Gedenken am Haupteingang: München erinnerte an die Opfer des Oktoberfest-Attentats

Am Samstagmorgen, dem 26. September 2026, ist es am Haupteingang der Theresienwiese still geworden, eine Stunde bevor sich die Tore des Oktoberfests öffneten. Zum 46. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats von 1980 kamen um 8 Uhr Überlebende, Angehörige sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Stadtgesellschaft zusammen, um der Opfer des rechtsterroristischen Anschlags zu gedenken. Ausgerichtet wurde die Feier von der Landeshauptstadt München gemeinsam mit der DGB-Jugend München, die das Gedenken seit mehr als vier Jahrzehnten organisiert.

München erinnerte an die Opfer des Oktoberfest-Attentats (©Foto: Ingrid Grossmann)
München erinnerte an die Opfer des Oktoberfest-Attentats (©Foto: Ingrid Grossmann)

Erinnerung an einen der schwersten Anschläge der Bundesrepublik

Am Abend des 26. September 1980 explodierte nahe dem Haupteingang des Festgeländes eine in einem Abfallkorb abgelegte Bombe. Zwölf Menschen verloren ihr Leben, mehr als 200 wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Das Oktoberfest-Attentat gilt als der schwerste rechtsterroristische Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Gedenkveranstaltung findet seit jeher genau dort statt, wo sich die Tat ereignete: am Denkmal vor dem Haupteingang am Bavariaring.

Reden von Stadt, Helfern und einem Zeitzeugen

Zur Begrüßung sprach Magdalena Wesselly, Sprecherin des Regionsjugendausschusses der DGB-Jugend München. Es folgten Redebeiträge von Bürgermeisterin Mona Fuchs und von Benedikt Knoche vom Kriseninterventionsteam des Arbeiter-Samariter-Bunds München. Die Hauptrede hielt Ramin Assisi, der am Abend des Anschlags als Ersthelfer vor Ort war und damit eine Perspektive einbrachte, die über Gedenkworte hinausreicht: die eines Menschen, der die Folgen der Tat unmittelbar erlebt hat.

Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Bläserensemble Münchner Petersturmmusik, das den Rahmen der Veranstaltung ruhig und würdig gestaltete.

München erinnerte an die Opfer des Oktoberfest-Attentats (©Foto: Ingrid Grossmann)
München erinnerte an die Opfer des Oktoberfest-Attentats (©Foto: Ingrid Grossmann)

Kranzniederlegung und Durchsage auf dem ganzen Festgelände

Im Anschluss an die Reden wurden am Denkmal Kränze niedergelegt. Gegen 8.45 Uhr war dann auf dem gesamten Oktoberfestgelände eine dreisprachige Durchsage zu hören. Auf Deutsch, Englisch und Italienisch erinnerte sie an die Ereignisse vom 26. September 1980, nannte die Namen der Todesopfer und verwies auf den Erinnerungsort am Haupteingang.

So erreichte das Gedenken auch die Beschäftigten der Wiesn, die zu dieser frühen Stunde bereits auf dem Gelände waren. Um 9 Uhr öffnete das Oktoberfest wie gewohnt seine Tore.

München erinnerte an die Opfer des Oktoberfest-Attentats (©Foto: Ingrid Grossmann)
München erinnerte an die Opfer des Oktoberfest-Attentats (©Foto: Ingrid Grossmann)

Der Erinnerungsort am Haupteingang

Wer das Gedenken nicht miterleben konnte, findet am Haupteingang der Theresienwiese das ganze Jahr über einen Ort zur Information und Besinnung. Seit 2020 dokumentiert der städtische Erinnerungsort „Dokumentation Oktoberfest-Attentat“ dort den Bombenanschlag und seine Auswirkungen auf die Betroffenen. Gerade während der Wiesn, wenn täglich Hunderttausende Gäste an dieser Stelle vorbeigehen, lohnt sich ein kurzer Halt an den Informationstafeln.

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