Wiesn 2026: 7,4 Millionen Gäste und eine „Gute Laune“-Bilanz

Sonnig, fröhlich und friedlich, so lautet das Fazit der Festleitung zum Oktoberfest 2026

Sonnig, fröhlich und friedlich, so lautet das Fazit der Festleitung zum Oktoberfest 2026, das am Sonntag, 4. Oktober, nach 16 Festtagen zu Ende ging. Bei der Abschlusspressekonferenz zeigten sich Schausteller, Marktkaufleute, Wirtinnen und Wirte ebenso wie die Sicherheitsbehörden sehr zufrieden und lobten die entspannte, heitere Atmosphäre auf der Theresienwiese. Überschattet wurde die Wiesn vom tödlichen Unfall eines Mitarbeiters des Fahrgeschäfts Hangover, der die Wiesn-Familie mit großer Bestürzung und Trauer erfüllt hat.

Wiesn-Chef Dr. Christian Scharpf präsentierte die Zahlen zum Oktoberfest 2026: Abschluß Pressekonferenz Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Wiesn-Chef Dr. Christian Scharpf präsentierte die Zahlen zum Oktoberfest 2026: Abschluß Pressekonferenz Oktoberfest 2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Besucherrekord mit 7,4 Millionen Gästen

Nach ersten Schätzungen der Festleitung kamen rund 7,4 Millionen Gäste auf die Theresienwiese, nach 6,5 Millionen im Vorjahr. Damit ist die Wiesn 2026 die bislang meistbesuchte in ihrer Geschichte. Auch die Oide Wiesn legte kräftig zu: 447.000 Besucherinnen und Besucher bedeuten ein Plus von 24,2 Prozent gegenüber den 360.000 des Vorjahres. Die geänderte Eingangssituation sorgte dort trotz des Andrangs für einen reibungslosen Ablauf.

Vor allem unter der Woche war deutlich mehr los. Von Montag bis Donnerstag stiegen die Besucherzahlen in der ersten Woche um 18,5 Prozent, in der zweiten sogar um 28,9 Prozent. Die Stadt sieht darin den Erfolg ihrer Besucherlenkungs-Kampagne „How to Wiesn“, die dafür wirbt, das Oktoberfest bevorzugt an Werktagen zu besuchen. Eine positive Rolle spielte auch das spätsommerliche Wetter mit viel Sonne und kaum Regen.

Das Festpublikum war wie schon in den Vorjahren bunt gemischt. Familien mit Kindern, Jugendliche, Senioren, Stammtische und Freundeskreise kamen zur Theresienwiese, um zu bummeln, die Fahrgeschäfte auszuprobieren, zu essen, zu trinken und in den Festzelten und Biergärten zu feiern.

Das Oktoberfest bleibt dabei ein regionales Fest mit hoher internationaler Aufmerksamkeit: Der überwiegende Teil der Gäste kam aus München und dem Umland, die meisten internationalen Besucherinnen und Besucher reisten aus den USA, Italien und Österreich an.

Sicherheitskonzept hat sich bewährt

Trotz der hohen Besucherzahl kam es zu keiner Überfüllungslage. Wiesnchef Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft, zog ein positives Resümee: „Das weiterentwickelte Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2026 hat sich in der Praxis bewährt.“

Die neue Sicherheitszentrale, die verbesserte Videoüberwachung mit KI-Technik und das sogenannte Crowd Spotting ermöglichten es, Besucherströme genauer zu beobachten und frühzeitig gegenzusteuern. An besonders vollen Samstagen wurden die Haupteingänge und einmal auch der Zugang an der Bavaria für jeweils rund 30 Minuten geschlossen, begleitet von Durchsagen und Hinweisen in den sozialen Medien, was schnell für spürbare Entspannung sorgte.

Die Sicherheitsbehörden lobten die Besonnenheit der Gäste. Die Feuerwehr sprach mit 13 Einsätzen wie im Vorjahr von einer ruhigen Wiesn.

Mehr Bier, mehr Hendl, mehr Alkoholfreies

Nach Angaben der Münchner Brauereien wurden rund 6,7 Millionen Maß Festbier ausgeschenkt, ein Plus von 2,7 Prozent (2025: 6,5 Millionen). Noch stärker gefragt waren alkoholfreies Bier mit plus 10,7 Prozent und Weißbier mit plus 12,6 Prozent, der Absatz alkoholfreier Getränke stieg um zehn Prozent. Das saure Radler fand auch in seiner zweiten Saison großen Zuspruch.

Boandlkramerei: Kasspatzn werden auf einer Schaufel serviert (©Foto: Martin Schmitz)
Boandlkramerei: Kasspatzn werden auf einer Schaufel serviert (©Foto: Martin Schmitz)

Beim Essen melden die großen Wiesnwirte ein Plus von zwei bis drei Prozent, das klassische Hendl ist nach einigen rückläufigen Jahren wieder im Aufwind. Die Zelte waren nur selten komplett geschlossen, die Biergärten dagegen bis zum Schluss dicht besetzt, sodass die Gäste angenehm zwischen Zelt, Biergarten und Festgelände wechseln konnten. In den kleinen Wiesnzelten lagen die Umsätze auf Vorjahresniveau, bei vegetarischen Gerichten zeigten sich die Gäste experimentierfreudiger und bestellten öfter auch andere Spezialitäten als die klassischen Kässpatzn.

Wiesn-Hit, Souvenirs und Schausteller

Einen echten Wiesn-Hit gab es heuer nicht. Als Neuzugang gehörte das Kinderlied „Gute Laune“ von GroßstadtEngel neben Klassikern wie „Hey Baby“, „Take me home, Country Roads“ und „Fürstenfeld“ zu den Publikumslieblingen. Im Straßenverkauf kamen die Mittagsangebote sehr gut an, der Umsatz lag insgesamt auf Vorjahresniveau, Lebkuchenherzen und gebrannte Mandeln legten zu. Bei Souvenirs achteten die Gäste auf Qualität: Der Run auf Spaßhüte ist vorbei, Trachtenhüte waren wieder stärker gefragt.

Die Schausteller loben die fröhliche und freundliche Stimmung und sind mit dem Verlauf sehr zufrieden, bemerkten aber eine gewisse Konsumzurückhaltung bei Gästen, die gern auch einfach nur über die Wiesn flanierten. Die Wochenenden waren sehr gut besucht, und zum Kindertag in der zweiten Woche kamen mit 422.000 Gästen 57 Prozent mehr als im Vorjahr. In den Fahrgeschäften lagen die Besucherzahlen etwas über dem Vorjahr. TÜV und Planungsreferat stellten bei ihren Stichproben keine nennenswerten Verstöße fest.

An neuem Ort: das Fundbüro (©Foto: Martin Schmitz)
An neuem Ort: das Fundbüro (©Foto: Martin Schmitz)

Fundbüro: Akkordeon, Tibet-Bildband und ein iPhone 18

Das Wiesn-Fundbüro war heuer erstmals im Verkehrszentrum des Deutschen Museums untergebracht, rund 400 Meter Luftlinie von der Bavaria entfernt. Hochgerechnet bis Montag, 5. Oktober, wurden rund 4.000 Fundsachen registriert, etwa 500 oder zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Ganz vorn lagen 1.050 Kleidungsstücke, 700 Geldbeutel, 450 Ausweise, 400 Handys und 350 Brillen.

Schirme wurden beim sonnigen Wetter dagegen nur 20 abgegeben, 70 Prozent weniger als 2025. Rund 850 Fundstücke konnten bereits an ihre Besitzerinnen und Besitzer zurückgegeben werden.

Zu den Kuriositäten zählten eine Knirschschiene, ein Gebiss, ein Akkordeon, ein Geldbeutel mit 500 Euro und fünf Kreditkarten, ein dicker Bildband über Tibet sowie ein Apple-iPhone 18, nur wenige Tage nach dem Verkaufsstart des Modells. In der zweiten Woche wurde zudem die 1,80 Meter große Figur eines Imbissstandes abgegeben. Das Ordnerpersonal sammelte außerdem rund 105.000 Maßkrüge ein, die Gäste unerlaubt mitnehmen wollten (2025: 112.000).

Hygiene, Müll und Verbrauch

Die Lebensmittelüberwachung des Kreisverwaltungsreferats war mit acht Kontrolleurinnen und Kontrolleuren vor Ort und führte bei 396 Betrieben auf dem Festgelände und der Oidn Wiesn insgesamt 1.158 Kontrollen durch, die Küchen der Festzelte wurden bereits zwei Tage vor Wiesnbeginn abgenommen. Den Betrieben wird ein hoher Hygienestandard bescheinigt. Auch das Gesundheitsreferat zeigte sich sehr zufrieden: Bei 115 Proben aus gereinigten Maßkrügen lag die Beanstandungsquote bei einem Prozent, das Wasser an den Trinkbrunnen war durchweg einwandfrei.

Die Straßenreinigung des Baureferats rückte jede Nacht ab etwa zwei Uhr mit bis zu 30 Mitarbeitenden aus, sodass das Festgelände pünktlich um acht Uhr morgens wieder sauber war. Zusammengekehrt wurden 92 Tonnen Müll (2025: 93), im Straßenumfeld kamen weitere 54 Tonnen hinzu. Der Abfallwirtschaftsbetrieb rechnet insgesamt mit rund 1.015 Tonnen, davon 804 Tonnen Restmüll, 84 Tonnen Papier und Pappe sowie 127 Tonnen Glasbruch.

Die Stadtwerke München melden einen Stromverbrauch von rund 2,65 Millionen Kilowattstunden, etwa sieben Prozent weniger als 2025. Der Gasverbrauch sank um rund 10,3 Prozent, der Wasserverbrauch stieg mit rund 83.800 Kubikmetern um 3,4 Prozent.

Deutlich häufiger genutzt wurden die Trinkwasserbrunnen: Mit rund 198 Kubikmetern wurde dort gut die Hälfte mehr gezapft als im Vorjahr, am meisten am Brunnen hinter der Augustiner Festhalle mit rund 35 Kubikmetern.

Volle Bahnen, reibungslose Anreise

MVG und Deutsche Bahn verzeichneten erneut ein hohes Fahrgastaufkommen. Stärkster Anreisepunkt blieb die U-Bahn-Haltestelle Theresienwiese, viele Gäste kamen zudem mit der S-Bahn über den „Wiesn-Bahnhof“ Hackerbrücke oder den Hauptbahnhof. Die MVG setzte täglich mehr als 230 zusätzliche Mitarbeitende ein und fuhr rund 9.000 Zusatzfahrten, die Deutsche Bahn ergänzte das Angebot um mehr als 500 zusätzliche oder verlängerte S-Bahn-Fahrten. So verlief die An- und Abreise weitgehend reibungslos.

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