Wenn sich am letzten Juliwochenende die Tore des Passionstheaters in Oberammergau öffnen, gehört die weltberühmte Freilichtbühne wieder ganz der Musik: Am Freitag, 31. Juli, und Samstag, 1. August 2026 findet dort das Heimatsound Festival statt. Seit 2013 versammelt das vom Bayerischen Rundfunk mitgeprägte Festival die spannendsten Stimmen der zeitgenössischen Musikszene aus Bayern und dem Alpenraum – und ist längst zu einem der stimmungsvollsten Festivaltermine im Münchner Umland geworden.

Was das Heimatsound Festival so besonders macht

Der Name führt bewusst in die Irre, wer dabei an klassische Volksmusik denkt: „Heimatsound“ steht für eine moderne Musikbewegung, die sich zwar auf ihre Region bezieht und gerne im Dialekt singt, dabei aber Pop, Folk, Indie, Hip-Hop und Elektronik selbstverständlich miteinander verbindet. Genau diese Mischung aus bekannten Namen und Newcomern, aus bayerischem Rap und feinem Songwriting, macht den Reiz des Festivals aus.

Dazu kommt ein Spielort, der seinesgleichen sucht: Das teilüberdachte Passionstheater, sonst Schauplatz der weltberühmten Passionsspiele, verwandelt sich für zwei Tage und Nächte in eine Konzertarena vor der Bergkulisse der Ammergauer Alpen. Die Bestuhlung wird dafür ausgebaut, die Akustik des Hauses sorgt zusammen mit dem halboffenen Dach für Konzertmomente mit Gänsehautgarantie – bei jedem Wetter.

Das Line-up am Freitag, 31. Juli 2026

Den Auftakt macht am Freitag die Münchner Rapperin und Wortkünstlerin FIVA, die seit Jahren zu den prägenden Stimmen der Szene gehört. Mit dabei sind außerdem The Magic Mumble Jumble mit ihrem bunten Feelgood-Folk, die Band Falschgeld, Lusterboden, Loisach Marci mit seiner unverwechselbaren Verbindung aus alpenländischer Tradition und modernen Beats sowie Encantada.

Das Line-up am Samstag, 1. August 2026

Der Samstag steht ganz im Zeichen großer Namen der Heimatsound-Bewegung: Dreiviertelblut um Sebastian Horn und Gerd Baumann bringen ihren dunkel-poetischen Bairisch-Folk auf die Bühne, die österreichische Singer-Songwriterin AVEC ihre gefühlvollen Popsongs. Dazu kommen Bruckner, DIS M, Lenze & de Buam, Fättes B und die Banda Comunale – ein Programm, das die ganze Bandbreite des Festivals abbildet, vom Dialektrock bis zur Blasmusik mit Weltmusik-Einschlag.

Tickets, Anreise und Übernachtung

Das Passionstheater bietet rund 2.000 Plätze, und erfahrungsgemäß sind die Festivaltage schnell ausverkauft. Alle Informationen zu Tickets, zum genauen Ablauf sowie zum festivaleigenen Camping finden Sie auf der offiziellen Website unter passionstheater.de.

Wer das Festivalwochenende verlängern möchte, findet in Oberammergau und den Ammergauer Alpen ein ideales Ziel für einen Kurzurlaub: Das Dorf mit seinen Lüftlmalerei-Fassaden und der Holzschnitztradition liegt mitten im Naturpark, umgeben von Almen und Wanderwegen rund um den Hausberg Kofel.

Von München aus ist Oberammergau in gut anderthalb Stunden erreichbar – und gerade jetzt zum Auftakt der Sommerferien, wenn sich die Ausflügler Richtung Garmisch stauen, ist die Bahn eine entspannte Alternative zum Auto: Die Werdenfelsbahn fährt stündlich ab München Hauptbahnhof, die schnellsten Verbindungen erreichen Murnau in knapp 50 Minuten, dort besteht Anschluss mit der Regionalbahn RB 63 direkt nach Oberammergau.

Praktischer Nebeneffekt: Wer mit dem Zug anreist, muss sich nach dem Festivalabend auch keine Gedanken um die Rückfahrt hinterm Steuer machen. Die große Sommerbaustelle auf der Strecke wurde übrigens rechtzeitig vor dem Festivalwochenende abgeschlossen, ein Blick in die aktuelle Fahrplanauskunft kurz vor der Fahrt empfiehlt sich dennoch.

Wer keine Karten mehr bekommt, muss übrigens nicht ganz verzichten: Bayern 2 und das BR Fernsehen übertragen traditionell zahlreiche Konzerte des Festivals live beziehungsweise im Stream.