählt.

Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)
Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)
Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)
Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)

Die Bar: Eigene Handschrift

Die Cocktailkarte des Aimy folgt derselben Logik wie die Küche: klare Handschrift, überraschende Zutaten, keine Beliebigkeit. Drei Eigenkreationen stehen für den Stil des Hauses.

Mias Minga

Der Bestseller des Hauses. Szechuan-Pfeffer, frischer Grapefruitsaft, Litschisaft – geschüttelt und im Glas mit Champagner Louis Roederer Collection 242 aufgegossen. Komplex, frisch, irgendwie München.

Gin Shiso Smash

Shiso-Blätter (japanische Minze), Apfelsaft, Zitrone, Zitronenzeste. Kräuterig und klar – ein Sommerdrink, der auch im Winter überzeugt.

Pampel Spritz / Pampel Sour

Grapefruit-Basis, ein Schuss Gin, mit Prosecco aufgegossen. Die hauseigene Antwort auf den Aperol Spritz – aromatischer, frischer, eigenständiger. Wer einmal umgestiegen ist, kommt selten zurück.

Zur Weinbegleitung des Abends: ein weißer Chardonnay „Piemont“ vom Weingut Klaus Gundel – trocken, elegant, gut abgestimmt auf die vielschichtigen Aromen des Menüs.

Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)
Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)

Adresse & Anfahrt

Restaurant Aimy · Brienner Straße 10 (Arco Palais) · 80333 München

Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)
Eröffnung der Terrasse des AIMY in der Briennerstraße (©Foto: Martin Schmitz)

Mit der MVG

U3 / U4 / U5 / U6 Odeonsplatz – ca. 5 Minuten Fußweg westlich entlang der Brienner Straße

U2 / U8 Königsplatz / Theresienstraße – ca. 5–7 Minuten Fußweg von Westen

Tram 28 / Bus 100 Karolinenplatz – ca. 2 Minuten Fußweg, nächste Haltestelle