Gleich mehrere der renommiertesten Adressen Bayerns kamen Anfang August im Prinz-Ludwig-Palais zusammen, dem Stammhaus des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern in der Türkenstraße. Dort übergab Metro Deutschland als offizieller Guide-MICHELIN-Partner gemeinsam mit dem Verband die begehrten Sterne- und Bib-Gourmand-Plaketten 2026 an die ausgezeichneten Betriebe aus Oberbayern.
Kinderhände überreichen die höchste Auszeichnung der Küche
Für einen besonders herzerwärmenden Programmpunkt sorgten in diesem Jahr die Europa Miniköche. Sechs junge Nachwuchstalente in weißer Kochmontur reichten den anwesenden Spitzenköchinnen und Spitzenköchen persönlich ihre Plaketten. Dr. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des DEHOGA Bayern, brachte die Symbolik in seiner Rede auf den Punkt: Die Auszeichnungen stünden für Können und Leidenschaft, und dass ausgerechnet die Miniköche sie überreichten, sei ein starkes Bild dafür, wie die Spitze der Branche auf ihre eigene Zukunft trifft.
Marco Hürsch, Geschäftsleiter der Metro Brunnthal und nach eigenen Worten „im 40. Lehrjahr bei Metro“ tätig, richtete den Blick bei seiner Ansprache bewusst auf die Menschen hinter den Kulissen. Die Plaketten hingen zwar außen an der Tür, der eigentliche Verdienst gehöre aber den Teams, die Tag für Tag mit Herzblut dahinterstehen. Passend dazu ließ Metro für jeden ausgezeichneten Betrieb kleine, mit den jeweiligen zur Plkette passenden Guide-MICHELIN-Symbolen bedruckte Lebkuchen anfertigen, hübsch mit weißer Schleife verpackt, damit die Wertschätzung direkt im Team ankommt. Pro Küchenchef gab es davon zunächst sechs Stück zum Mitnehmen, wer für sein Team mehr brauchte, dem wurden auf Wunsch weitere nachgeschickt.
Münchens Drei-Sterne-Häuser unter sich
Von den drei Restaurants, die in Oberbayern mit der Höchstwertung von drei Sternen ausgezeichnet sind, nahmen zwei ihre Plakette persönlich entgegen. Jan Hartwig vom Restaurant JAN und Tohru Nakamura von Tohru in der Schreiberei ließen es sich nicht nehmen, vor Ort zu sein, Nakamura sogar mit einer vierköpfigen Delegation aus seinem Team, damit auch die für den Küchenalltag entscheidenden Mitarbeitenden einmal im Rampenlicht stehen durften. Ein drittes oberbayerische Drei-Sterne-Haus, das ES:SENZ im Chiemgauer Grassau, war nicht vor Ort, seine Plakette wartet nun auf eine der kommenden Gelegenheiten, überreicht zu werden. Über das ES:SENZ und seine Küche unter Edip Sigl berichtete ganz-muenchen.de bereits ausführlich.

3 Sterne Plaketten – Verleihung der Guide Michelin 2026 Plaketten an Betriebe aus Oberbayern – Jan Hartwig vom Restaurant JAN (li.) sowie Tohru Nakamura mit Team vom Tohru in der Schreiberei (©Foto: Martin Schmitz)
Zwei Sterne, ein besonderer Moment
Auch bei den Zwei-Sterne-Häusern war einiges an Prominenz aus der Münchner Sterneküche vertreten. Kevin Romes vom Atelier im Bayerischen Hof hielt seine Plakette an diesem Vormittag zum allerersten Mal physisch in Händen, ein kleines, aber schönes Detail, da die eigentliche Bewertung ja schon im Juni verkündet worden war. Direkt im Anschluss an die Feier zog es ihn dann erst einmal in den wohlverdienten Urlaub, wie er im Gespräch verriet.
Für das Tantris Maison Culinaire, das unter Küchendirektor Benjamin Chmura gleich zwei besternte Adressen unter einem Dach verantwortet, nahm Chmura persönlich beide Plaketten entgegen, für das Menürestaurant Tantris mit zwei sowie das à-la-carte-Restaurant Tantris DNA mit einem Stern. Dazu gesellten sich Christoph Kunz vom KOMU , der seine Zwei-Sterne-Plakette ebenfalls persönlich abholten.

Ein Stern für Kevin Romes vom Atelier im Bayerischen Hof Verleihung der Guide Michelin 2026 Plaketten an Betriebe aus Oberbayern (©Foto: Martin Schmitz)
Ein Stern und Bib Gourmand: Die Breite der oberbayerischen Küche
Auch außerhalb der Landeshauptstadt zeigte sich die oberbayerische Sterneküche geschlossen: Aus dem Fünfseenland reiste Maximilian Moser vom Gourmetrestaurant Aubergine (Starnberg) im Hotel Vier Jahreszeiten an, das seit 2014 ununterbrochen den einzigen Michelin-Stern der Region Starnberg-Ammersee hält.

Aus dem Landkreis Dachau kam Sabrina Fenzl vom MIND (Markt Indersdorf) , die an diesem Tag als einzige Frau unter den ausgezeichneten Küchenchefs ihre Plakette entgegennahm: Verleihung der Guide Michelin 2026 Plaketten an Betriebe aus Oberbayern (©Foto: Martin Schmitz)
Einen herzlichen Moment gab es zudem für das Restaurant Epicures im Boutique Hotel Residenz Winkler (Aschau im Chiemgau): Küchenchef Daniel Pape befand sich im Urlaub, weshalb Geschäftsführer Alexander Winkler die Plakette für den Stern entgegennahm.
Aus München selbst nahmen unter anderem Daniel Bodammer vom Schwabinger Restaurant Brothers, das sich die Auszeichnung bereits drei Monate nach der Eröffnung geholt hatte, sowie Florian Berger vom Gabelspiel ihre Plaketten entgegen.
Aus dem Chiemgau reisten außerdem Hannes Fussel vom Gourmet-Restaurant Karner im Landgasthof Karner (Frasdorf), Chefkoch Dominik Wachter von der Wachter Foodbar (Prien am Chiemsee) sowie Chef de Cuisine Rico Birndt vom Restaurant June (Übersee) an zur Plaketten-Übergabe.
Auch die Bib-Gourmand-Betriebe, die für besonders gutes Essen zu fairen Preisen stehen, waren zahlreich vertreten. Vor Ort geehrt wurden Frank Mollenhauer von der Ostiner Stub’n (Gmund am Tegernsee), Olver Lek vom gleichnamigen Restaurant Olver Lek, Florian Rottensteiner und Tim Meier vom mokum (Alter Messeplatz, München), Markus Hilscher vom Hauswald sowie das Team vom Prager.

Alle Ausgezeichneten im Gruppenbild zusammen mit Europa Mini-Köchen : Verleihung der Guide Michelin 2026 Plaketten an Betriebe aus Oberbayern (©Foto: Martin Schmitz)
Die Zahlen hinter dem Fest
Laut offizieller Pressemitteilung des DEHOGA Bayern wurden in Oberbayern insgesamt 15 Bib-Gourmand-Betriebe, 21 Ein-Stern-Restaurants, acht Zwei-Sterne-Häuser sowie drei Drei-Sterne-Restaurants ausgezeichnet. Von diesen rund 47 Betrieben nahmen an diesem Vormittag 25 Spitzenköchinnen und Spitzenköche persönlich ihre Plakette entgegen, ein Zeichen dafür, wie viel Wert die oberbayerische Gastronomieszene dieser gemeinsamen Übergabe beimisst.
Neben der Freude über die Auszeichnungen kamen in den Reden auch berufspolitische Themen zur Sprache, allen voran der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen, für dessen Erhalt sich der Verband nach eigenen Worten weiter einsetzen will. Den Abschluss der inhaltlichen Punkte bildete die Idee eines eigenen Forums für die Spitzen- und Sternegastronomie, mit dem sich die besten Häuser Bayerns künftig noch geschlossener Gehör verschaffen könnten.
Außerdem mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet sind in Oberbayern Schwingshackl ESSKULTUR (Bernried), Solo Du (Bischofswiesen), restaurant|271 (Burghausen), Michaels Leitenberg (Frasdorf), Christian’s Restaurant im Gasthof Grainer (Kirchdorf, Landkreis Mühldorf), Lech-Line (Landsberg), Das Marktrestaurant (Mittenwald), 1804 Hirschau, Les Deux, Mountain Hub Gourmet, Showroom, Sparkling Bistro und der Werneckhof Sigi Schelling (alle München) sowie Restaurant Alexander Huber (München), Haubentaucher und Restaurant Überfahrt (beide Rottach-Egern).
Bei den zwei Sternen komplettieren PUR (Berchtesgaden), IKIGAI (Krün), Alois – Dallmayr Fine Dining (München) und das Gourmetrestaurant Dichter (Rottach-Egern) die oberbayerische Auswahl.
Am Ende blieb vor allem der Eindruck eines Vormittags, an dem sich Spitzenküche und Nachwuchs auf Augenhöhe begegneten, mit einer Portion Lebkuchen-Charme obendrauf.

