Wiesn-Platzkonzert 2026: Gastdirigenten und Blasmusik unter der Bavaria

Die Theresienwiese zeigte sich am mittleren Wiesn-Sonntag, dem 27. September 2026, wieder von ihrer feierlichen Seite. Zum Platzkonzert der Wiesnwirte versammelten sich die Kapellen der Festzelte auf den Stufen unter der Bavaria. Rund 300 Musikerinnen und Musiker spielten bei bestem Wetter vor tausenden Zuschauern bayerische und alpenländische Märsche. Der Bayerische Rundfunk übertrug das Konzert von 11 bis 12 Uhr live, durch die Stunde führte Dominik Glöbl.


Bayernhymne & Luftballons über der Bavaria: Finale des Platzkonzerts der Wiesnwirte 2026

Das Platzkonzert gehört seit 1985 zum Oktoberfest. Ins Leben gerufen hatte es der damalige Wirtesprecher Willy Heide als Hommage an die Blasmusik und als Zeichen für die enge Verbindung zwischen Wirten und Kapellen. Einmal im Jahr verlassen die Musiker dafür ihre Zelte und spielen gemeinsam, und wie jedes Jahr übernahmen Persönlichkeiten aus Stadt und Wiesn-Welt bei einzelnen Stücken den Taktstock.

Platzkonzert am 2. Wiesnsonntag (©Foto: Martin Schmitz)
Platzkonzert am 2. Wiesnsonntag (©Foto: Martin Schmitz)

Kinderpaare auf der Treppe und der erste Wirtekrug

Den Auftakt machte der Von-der-Tann-Marsch unter der Leitung von Manfred Leopold, begleitet von 14 Kinderpaaren, die mit Schildern die Treppe zur Bavaria bevölkerten. Anschließend begrüßte Moderator Glöbl Wiesnwirtesprecher Peter Inselkammer und Wiesn-Chef Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft.

Hatte Scharpf bei seinem Platzkonzert-Debüt im Vorjahr noch selbst zur Klarinette gegriffen, stand er diesmal am Pult und dirigierte den Deutschmeister-Regimentsmarsch, bei dem das Publikum mitsingen durfte. Als Dank überreichte ihm Inselkammer den Wirtekrug.

Wiesnwirtin am Dirigentenpult und Tanz aus dem Chiemgau

Als nächste Gastdirigentin trat Franziska Reichert von der Bräurosl vor die Musiker und leitete den Mussinan-Marsch. Danach gehörte die Bühne dem Trachtenverein Marquartstein-Piesenhausen: Acht Paare tanzten das „Mühlrad“, begleitet von ihrer eigenen kleinen Besetzung mit zwei Ziachharmonikas und einer Posaune.

Preis der Wiesnwirte für Georg Reichlmayr

Einen besonderen Moment bildete die Überreichung des Preises der Wiesnwirte an Georg Reichlmayr, der mit seinen Oktoberfest-Führungen Besuchern die Geschichte des Festes nahebringt. Die Auszeichnung in Form einer Bavaria-Figur übergab der zweite Wiesnwirtesprecher Christian Schottenhamel. Reichlmayr bedankte sich auf musikalische Weise und dirigierte den Laridah-Marsch. Im Anschluss stand Wiesn-Stadträtin Anja Berger am Pult und leitete, wie schon im Vorjahr, den Erzherzog-Albrecht-Marsch.

Alphörner, Knabenchor und Jagdhörner

Von der Wiese links der Bühne erklang anschließend der „Alphornruf“ der Kaltentaler Alphornbläser von der Musikkapelle Frankenhofen, rund ein Dutzend Musiker stark.

Danach zog der Tölzer Knabenchor mit 24 Sängern auf die Bühne. Geschäftsführerin Barbara Schmidt-Garden stellte den Chor im Gespräch vor, bevor die Buben unter der Leitung von Christian Fliegner und mit Akkordeonbegleitung den Tölzer Schützenmarsch sangen.

Mit dem „Jaga Weckruf“ der Jagdhornbläsergruppe Miesbach kam danach noch einmal ein ganz eigener Klang aus dem Oberland auf die Theresienwiese.

Hofbräu-Direktor und KVR-Chefin als Dirigenten

Premiere beim Platzkonzert hatte Dr. Jörg Lehmann, seit Januar 2026 Direktor des Staatlichen Hofbräuhauses. Der promovierte Brauerei-Ingenieur stand zuvor unter anderem an der Spitze der Paulaner Brauerei Gruppe und war Präsident des Deutschen Brauer-Bundes.

Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller hatte sichtlich Spaß an ihrem Dirigat beim Platzkonzert am 2. Wiesnsonntag (©Foto: Martin Schmitz)
Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller hatte sichtlich Spaß an ihrem Dirigat beim Platzkonzert am 2. Wiesnsonntag (©Foto: Martin Schmitz)

Unter der Bavaria dirigierte er „Mein Heimatland„. Danach übernahm Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller, seit 2022 als erste Frau an der Spitze des KVR, das auf der Wiesn für Sicherheit und Ordnung zuständig ist, und leitete den Kaiserjäger-Marsch.

Erstes Platzkonzert für Oberbürgermeister Dominik Krause

Traditionell gehört der Bayerische Defiliermarsch dem Münchner Oberbürgermeister. Für Dominik Krause, seit 1. Mai 2026 im Amt, war es das erste Platzkonzert als Stadtoberhaupt. Gut gelaunt kam er auf die Bühne, nachdem am Vortag bekannt geworden war, dass München als deutscher Olympiabewerber ins Rennen geht. Krause bedankte sich mit den Worten „Ein großes Dankeschön an alle, die die Wiesn zur Wiesn machen“ und wünschte allen eine friedliche zweite Wiesn-Woche, bevor er die Kapellen durch den Defiliermarsch führte. Auch er erhielt von Peter Inselkammer einen Wiesnwirtekrug.

Oberbürgermeister Dominik Krause mit dem Bayerischen Defiliermarsch: Platzkonzert am 2. Wiesnsonntag (©Foto: Martin Schmitz)
Oberbürgermeister Dominik Krause mit dem Bayerischen Defiliermarsch: Platzkonzert am 2. Wiesnsonntag (©Foto: Martin Schmitz)

Bayernhymne und Luftballons zum Ausklang

Zur Verabschiedung versammelten sich alle Wiesnwirte gemeinsam mit den Dirigentinnen und Dirigenten sowie den Tölzer Chorbuben auf der Bühne. Mit der Bayernhymne, gesungen von einer kleinen Abordnung des Knabenchors, und hunderten bunten Luftballons, die in den weiß-blauen Himmel stiegen, endete das Platzkonzert kurz vor 12 Uhr.

Ein bisschen Gänsehaut gehört da für alle Beteiligten einfach dazu, und alle wissen, dass es auch im nächsten Jahr wieder heißen wird: „Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau und erhalte dir die Farben seines Himmels weiß und blau!“

Ein Dirigat beim Platzkonzert ist übrigens neben dem Oberbürgermeister auch dem jeweils amtierenden Wiesn-Stadtrat so gut wie sicher. Ansonsten verteilt sich die Ehre auf Brauereien, Wiesnwirte und Wirtinnen, und verdiente städtische Referatsleiter haben ebenfalls gute Chancen, einmal auf dem Podium unter der Bavaria zu stehen.

Anschließend ging es für viele Besucher direkt in die Zelte und Biergärten, die sich am sonnigen Sonntag des traditionellen Italienerwochenendes schnell füllten.

Weitere Berichte, Termine und Hintergründe zum Fest gibt es im Oktoberfest-Special auf ganz-muenchen.de, der Rückblick auf das Jubiläumskonzert 2025 steht hier.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"