Das Oktoberfest 2026 bringt einige organisatorische Neuerungen mit sich, die den Besuch auf der Theresienwiese noch angenehmer machen sollen. Vom neuen Standort des Fundbüros über eine moderne Besucherlenkung bis hin zu einem deutlich erweiterten Angebot für Menschen mit Beeinträchtigungen – die Stadt München hat für die Wiesn vom 19. September bis 4. Oktober an vielen Stellschrauben gedreht.
Fundbüro jetzt im Deutschen Museum Verkehrszentrum
Das Fundbüro auf der Wiesn ist umgezogen: Weil seine bisherigen Flächen im Servicezentrum für die vergrößerte Sicherheitszentrale benötigt werden, ist es laut Wiesnchef Dr. Christian Scharpf vorübergehend im Deutschen Museum Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe untergebracht. Dort können künftig die Fundstücke abgeholt werden. Der Eingang befindet sich rechts neben dem Haupteingang des Museums, fußläufig zum Festgelände. Geöffnet ist das Fundbüro täglich von 13 bis 20 Uhr. Fundstücke aus Zelten, Fahrgeschäften oder vom Gelände werden frühestens am Tag nach dem Auffinden abgeliefert. Es empfiehlt sich daher, ein bis zwei Tage abzuwarten, bevor das Fundbüro aufgesucht wird.
Moderne Besucherlenkung im Servicezentrum
Die Flächen des bisherigen Fundbüros im Servicezentrum hat das Kreisverwaltungsreferat für die neugeschaffene Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellt. Hier und im Sicherheitsraum wird künftig ein modernes Beobachtungsmanagement sowie die Steuerung der Besucherströme stattfinden und für den Informationsfluss zwischen allen beteiligten Sicherheitsbehörden und der Veranstaltungsorganisation gesorgt. Erstmals kommen dabei eigene Kameras der Festleitung mit KI-unterstützter Heatmap-Technologie zum Einsatz, um die Besucherströme gezielter zu steuern und auf Ansammlungen frühzeitig zu reagieren, wie Wiesnchef Dr. Christian Scharpf erläutert.
Die vergrößerte Sicherheitszentrale ermöglicht zudem professionelle Durchsagen durch einen Crowdspotter. Mit diesen Maßnahmen wird sichergestellt, dass Überfüllungssituationen rechtzeitig erkannt und aufgelöst werden. Das bewährte Sicherheitskonzept aus Sperrring, Taschenkontrollen und Metalldetektoren bleibt daneben bestehen.
Zur Optimierung der Auslastung setzt die Festleitung außerdem auf eine Kooperation mit Google, um Kapazitäten auf dem Festgelände und in den Zelten in Echtzeit abrufbar zu machen. Gäste aus dem In- und Ausland werden dazu angehalten, vermehrt auf Werktage und Mittagszeiten auszuweichen.
Die Stadt hat darüber hinaus die Kampagne „How to Wiesn“ entwickelt, die bereits im Mai 2026 gestartet ist. Die Botschaften an die Gäste sind dabei klar: Während der Woche ist es am schönsten auf dem Oktoberfest, statt Warteschlangen vor den Zelten zu bilden, lohnt ein Besuch der Schaustellerstraße oder der Oidn Wiesn – und die Wiesn hat nicht nur einen Eingang.
Ausweitung der Musikzeiten
Den großen Festzelten wird 2026 erstmals gestattet, mit Ausnahme des Eröffnungstags, wochentags schon ab 11 Uhr und an den Wochenenden ab 10 Uhr Musik zu spielen. Bis 12 Uhr darf jedoch nur traditionelle Blasmusik gespielt werden. Auch diese Maßnahme soll die Besucherströme entzerren.
Bargeldlos zahlen
Jedes Jahr wächst die Zahl der Betriebe und Fahrgeschäfte, bei denen die Gäste bargeldlos bezahlen können. Mittlerweile bieten gut die Hälfte aller Stände und Attraktionen Kartenzahlung an.
„Hidden Disabilities Sunflower“-Initiative
Ziel der Sunflower-Initiative ist es, für Menschen mit unsichtbaren Einschränkungen, wie Autismus, Angststörungen, chronischen Erkrankungen, Hörbeeinträchtigungen oder kognitiven Beeinträchtigungen, im Alltag mehr Sichtbarkeit, Verständnis und Unterstützung zu schaffen. Das international etablierte Zeichen, eine gelbe Sonnenblume auf grünem Grund, signalisiert, dass Betroffene möglicherweise zusätzliche Hilfe benötigen.
Die Schlüsselbänder sind an der Tourist Information am Marienplatz sowie dieses Jahr zum ersten Mal an den offiziellen Infoständen der Stadt auf dem Festgelände und im Museumszelt auf der Oidn Wiesn erhältlich. Die Mitarbeitenden von München Tourismus wurden speziell geschult. Zusätzlich wurden das Sicherheitspersonal auf dem Gelände, der Sanitätsdienst und die Polizei informiert, ebenso alle Wirtinnen und Wirte, Schaustellerinnen und Schausteller sowie Beschickerinnen und Beschicker mit der Bitte, auch ihr Personal zu sensibilisieren.
Rollstühle online reservieren
Rollstühle können ab sofort auch online reserviert werden. Die Gepäckaufbewahrungen an den Eingängen Hans-Fischer-Straße am Südteil der Theresienwiese (G 10) und in der Nähe des Haupteingangs (G 1) stellen für mobilitätseingeschränkte Gäste jeweils zwei Rollstühle gegen einen Lichtbildausweis als Pfand kostenlos zur Verfügung. Die Rollstühle können online unter gepaeckannahme.de sowie telefonisch unter +49 176 43831566 gebucht werden. Auf der Webseite lässt sich auch die Verfügbarkeit für den gewünschten Termin überprüfen.
Barrierefreies Festgelände wächst weiter
Der Veranstalter, das Referat für Arbeit und Wirtschaft, setzt den sukzessiven barrierefreien Ausbau der Feststraßen konsequent fort: Nach Straße 1 (2024) sowie den Straßen 2 und 3 (2025) wurde heuer Straße 4 entsprechend umgestaltet und zeitgleich die Infrastruktur modernisiert.
UNESCO: Schaustellerkultur als Immaterielles Kulturerbe
Die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland wurde 2026 in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Sie steht für das Zusammenspiel von Fahrgeschäften, Spielangeboten und mobiler Gastronomie, das auch das Oktoberfest prägt. Die Beschickerinnen und Beschicker verbinden traditionelles Handwerk, technisches Know-how und gelebte Familientraditionen und machen die Volksfeste zu lebendigen Orten der Begegnung, Unterhaltung und Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen.

