O’zapft is – zumindest schon mal in modischer Hinsicht! Ein Hauch von Oktoberfest wehte am Morgen des 15.07.2026 bereits durch die Münchner Maffeistraße. Das Traditionshaus „Lodenfrey“ hatte zum traditionellen und heiß ersehnten „Trachtenfrühstück“ geladen, um die neuesten Trends für die Wiesn-Saison 2026 zu präsentieren.
Die feine Society und die Fashion-Crowd trafen sich auf Einladung von Markus Höhn (geschäftsführender Gesellschafter „Lodenfrey“) in der dritten Etage des Mode-Imperiums, um bei prickelndem Champagner, ofenfrischen Brezen und feinen Weißwürsten die absoluten Must-haves für das größte Volksfest der Welt zu begutachten.
Beim Talk mit Moderatorin und Fashion-Profi Rabea Schif gaben Gabriele Hammerschick (Senior Buyer Damentracht bei „Lodenfrey“) und Johann Maurer (verantwortlich für die Herrentracht) spannende Einblicke, worin die Damen und Herren in diesem Jahr glänzen werden.
„Bei den Damen liegen vor allem Rottöne im Trend, insbesondere Bordeaux, aber auch warme Brauntöne“, so Gabriele Hammerschick. Unabhängig von der Dirndlfarbe gilt, und das war eine der wichtigsten Botschaften des Vormittags: Weg vom Chi-Chi, back to the roots! Dieser Trend setzt sich auch 2026 konsequent fort.
Weniger ist mehr: „Bitte nicht zu viel“, so der Appell von Hammerschick. „Klarheit, Natürlichkeit und die aufwändige Verzierung mit kostbaren handwerklichen Details prägen die Dirndl in der Saison 2026“, betonte sie. „Bei den aktuellen Dirndlkollektionen rückt das Handwerkliche mehr und mehr in den Vordergrund, was ich persönlich sehr schön und wichtig finde. Froschmäulchen oder Herz-, Plissee- und Muschelrüschen sind kleine Kunstwerke, die nur von erfahrenen Näherinnen per Hand und nicht maschinell hergestellt werden können. Dadurch und durch die Verwendung hochwertiger Naturfasern erhält das Mieder eine einzigartige, ebenso traditionelle wie auch exklusive Optik.“
Ein absolutes Highlight im Rahmen des Talks war die Präsentation des neuen Lodenfrey-Wiesndirndl, das in vielen edlen Farben und in zwei Längen erhältlich ist. „Unser diesjähriges Wiesndirndl folgt dem Farbtrend mit Schokoladenbraun bis Mokka, Mohnrot bis Bordeaux, edlem Salbei bis Tannengrün und Eisblau bis Navy. Die Mieder sind aus feinstem Leinen oder Samt gearbeitet, teilweise mit handgenähten Herzrüschen verziert und überraschen im Rücken mit einer edlen Signature-Stickerei in Form einer Taube und einer Blüte. Die Baumwolle für die zart und floral gemusterten Bahnenröcke wird exklusiv in Österreich von einer kleinen Manufaktur bedruckt. Darüber hinaus ist auch ein monochromes Modell ganz aus Leinen erhältlich. Die Fertigung aller Dirndl erfolgt in Europa. Angeboten wird das Wiesndirndl in den aktuell angesagten Rocklängen 70 cm und 80 cm“, schwärmte Gabriele Hammerschick.
Neben der hauseigenen Linie sind zahlreiche namhafte Designer-Labels in der Trachtenabteilung vertreten, darunter u.a. Giacomelli Trachten, Gottseidank, Heimatglück, Kinga Mathe, Meindl, Susanne Spatt oder Tostmann. Für den großen Auftritt darf es auch mal eine couturige Tracht von Talbot Runhof sein. Erstmals gibt es auch eine Kollektion von Dirndl-Kollektion von Kaschmir-Expertin Antonia Zander, ebenso wie von der bekannten Grafikdesigneirn und Modejournalistin Jasmin Khezri („Irma’s World“). Hip und megatrendy: die Dirndl und Mieder des Labels Annina der in London ansässigen Designerin Annina Pfuel,die It-Girls bereits rund um den Globus tragen.
Das Besondere: Die meisten Designer fertigen für Lodenfrey exklusive kleine Capsule-Kollektionen mit Modellen, die es nur hier zu kaufen gibt. Ein echtes Privileg für alle Wiesn-Insider!
Und wie sieht die perfekte Bluse 2026 aus? Hammerschick: „Die Blusen sind in dieser Saison ganz clean aus weißer Baumwolle und weiterhin in vielen Schnittführungen erhältlich: mit Puffarm – der allerdings etwas dezenter als in der vergangenen Saison ausfällt –, Flügelarm, Dreiviertel- oder Langarm, Rundhals, V-Ausschnitt oder hochgeschlossen, ganz schlicht oder aufwendig mit Rüschen oder Raffungen. Transparenz sieht man immer noch, meist jedoch in Form eines zarten Baumwoll-Voiles.“
Für den ultimativen modischen Twist im Outfit sorgen die passenden High-Fashion-Accessoires wie Schuhe und Handtaschen. An den Füßen darf es neben eleganten Slingpumps und klassischen Slippern dieses Jahr auch mal ein extrovertierter Cowboyboot sein – für den coolen Bruch im Look! Nicki-Tücher oder Twillys aus gemusterter Seide liegen besonders im Trend, und zwar keineswegs nur für den Hals: Sie werden als individueller Farbtupfer raffiniert in die Schürzenschleife geknotet oder schmücken Handgelenk und Tasche, wie erklärt wurde. Und sie sorgen auch gleich dafür. Neben edlen Trachtenstrickjacken oder klassischen Jankern für die kühleren Abendstunden werden schmeichelnde Dreieckstücher aus Merinowolle oder Kaschmir – wie die ikonischen Triangolos mit Ziegenlederfransen von Designerin Antonia Zander – zunehmend beliebter. Der Vorteil: Man kann sie das ganze Jahr über zu fast jedem Outfit tragen. Und da kommt wieder die Nachhaltigkeit ins Spiel….
Rabea Schif hatte sich für ein Dirndl in Grün entschieden: „Ich komme ursprünglich aus Frankfurt und deswegen ist das für mich hier alles ein bisschen Neuland, auch wenn ich natürlich die Wiesn kenne. Jetzt habe ich tatsächlich meine Liebe zur Tracht entdeckt. Ich war immer ein Lederhosenfan, aber heute versuche ich mich mal mit einem Dirndl. Ich finde klassisch gut, ich persönlich mag aber immer den persönlichen Touch, und trage deswegen heute einen nicht zu klassischen Loafer. Individualität ist immer wichtig, egal was man trägt.“ Sie entlockte den Experten dann auch das ein oder andere Trachten No Go. Johann Maurer musste da nicht lange überlegen: „Ganz klar: Karierte Hemden. Die bleiben besser im Schrank.“ Im Aufwärtstrend: „Das Hemd mit Streifen.“

Johann Maurer, Rabea Schif, Gabriele Hammerschick LODENFREY Trachtenfrühstück, München am 15.07.2026 (c) Foto: BrauerPhotos / Goran Nitschke
Was gilt sonst bei den Herren der Schöpfung ? „Bei den Farben stellt es sich bei den Männern etwas einfacher dar. Die Männer brauchen eben Sicherheit“, so Johann Maurer, Senior Buyer Herrentracht bei „Lodenfrey“ schmunzelnd.
„Und hätte man zu viele Farben, hätte man extrem viele Verfehlungen auf dem Markt. Die beiden Hauptfarbthemen sind Dunkelblau und viel Oliv. Es muss aber der richtige Olivton sein, der weder gelb- noch rotstichig ist. Und dann eben in der der richtigen Kombi mit den Strümpfen und Westen etc. Die Tracht für Herren verändert sich von Saison zu Saison nur in Nuancen. Daher legen wir großen Wert darauf, unseren Kunden ein vielseitiges, authentisches und qualitativ ausgezeichnetes Trachtensortiment zu bieten, damit sie an jedem Stück über Jahre Freude haben. Besonders die Zusammenarbeit mit regionalen Manufakturen liegt uns am Herzen, da sie das Wesen der Tracht verstehen und dazu beitragen, dass das über Generationen weitergegebene Handwerk auch im 21. Jahrhundert erhalten bleibt“, erklärte Johann Maurer.
Das heißt konkret für die Männer: Die Lederhose bleibt von kurzlebigen modischen Strömungen unberührt und ist ein Investment fürs Leben. Wer modisch punkten mag, wählt eine vorwiegend hellere Färbung im klassischen kurzen Schnitt und mit traditionellen Motivstickereien in Blatt- oder Reliefstick. Die neue Wiesnlederhose von Lodenfrey aus hochwertigem Ziegen-Vollleder wird von einem Partner aus Österreich in Europa gefertigt und ist in drei Varianten mit Blattstick in Anthrazit, Grün und Beige sowie in zwei weiteren Versionen mit blauem und grünem Reliefstick erhältlich.

Lara, Lennard, Gabriele Hammerschick, Johann Maurer, Elke-Cecilia Riehl, Ludwig, Luise (Lodenfrey Models) LODENFREY Trachtenfrühstück, München am 15.07.2026 (c) Foto: BrauerPhotos / Goran Nitschke
Ergänzt wird die Kollektion durch ein absolutes Prachtexemplar aus Hirschleder, das sich durch seine Robustheit und seine einzigartige Haptik auszeichnet. Der Großteil der edlen Lederhosen stammt aus dem Traditionshaus „Meindl“, das in München längst als Synonym für die perfekte „Hirschlederne“ gilt. Wer es ganz besonders exklusiv und royal möchte, entscheidet sich für die streng auf 100 Stück limitierte „Residenz-Lederhose“ mit handgestickten Löwen, Ludwig-Ornamenten und echten Silberknöpfen vom legendären Hofgoldschmied Heiden. Kostenpunkt: ab 5.000 Euro.
Als modisches Accessoire dazu erleben eingeknöpfte Hosenträger ein fulminantes Comeback. Gerade von den jüngeren Kunden wird sowohl die gestreifte Variante aus Gummi als auch die klassische Lederversion mit oder ohne Bruststeg verstärkt nachgefragt. Auch das Charivari – früher als Talisman für die Jagd und als Statussymbol getragen – erfreut sich riesiger Beliebtheit. Dank der Vielzahl an Anhängern wie historischen Münzen, Silberfiguren, gefassten Halbedelsteinen oder Jagdtrophäen lässt es sich herrlich individuell gestalten.

Rabea Schif mit Lara, Lennard, Ludwig, Luise (Lodenfrey Models) LODENFREY Trachtenfrühstück, München am 15.07.2026
(c) Foto: BrauerPhotos / Goran Nitschke
Ebenfalls stark im Kommen im Accessoire-Bereich: Der traditionelle Sechser-Trachtenhut aus Hasenhaar in der Farbe Tanne, der das Outfit von Kopf bis Fuß stilvoll vervollständigt. Unifarbene Trachtenkniestrümpfe und Haferlschuhe aus schwarzem Glatt- oder braunem Wildleder runden den maskulinen Look perfekt ab. Alternativ zu den Strümpfen fällt die Wahl der modebewussten Männer immer öfter auf die traditionellen Loferl. Auf eine rundum fesche Wiesn 2026!
Andrea Vodermayr

