Im schattigen Biergarten des Seehauses im Englischen Garten hat am Donnerstag, 3. September 2026, die Münchner Vorwiesn-Saison offiziell begonnen. Vor geladenen Festwirten, Medienvertretern und Gästen stellten die Braumeister Christian Dahncke für Paulaner und Max Mirlach für Hacker-Pschorr ihre Festbiere für das Oktoberfest 2026 vor, ehe traditionell die ersten Holzfässer angezapft wurden.
Für die beiden Brauer markiert dieser Termin den Startschuss in die heiße Phase: „Der Termin heute ist rot im Kalender, weil für uns geht’s auch jetzt los, wir sind angekommen in der Vorwiesnzeit“, erklärte Christian Dahncke zur Eröffnung. Neben den persönlichen Verkostungseindrücken lieferten die Brauereien auch die exakten technischen Kennzahlen des Jahrgangs, so dass sich die beiden Wiesnbiere aus dem Hause Paulaner Brauerei Gruppe erstmals direkt vergleichen lassen.

Wiesnbierprobe Hacker-Pschorr und Paulaner im Seehaus am 03.09.2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Paulaner Oktoberfestbier 2026: Sonnengelb, elegant malzbetont und feinherb
Christian Dahncke hob bei seiner Präsentation hervor, dass Tradition keineswegs ins Museum gehöre, sondern sich stets lebendig weiterentwickeln müsse. Gebraut wurde der diesjährige Sud mit Münchner Brauwasser, bayerischer Sommerbraugerste sowie Malzen langjähriger Vertragspartner. Beim Hopfen entschied sich das Team für die Aromasorte „Tradition“ aus der Vorjahresernte, kombiniert mit der hauseigenen untergärigen Reinzuchthefe.
Eine entscheidende Rolle spielt laut Dahncke eine Zutat, die zwar nicht im bayerischen Reinheitsgebot steht, für ihn aber unersetzlich ist: „Das ist die Zutat Zeit. Extrem wichtig, und die nehmen wir uns.“ Nach kalter Gärung lagerte das Bier deshalb vier Wochen lang bei minus einem Grad Celsius. Im Glas präsentiert sich der Sud in sonnig-gelber Farbe mit einem Farbwert von 8 EBC.
Geschmacklich beschreibt der Paulaner-Braumeister das Ergebnis so: „Wir haben ein extrem elegantes Malzaroma dieses Jahr, eine leichte Süße am Anfang, die sich dann aber verliert und die das Bier nie mastig oder aufdringlich wirken lässt, sondern immer eine Leichtigkeit reinbringt.“ Beim zweiten oder dritten Schluck tritt die Hopfung mit einer dezenten Bittere von 22 EBU hinzu. Das Ziel der Rezeptur brachte Dahncke augenzwinkernd auf den Punkt: „Paulaner erkennt man daran, dass man beim ersten Schluck schon Lust auf die zweite Maß hat.“ Die Stammwürze liegt bei 13,6 Prozent, der Alkoholgehalt bei 5,9 Volumenprozent. Ausgeschenkt wird das Festbier auf der Theresienwiese unter anderem im Paulaner Festzelt, in der Armbrustschützen-Festhalle sowie in Käfer’s Wiesn-Schänke.

Hacker-Pschorr Wirte bei der Wiesnbierprobe Hacker-Pschorr und Paulaner im Seehaus am 03.09.2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Hacker-Pschorr Oktoberfestbier 2026: Bernsteinfarben mit kernigem Charakter
Für Hacker-Pschorr knüpfte Max Mirlach, der 2025 die Nachfolge von Rainer Kansy als Braumeister angetreten hat, an die lange Historie der Braustätte an und scherzte in Richtung seines Kollegen: „Zeit passt uns bei Hacker-Pschorr auch. Uns gibt’s seit über 600 Jahren, also wenn ich richtig rechne, 200 Jahre länger als dich.“ Das Festbier 2026 basiert auf Münchner Tiefenwasser, bayerischem Sommergerstenmalz und einer Portion aufwendig gedarrtem Münchner Malz, das für das typische Geschmacksprofil sorgt.
Optisch setzt sich Hacker-Pschorr mit bernsteingoldener Farbe und 11 EBC deutlich ab und ist damit auch heuer wieder das dunkelste der beiden Biere. „Ihr kriegt gleich ein sehr gutes, eingekühltes Bier. Beim ersten Schluck kommt der Charakter wirklich raus vom Malz, in der Nase feine Hopfenaromen“, versprach Mirlach vor dem Anstich. Bei der Hopfung wurden nach mehreren Verkostungsrunden noch feine Nuancen justiert, so dass der Körper trotz kräftiger Malznoten defensiv und ausgewogen bleibt.
Das Ziel ist eine hohe Bekömmlichkeit, oder wie es der Braumeister ausdrückte: „Eine sehr, sehr hohe Drinkability, wie man neudeutsch sagt. Ihr werdet Spaß haben, das Bier zu trinken.“ Mit 13,7 Prozent Stammwürze, 5,9 Volumenprozent Alkohol und einer feinherben Bittere von 24 EBU ist das Bier für lange Festtage konzipiert. Auf der Theresienwiese wird Hacker-Pschorr im Hacker-Festzelt, dem „Himmel der Bayern“, im traditionsreichen Bräurosl-Festzelt sowie in mehreren kleineren Zelten serviert, wie auf der Oidn Wiesn im Schützenlisl Zelt, dessen neuen Wirte jetzt Hacker-Pschorr sogar aus dem Fass zapfen künftig.

Wiesnbierprobe Paulaner und Hacker-Pschorr 2026 im Seehaus (©Foto: Ingrid Grossmann)
Die technischen Daten im direkten Vergleich
Bei der Stammwürze liegen beide Biere eng beieinander: Das Paulaner Oktoberfestbier kommt auf 13,6 Prozent, Hacker-Pschorr mit 13,7 Prozent minimal darüber. Beim Alkoholgehalt bewegen sich beide mit 5,9 Volumenprozent auf identischem Niveau. Deutlich sichtbar sind dagegen die Unterschiede in der Farbe. Paulaner schlägt mit 8 EBC einen helleren, goldgelben Ton an, während Hacker-Pschorr mit 11 EBC die dunklere Bernsteinfarbe zeigt.
Auch in der Bittere gibt sich Hacker-Pschorr mit 24 EBU etwas kerniger als das feiner abgestimmte Paulaner mit 22 EBU. Beide Braumeister zeigten sich bei der gemeinsamen Bierprobe überzeugt, dass ihre Sude die Festzelte bestens auf die 16 Wiesntage vom 19. September bis 4. Oktober 2026 vorbereiten.
SILD Oktoberfest Edition: Paulaner und Lantenhammer verlängern ihre Kooperation
Ergänzend zur Bierprobe wurde im Seehaus die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Paulaner und der Lantenhammer Destillerie aus Hausham am Schliersee vorgestellt. Nach der Premiere im Vorjahr erscheint die SILD Oktoberfest Edition in zweiter Auflage, ein Single Malt Whisky mit 40 Volumenprozent, der nach der Reifung in originalen Holzfässern des Paulaner Oktoberfestbiers veredelt wird.
Für Lantenhammer-Geschäftsführer Thomas Weinberger, der gemeinsam mit Destillatorin Christina Kölbl nach München gekommen war, steht dabei dasselbe im Mittelpunkt wie bei den Brauern: „Tradition ist das, was, glaube ich, für uns am wichtigsten ist.“ Lantenhammer brennt seit knapp 100 Jahren, wie Kölbl erläuterte ganz klassisch und schonend auf Kupferbrennblasen. Es sei ein Glücksfall gewesen, vor einem Jahr die Möglichkeit bekommen zu haben, dem Whisky in einem Wiesnbier-Holzfass ein Finishing zu geben.
Die erste Edition reifte 2025 noch in Salvator-Fässern. Weil damals bereits feststand, dass eine zweite Auflage folgen würde, konnte Lantenhammer im vergangenen Jahr auf Holzfässer zugreifen, die mit dem Original-Oktoberfestbier belegt waren. Das zeigt sich laut Weinberger unmittelbar im Glas: „Wenn du reinriechst, hast du karamellige Noten dort drinnen. Du wirst die Zuckerwatte direkt in der Nase spüren. Und wenn du dann den ersten Schluck nimmst, dann fühlst du dich einfach wie in der Heimat angekommen und wieder dahoam.“

Lantenhammer-Geschäftsführer Thomas Weinberger und Destillatorin Christina Kölbl bei der Wiesnbierprobe Hacker-Pschorr und Paulaner imSeehaus am 03.09.2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Neu ist auch ein komplett überarbeitetes Etikett mit typischen Wiesn-Motiven im Sammlerdesign, dazu liegt jeder Flasche ein „I bin Single Malt Whisky Liebhaber“-Pin bei, der in Kooperation mit Gaudiknopf entstanden ist. Erstmals gibt es die Edition neben der klassischen 0,7-Liter-Flasche auch in einer 0,35-Liter-Variante. Die Auflage ist streng limitiert: Rund 1.600 Flaschen à 0,7 Liter zu 79,95 Euro sowie 600 Flaschen à 0,35 Liter zu 44,90 Euro werden abgefüllt. Die Edition ist bereits im Handel, unter anderem bei Käfer und in den Käfer Outlets, außerdem im ausgewählten Fachhandel, in der Erlebnisdestillerie in Hausham sowie im Online-Shop von Lantenhammer, solange der Vorrat reicht.
Erstmals gibt es die Edition neben der klassischen 0,7-Liter-Flasche auch in einer 0,35-Liter-Variante. Die Auflage ist streng limitiert: Rund 1.600 Flaschen à 0,7 Liter zu 79,95 Euro sowie 600 Flaschen à 0,35 Liter zu 44,90 Euro werden abgefüllt. Die Edition ist bereits im Handel, unter anderem bei Käfer und in den Käfer Outlets, außerdem im ausgewählten Fachhandel, in der Erlebnisdestillerie in Hausham sowie im Online-Shop von Lantenhammer, solange der Vorrat reicht.
Auftakt der Wiesnbierproben
Die Bierprobe von Paulaner und Hacker-Pschorr im Seehaus bildet jedes Jahr den Auftakt der Münchner Wiesnbier-Präsentationen, wie schon der Rückblick auf die Bierprobe 2024 zeigt. Die große Bierprobe mit allen sechs Münchner Wiesnbieren folgt eine Woche später am Donnerstag, 10. September 2026.

