ARTMUC vom 23. bis 25. Oktober 2026: Internationale Kunst aus mehr als 15 Ländern in München

Seit Freitagabend steht der Münchner Norden wieder im Zeichen der zeitgenössischen Kunst: Die ARTMUC hat in den MTC Supreme Locations an der Ingolstädter Straße ihre Herbstausgabe eröffnet und ist noch bis Sonntag, 25. Oktober 2026, geöffnet. Mehr als 190 jurierte Künstlerinnen und Künstler, Galerien und Kollektive aus über 15 Ländern zeigen an drei Tagen, wie breit gefächert der Kunstmarkt heute ist. Die Veranstalter bezeichnen die 2014 gegründete Messe als Bayerns größtes Kunstevent, im Münchner Kunstherbst ist sie seit Jahren ein fester Termin.

Das Spektrum reicht von Malerei über Skulpturen, Collagen und Fotografie bis zur digitalen Kunst. Die Teilnehmenden kommen unter anderem aus Portugal, der Schweiz, Großbritannien, Österreich, Italien, Frankreich, Belgien und Spanien, dazu aus Übersee, etwa aus Australien, Korea und Brasilien. Gerade diese Mischung macht den Rundgang abwechslungsreich: Neben jungen, noch wenig bekannten Namen stehen Galerien, die bereits auf Messen wie der Art Karlsruhe, der Art Basel Hongkong oder der Art Busan vertreten waren. Dazu zählen die Tableau Gallery aus Seoul, the Gallery Steiner aus Wien und die ARTLAB Gallery aus Ponzano Veneto in Italien.

ARTMUC vom 23. bis 25. Oktober 2026: Internationale Kunst aus mehr als 15 Ländern in München ©Foto: Isabella Kilian
ARTMUC vom 23. bis 25. Oktober 2026: Internationale Kunst aus mehr als 15 Ländern in München ©Foto: Isabella Kilian

Schwerpunkt China: die Sheen Gallery aus Shanghai

Den internationalen Austausch, den die ARTMUC seit einigen Jahren ausbaut, richtet die Messe in diesem Jahr vor allem auf China aus. Nachdem im Mai die chinesische Sammlerin Yan Sun zu Gast war, hat das Team um Veranstalter Raiko Schwalbe nun die junge Sheen Gallery aus Shanghai nach München eingeladen. Die 2025 gegründete Galerie versteht sich als Treffpunkt, an dem östliche Denktraditionen und globale Perspektiven zusammenkommen.

In einer Förderkoje stellt die Galerie vier künstlerische Positionen vor, die sich mit dem Verhältnis zwischen dem Sichtbaren und dem Geistigen beschäftigen. Als Leitgedanken nennt die Galerie einen Satz aus dem I Ging: „Was über der Form steht, ist das Tao; was in der Form ist, ist das Werkzeug.“ Yang Yanlai greift in seiner Serie „Guan Ying“ Motive aus dem chinesischen Buch der Lieder auf und verbindet sie mit Elementen der Volkskunst, Vögel und Wolken fügen sich darin zu Bildern einer ersehnten Idylle. Liu Yingcong stellt mit der Serie „Simulation“ die Wahrnehmung visueller Wirklichkeit auf den Prüfstand, Chen Jiayi wendet sich in „Qi Xie Ying Zhi“ Urmythen und der Erde zu. Wang Chunwei schließlich zeigt Porträts, die über die äußere Erscheinung hinaus nach dem Wesen der Dargestellten fragen.

Münchner Kunstszene mit eigener Förderkoje

Bei aller internationalen Ausrichtung bleibt die ARTMUC eng mit der Stadt verbunden. Die Gesellige Vereinigung Bildender Künstler Münchens e.V. (GVbKM) ist erneut mit einer eigenen Förderkoje vertreten und präsentiert dort Arbeiten ihrer Mitglieder. So begegnen sich auf dem Messegelände Münchner Positionen und Gäste aus aller Welt auf engem Raum.

Ein zentrales Anliegen der Messe ist es, aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne zu bieten. Sie können ihre Werke einem breiten Publikum zeigen und direkt vor Ort verkaufen. Für Besucher bedeutet das: Wer ein Bild oder eine Skulptur entdeckt, die gefällt, kann mit den Kunstschaffenden selbst ins Gespräch kommen, nach Hintergründen fragen und das Werk gleich mitnehmen. Ob man gezielt sammelt oder einfach neugierig durch die Kojen schlendert, bleibt jedem selbst überlassen.

Kunst für einen guten Zweck

Seit ihrer Gründung unterstützt die ARTMUC bei jeder Ausgabe soziale Projekte. Im Herbst 2026 arbeitet sie erneut mit Soroptimist International zusammen, der weltweit größten Organisation berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement, diesmal mit Blick auf die Münchner Akteurinnen. Im Mittelpunkt steht das Projekt „Frauen in der Obdachlosigkeit – Schutz und Hilfe“. Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler stellen dafür Werke zur Verfügung, deren Verkaufserlöse dem Projekt zugutekommen sollen. Zugleich möchte die Messe mehr Aufmerksamkeit für die Lage wohnungsloser Frauen schaffen.

ARTMUC vom 23. bis 25. Oktober 2026: Internationale Kunst aus mehr als 15 Ländern in München ©Foto: Isabella Kilian

Öffnungszeiten, Eintritt und Anfahrt

Die ARTMUC ist am Freitag, 23. Oktober 2026, von 18.30 bis 21.30 Uhr geöffnet, am Samstag, 24. Oktober, von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag, 25. Oktober, von 11 bis 18 Uhr. Die Kasse schließt jeweils 45 Minuten vor Ende der Öffnungszeit. Neu ist in diesem Herbst das Ticket für alle Tage: Erwachsene zahlen einmalig 18 Euro und können damit an jedem der drei Messetage wiederkommen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben freien Eintritt.

Veranstaltungsort sind die MTC Supreme Locations an der Ingolstädter Straße 45-47 in 80807 München. Mit der U2 fährt man bis zur Haltestelle Frankfurter Ring, von dort sind es etwa sieben Minuten zu Fuß in Richtung Ingolstädter Straße. Die Buslinien 140, 141 und 177 halten an der Haltestelle Ingolstädter Straße. Für Autofahrer stehen auf dem Gelände rund 1.000 Parkplätze bereit. Wegen einer Baustelle ist die gewohnte Zufahrt über die Ingolstädter Straße derzeit gesperrt, etwa 100 Meter weiter in Richtung Frankfurter Ring gibt es auf der rechten Seite eine Ersatzeinfahrt, an der Sicherheitspersonal den Weg weist. Alternativ ist das Gelände ohne Probleme über die Taunusstraße erreichbar.

Weitere Informationen gibt es unter www.artmuc.info sowie auf Instagram unter @artmuc.kunstmesse.

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