Während in vielen Münchner Stadtteilen Feuerwehrkräne die schwere Arbeit übernehmen, geht es im Augustiner Keller an der Arnulfstraße 52 noch so wie früher: „Bei uns wird der Maibaum noch von Hand aufgestellt“ – so die Devise des traditionsreichen Biergartens in der Maxvorstadt.

Maibaum aufstellen im Augustiner Keller - noch von Hand (©Foto: Martin Schmitz)

Dafür verantwortlich sind in diesem Jahr die Unterbrunner Burschen aus dem Würmtal. Da die Unterbrunner in ihrer Heimat dieses Jahr keinen eigenen Baum aufstellen, helfen die Burschen am 1. Mai den Augustinern in der Stadt beim Aufstellen aus – ein Zeichen echter Kameradschaft und gelebten Brauchtums.

Mit etwas Verzögerung startete das Spektakel gegen 10.30 Uhr – eingeleitet von einem kleinen Einzug: Die Burschen holten den Baum feierlich aus seinem Versteck im hinteren Teil des weitläufigen Biergartens und brachten ihn zum vorbereiteten Aufstellplatz. Ein Moment, der die Vorfreude der Zuschauer spürbar steigen ließ.

Das Aufstellen per Hand – in Bayern mit langen Schwaibalan-Stangen – ist handwerkliche Schwerstarbeit. Bis zu acht Meter lange Stangen werden dabei eingesetzt, um den schweren Stamm Zentimeter für Zentimeter in die Senkrechte zu wuchten. Was heute wie eine Attraktion wirkt, war früher schlicht das einzige Mittel – und genau darin liegt der besondere Reiz.

Gleich geht's los: Maibaum Aufstellen im Augustiner Keller am 01. Mai 2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Die Kulisse hätte besser kaum sein können: Frühlingssonne, Temperaturen die im Laufe des Vormittags die 20-Grad-Marke ansteuerten, und dazu mehr als 100 Kastanien, die den Biergarten in ein sattes Grün tauchten. Stammtischler, die eigentlich nur auf ihre Maß gewartet hatten, und neugierige Besucher standen Seite an Seite – Handys und Kameras im Anschlag – und verfolgten gebannt, wie der Baum langsam in den bayerischen Frühlingshimmel wuchs.