Arthrose: Wenn jeder Schritt schmerzt
Was moderne Arthrose-Therapie heute leisten kann
Möglichst lange fit, beweglich und selbstständig bleiben – das wünschen sich die meisten Menschen. Doch Arthrose kann genau diese Bewegungsfreiheit zunehmend einschränken. Plötzlich schmerzt das Knie beim Treppensteigen, die Hüfte nach einem längeren Spaziergang oder das Gelenk schon bei alltäglichen Belastungen. Und Arthrose betrifft längst nicht nur ältere Menschen: Auch jüngere Patienten können beispielsweise nach Verletzungen oder aufgrund von Fehlbelastungen frühzeitig Gelenkverschleiß entwickeln.
Die gute Nachricht: Arthrose bedeutet heute nicht automatisch, dass irgendwann nur noch eine Operation oder ein künstliches Gelenk bleibt. Gerade in der konservativen Orthopädie haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.
Warum entsteht Arthrose?
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Arthrose. Schließlich müssen unsere Gelenke über viele Jahrzehnte enorme Belastungen bewältigen. Doch das Alter allein ist nicht entscheidend.
Übergewicht, Bewegungsmangel, Fehlstellungen und Fehlbelastungen, frühere Verletzungen sowie eine familiäre Veranlagung können die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Dabei spielt Bewegung eine besondere Rolle: Gelenkknorpel verfügt über keine eigene Blutversorgung und wird wesentlich über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt. Regelmäßige, richtig dosierte Bewegung ist deshalb für die Gelenkgesundheit besonders wichtig.
Arthrose behandeln: Nicht nur das Gelenk betrachten
„Bei Arthrose reicht es aus meiner Sicht nicht, nur auf das Röntgen- oder MRT-Bild zu schauen“, sagt Caroline Skuhr, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie bei ATOS orthomedis. „Wir müssen verstehen, warum ein Gelenk überlastet wird und welche Faktoren die Beschwerden zusätzlich unterhalten.“
Deshalb setzt die Orthopädin auf einen multimodalen Behandlungsansatz. Entzündliche Prozesse und Schmerzen sollen zunächst so weit reduziert werden, dass Bewegung wieder möglich wird. Gleichzeitig müssen muskuläre Defizite, Fehlstellungen und ungünstige Bewegungsmuster erkannt und gezielt behandelt werden.
„Knorpel, der bereits deutlich geschädigt ist, lässt sich nicht einfach wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Umso wichtiger ist es, das vorhandene Gelenk bestmöglich zu schützen.“ Dazu gehören eine gute muskuläre Führung, eine möglichst optimale Belastung des Gelenks und – wenn notwendig – eine gezielte orthopädische Therapie.
Eigenbluttherapie ist nicht gleich Eigenbluttherapie
Eine wichtige Rolle spielen dabei heute auch bioregenerative Verfahren. Kortison sollte in der modernen Orthopädie nur sehr zurückhaltend und höchstens in ausgewählten Situationen eingesetzt werden. Stattdessen kommen unter anderem moderne Eigenbluttherapien zum Einsatz.
Doch Eigenbluttherapie ist nicht gleich Eigenbluttherapie. „Entscheidend ist nicht allein, dass wir körpereigenes Blut verwenden, sondern was wir daraus für den jeweiligen Patienten herstellen. Je nach Krankheitsbild und behandeltem Gewebe benötigen wir unterschiedliche Zusammensetzungen.“
Genau hier unterscheiden sich moderne Verfahren von einfachen oder älteren Aufbereitungssystemen.
Maßgeschneiderte Aufbereitung statt Standardlösung
Moderne Plattformen ermöglichen es, die Zusammensetzung des Eigenbluts gezielt an den jeweiligen Patienten und das betroffene Gelenk anzupassen. Entscheidend sind dabei unter anderem die Konzentration der Blutplättchen mit ihren Wachstumsfaktoren und der Anteil weißer Blutkörperchen, die je nach Gewebe unterschiedlich erwünscht sein können.
„Nicht jeder Patient und nicht jedes Gelenk braucht dasselbe Produkt“, erklärt die Expertin. „Moderne Technik ermöglicht uns eine wesentlich individuellere Aufbereitung und Konzentrierung – und genau darin liegt für mich ein entscheidender Vorteil.“
Geschlossene Aufbereitungssysteme sorgen zudem dafür, dass das Blut während der Verarbeitung möglichst wenig mit der Umgebung in Kontakt kommt.
Bewegung, Muskulatur und Injektionstherapie zusammendenken
Eine Injektion allein ist dennoch noch keine nachhaltige Arthrose-Therapie. Entscheidend sei das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen.
„Wir kombinieren je nach Patient beispielsweise eine sensomotorische Bewegungs- und Ganganalyse mit gezieltem Muskelaufbau, Physiotherapie, einer Optimierung der Statik und – wenn sinnvoll – einer individuell ausgewählten Injektionstherapie“, erklärt die Orthopädin. „Denn wenn die Ursache einer Fehlbelastung bestehen bleibt, behandeln wir am Ende immer nur einen Teil des Problems.“
Gerade deshalb lohnt es sich, bei anhaltenden Beschwerden frühzeitig genauer hinzusehen. Denn je früher ungünstige Belastungsmuster, muskuläre Defizite und entzündliche Prozesse erkannt werden, desto mehr Möglichkeiten gibt es, gegenzusteuern.
Das eigene Gelenk so lange wie möglich erhalten
Eine Operation kann bei fortgeschrittener Arthrose notwendig und sinnvoll sein. Sie sollte jedoch nicht automatisch der erste Schritt sein.
„Unser Ziel ist nicht, eine notwendige Operation um jeden Preis zu verhindern“, betont die Orthopädin. „Unser Ziel ist, die Möglichkeiten der konservativen Medizin vorher konsequent auszuschöpfen. Wenn wir Schmerzen reduzieren, die Funktion verbessern und das Gelenk wieder belastbarer machen können, gewinnen Patienten oft ein großes Stück Lebensqualität zurück.“
Und manchmal vor allem eines: wieder Vertrauen in die eigene Bewegung. Denn Arthrose muss nicht bedeuten, auf Bewegung zu verzichten. Im Gegenteil: Die richtige Bewegung kann ein entscheidender Teil der Therapie sein.
Internet: atos-orthomedis.de/




