Das Café Theres‘ ist das einzige Zelt auf dem Oktoberfest mit hauseigener Konditorei direkt auf dem Festgelände. Zur Wiesn 2026 gibt es im kleinen Café- und Weinzelt an der Straße 3 hinter der Bräurosl gleich mehrere Neuerungen: Neben Festwirtin Katharina Wiemes steht mit Lena Eckart erstmals eine zweite Frau an der Spitze des Traditionszelts. Dazu kommen ein deutlich vergrößerter Straßenverkauf mit langem Tresen, ein etwas dunkleres und gemütlicheres Interieur, ein Streichquartett zur Mittagszeit und erstmals Matcha auf der Getränkekarte.

Weibliche Doppelspitze: Katharina Wiemes und Lena Eckart

Nach nur einem Jahr hat sich Oliver Wendel vom Augustiner am Platzl, der 2025 an der Seite von Katharina Wiemes als Wirt im Café Theres‘ eingestiegen war, wieder zurückgezogen. Seinen Platz nimmt zur Wiesn 2026 die 23-jährige Lena Eckart ein. Sie stammt aus der Unternehmerfamilie, die hinter dem Werksviertel Mitte am Ostbahnhof steht: Ihr Vater Werner Eckart, Pfanni-Erbe und Werksviertel-Entwickler, unterstützt das kleine Wiesnzelt mit rund 400 Plätzen bereits seit längerem als stiller Teilhaber im Hintergrund.

Lena Eckart hat mehrere Jahre in der Gastronomie des Werksviertels gearbeitet und bringt diese Erfahrung nun auf die Theresienwiese mit. Auch ihre beiden Schwestern Nina und Maja packen heuer im Café Theres‘ mit an. Für Lena Eckart ist es das erste Oktoberfest als Wirtin, und sie hat, wie die tz berichtete, ihre Premiere seit Januar akribisch vorbereitet. Über die Zusammenarbeit mit Katharina Wiemes, die das Zelt in dritter Generation führt, sagt die junge Wirtin, deren große Erfahrung sei für sie eine große Bereicherung.

Der neue Straßenverkauf: Kaffeeduft an der Wiesnstraße

Die auffälligste Veränderung zeigt sich bereits von außen. Wo bislang Sitztische standen, zieht sich jetzt ein langer hölzerner Tresen durch den vorderen Bereich des Zelts, dahinter öffnen sich die Fenster für den neuen, deutlich vergrößerten Straßenverkauf. Auf dem Tresen arbeiten drei Kaffeemaschinen mit je drei Brühgruppen. Die Idee dahinter: Wer über die Wiesn flaniert, soll von einer Wolke aus Kaffeeduft eingefangen werden und stehen bleiben. An jedem Fenster steht außerdem eine Truhe mit Gebäck, darunter Auszogne, Macarons und Törtchen aus der hauseigenen Konditorei.

Beim Kaffee bleibt das Café Theres‘ seinem Partner treu: Ausgeschenkt wird Kaffee der Münchner Rösterei Alrighty Coffee, die selbst im Werksviertel sitzt. Jede Bohne wird nachhaltig und fair bezogen, kleine Kaffeebauern werden unterstützt. Neu ist ein kleiner Kreislauf: Der Kaffeesatz aus dem Zelt wird gesammelt und im Werksviertel kompostiert. Den Espresso gibt es im Café Theres‘ traditionell in kleinen Maßkrügen, den sogenannten Maßpresso, der vor Ort auch käuflich zu erwerben ist. Motto des Zelts: „O’brüht is!“

Cafe Theres (©Foto: Martin Schmitz)

Cafe Theres (©Foto: Martin Schmitz)

Dunklere Farben und mehr Gemütlichkeit im Zelt

Auch im Inneren hat Lena Eckart dem Café Theres‘ ihre eigene Note verliehen. Die Wände und der Zelthimmel sind etwas dunkler gehalten als bisher, das Zelt soll dadurch gemütlicher wirken. Die detailverliebten Wandmalereien, die seit 2023 die Seitenwände schmücken und Münchens schönste Orte im Englischen Garten zitieren, bleiben erhalten.

Sie stammen von der Münchner Künstlerin Silvie Penelope Schmidt und verleihen dem Zelt die Romantik eines Picknicks im grünen München. Inmitten dieser Kulisse nehmen die Gäste auf handgefertigten Holzmöbeln zwischen frischer Blumendeko Platz. Eine praktische Neuerung, die vor allem die weiblichen Gäste freuen dürfte: Statt drei gibt es künftig vier Frauen-WCs.

Erstmals Matcha, alkoholfreier Spritz und ein Streichquartett

Auf der Getränkekarte steht 2026 erstmals Matcha, das Getränk aus zu feinem Pulver vermahlenem grünem Tee. Die Bio-Basis-Variante kostet 8,90 Euro, mit Eis 9,90 Euro und mit Erdbeer-Püree und Eis 10,90 Euro. Auch ein alkoholfreier Spritz (14,90 Euro) ist neu im Angebot, daneben gibt es wie gewohnt Wein und Prosecco. Lena Eckart bezeichnet die Entscheidung für mehr alkoholfreie Auswahl selbst augenzwinkernd als egoistisch, denn manchmal brauche es einfach keinen Alkohol. Bezahlt wird im Café Theres‘ ausschließlich bargeldlos.

Wer sein Getränk in vornehmer Atmosphäre genießen möchte, kommt am besten donnerstags bis sonntags zwischen 10.30 und 13 Uhr vorbei: Dann spielt im Zelt ein Streichquartett.

Cafe Theres mit Frühstücks Etageren und Ois Alrighty! Kaffees (©Foto: Martin Schmitz)

Cafe Theres mit Frühstücks Etageren und Ois Alrighty! Kaffees (©Foto: Martin Schmitz)

Tradition seit 1950: Vom Café Mohrenkopf zum Café Theres‘

Seit 1950 ist das Kaffeezelt auf dem Oktoberfest dabei und befindet sich seither im Besitz der Familie von Katharina Wiemes, die es in dritter Generation führt. Unter dem Namen Café Mohrenkopf war es über Jahrzehnte eine Institution auf der Wiesn. 2022 erhielt das Zelt seinen heutigen Namen: Café Theres‘, als Hommage an die bayerische Königin Therese, die Namensgeberin der Theresienwiese. Auch das beliebte Gebäck bekam damals einen neuen Namen und heißt seither Theresienbusserl.

Das Zelt steht auf einem sehr traditionellen Fleckchen Wiesn: Wo 1810 die Hochzeitsfeier von Ludwig und Therese von Bayern stattfand, steht heute mittendrin das Café Theres‘. Im Café Theres‘ trifft extravagant auf bodenständig, und die Wirtinnen versuchen den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Die Zuckergussfarben bleu, ecru und rosé prägen die Gaststube, das Interieur mit leichter Bestuhlung erinnert an ein Gartencafé. Im hinteren Teil des Zelts gibt es eine Bar, an der auch tagsüber schon fruchtige Cocktails gemixt werden oder ein Prosecco serviert wird.

Frühstück auf der Wiesn: Etageren, Auszogne und belegte Brote

Auch zum Frühstück bietet sich das Café Theres‘ als Treffpunkt an, täglich bis 13 Uhr. Der morgendliche Spaziergang über die Wiesn hat einen besonderen Zauber, und im Café Theres‘ lässt sich der Vormittag köstlich zelebrieren. Seit 2024 gibt es zwei Frühstücks-Etageren, auf denen beste regionale Schmankerl wie saftiger Schinken und verschiedene regionale Käsesorten hübsch angerichtet auf den Tisch kommen, auf Wunsch auch in einer komplett vegetarischen Version.

Das Brot und die Original Münchner Bio Handsemmel bezieht das Café Theres‘ beim Münchner Sauerteig-Experten Julius Brantner. Die süßen Kleinigkeiten auf der Etagere wie die hausgemachte Zimtschnecke werden jeden Tag frisch in der eigenen Konditorei direkt im Wiesnzelt gebacken.

Dazu gehören außerdem die frische große Auszogene mit einer Tasse Kaffee und belegte Brote wie der „Stramme Max“ mit Schinken, Trüffel, Feldsalat und Ei oder die „Fesche Theres“ mit Kürbis, Käse, Pilzen, Feldsalat und Ei. Flammkuchen, Käseplatte und Gulaschsuppe stehen als herzhafte Schmankerln auf der Speisekarte, und die Herstellung der Leckereien lässt sich in der offenen Ofenstube selbst beobachten.

Die einzige Konditorei direkt auf der Wiesn

Um zwei Uhr morgens ist es dunkel auf dem Oktoberfest, bis auf eine Ausnahme: das Fenster der Konditorei im Café Theres‘. Das Licht geht an allen Wiesntagen so früh an, denn die Konditoren backen jeden Tag frisch, direkt auf der Wiesn. Damit ist das Café Theres‘ das einzige Zelt mit eigener Backstube und Konditorei auf dem Oktoberfest-Gelände, eine Tradition, die seit den 1950er Jahren von der Familie Wiemes gepflegt wird. Die Kuchen und Torten, allen voran das Theresienbusserl, werden auch heute noch nach Original-Familienrezepten gebacken. Besonders beliebt sind der ofenwarme Apfelstrudel und der Käsekuchen.

Standort, Reservierung und Öffnungszeiten

Das Café Theres‘ steht auf dem Oktoberfest 2026 an seinem Stammplatz in der Straße 3 hinter der Bräurosl (Pschorr-Bräu). Reservierungen sind unter Tel. (089) 50 22 23 41 möglich (nur während der Wiesn). Weitere Informationen gibt es unter www.cafe-theres.de und auf Instagram unter @cafetheres.

Geöffnet ist das Café Theres‘ Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 9.00 bis 23.00 Uhr sowie Montag bis Freitag von 10.00 bis 23.00 Uhr.

Weitere Informationen zu allen Zelten, Fahrgeschäften und Terminen gibt es im Oktoberfest Special