Während das Münchner Olympiastadion seit Herbst 2025 wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten geschlossen bleibt und voraussichtlich erst im Frühjahr 2027 wieder öffnet, rückt in diesem Sommer eine andere Spielstätte ins Rampenlicht. Die Allianz Arena in Fröttmaning, eigentlich die Heimat des FC Bayern, verwandelt sich zwischen Juni und Juli 2026 gleich achtmal in eine Open-Air-Konzertbühne. Möglich macht das eine Kooperation zwischen der Olympiapark München GmbH und der Stadion GmbH, die der von Herzog & de Meuron entworfenen Arena für die Dauer der Renovierung jene großen Freiluftkonzerte überlässt, die sonst unter dem Zeltdach des Olympiaparks zu Hause wären.

Den Auftakt machten am 11. und 12. Juni Linkin Park. Für die kalifornische Band war es ein besonderer Moment, denn sie kehrte mit ihrer „From Zero World Tour“ und der neuen Sängerin Emily Armstrong nach München zurück. Nach dem Tod von Frontmann Chester Bennington im Jahr 2017 schien die Geschichte der Gruppe lange beendet, doch sieben Jahre später wagte sie gemeinsam mit Rapper Mike Shinoda und Emily Armstrong den Neustart. Unterstützt von den Vorbands Phantogram und Clipse spielten Linkin Park eine Setlist, die mehrere Phasen der Bandgeschichte verband, von „Lying From You“, „Crawling“ und „New Divide“ bis zu neueren Stücken wie „The Emptiness Machine“ und „The Catalyst“. Die Kritiken fielen überwiegend begeistert aus. Die Abendzeitung sprach von Gänsehaut, Moshpits und Tränen und attestierte der Band, dass ihr Neustart eindrucksvoll funktioniere, vermisste an diesem Abend allerdings einen Moment der Würdigung für Chester Bennington. Das Magazin Paranoyd lobte die Allianz Arena als überraschend stimmungsvolle und gut einsehbare Konzertkulisse, die der Atmosphäre des Olympiastadions in nichts nachstehe. Einzig die Akustik in den obersten Reihen unter dem Dach sorgte vereinzelt für Anmerkungen.

Nur wenige Tage später, am 17. Juni, betraten die Foo Fighters die Bühne. Im Rahmen ihrer „Take Cover Tour 2026“ gaben Dave Grohl und seine Band, am Schlagzeug seit dem Tod von Taylor Hawkins Ilan Rubin, eines von nur zwei Deutschlandkonzerten. Eröffnet wurde der Abend von Otoboke Beaver aus Kyoto und den Dublinern Inhaler, ehe die Foo Fighters mit „All My Life“ einstiegen und rund drei Stunden lang ein Set ohne große Effekte boten: kein Feuerwerk, nur Licht, Videowände und purer Stadionrock. Als besonders bewegend beschrieben die Kritiken den fast zehnminütigen Song „Aurora“, mit dem die Band ihrem verstorbenen Schlagzeuger gedachte, sowie das Schlagzeugsolo von Ilan Rubin. Die Abendzeitung zog ein positives Fazit und nannte die Arena eine optisch reizvolle Konzertlocation, bei der akustisch allerdings noch Luft nach oben sei. Den Abschluss bildete, wie auf der gesamten Tour, der Klassiker „Everlong“.

Am 25., 26. und 27. Juni 2026 folgt mit The Weeknd einer der größten Pop- und R&B-Künstler der Gegenwart. Der kanadische Superstar, bürgerlich Abel Tesfaye, bringt eine aufwendig inszenierte Show nach Fröttmaning, in der Welthits wie „Blinding Lights“, „Starboy“ und „Save Your Tears“ auf eine monumentale Lichtregie treffen. Als Gast wird Playboi Carti erwartet. Es sind Abende für alle, die das große Pop-Spektakel lieben.

THE WEEKND: After Hours Till Dawn am 25.-27.06.2026 in der Allianz Arena (Motiv: Veranstalter)

Ein wahres Ausnahmeereignis steht am 11. und 12. Juli bevor: BTS gastieren mit ihrer Welttournee „Arirang“ in München, und es sind ihre einzigen Konzerte in Deutschland auf dieser Tour. Für die sieben Mitglieder RM, Jin, Suga, J-Hope, Jimin, V und Jung Kook ist es die erste Welttournee seit 2021/2022 und der erste gemeinsame Auftritt aller sieben, seit sie ihren verpflichtenden Militärdienst in Südkorea abgeleistet haben. Begleitet von einem neuen Studioalbum und einer 360-Grad-Bühne, die erstmals bei einer K-Pop-Stadiontournee zum Einsatz kommt, dürfte das Comeback der südkoreanischen Superstars zu einem der emotionalsten Pop-Momente des Jahres werden. Die weltweite Nachfrage nach Karten war entsprechend gewaltig.

Den glanzvollen Abschluss bildet am 17. Juli Helene Fischer. Der Superstar der deutschen Musikszene feiert in der Allianz Arena seine Open-Air-Premiere und bringt eine spektakuläre 360-Grad-Bühne mit, die in der Mitte des Spielfelds platziert wird. Vier Laufstege verbinden die zentrale Bühne mit Satellitenbühnen an den Enden der Arena, sodass Helene Fischer ihrem Publikum auf allen Rängen nahe sein kann. Nach Auftritten im Olympiastadion 2015 und 2018 und zuletzt fünf ausverkauften Abenden in der Olympiahalle 2023 dürfte dieser Sommerabend zu einem weiteren Höhepunkt ihrer Karriere werden.

 

Helene Fischer Live in der ALLIANZ ARENA (BILD: LIVE NATION)
Helene Fischer Live in der ALLIANZ ARENA (BILD: LIVE NATION)

So unterschiedlich die Stile auch sind, eines eint diese neun Abende: Sie machen Fröttmaning für einige Wochen zum musikalischen Herzstück Münchens.

Wer eines der kommenden Konzerte besucht, reist am bequemsten mit der U6 bis Fröttmaning an, von wo es rund fünfzehn Minuten zu Fuß bis zur Arena sind, deren Hülle an den Konzertabenden in stimmungsvollem Licht erstrahlt. Praktisch für alle Besucher: Das Konzertticket gilt auch als Fahrschein. Damit sind Hin- und Rückfahrt mit U-Bahn, S-Bahn, Bus und Tram möglich. Ein extra MVG-Ticket braucht man also nicht.

Eine frühzeitige Anreise empfiehlt sich, denn nach den Shows wollen Tausende Gäste gleichzeitig wieder nach Hause.
Wegen Bauarbeiten gibt es Einschränkungen bei U3 und U6. Nach den Konzerten fährt die U3 nur zwischen Moosach und Münchner Freiheit. Wer in Richtung Innenstadt will, steigt am besten am Scheidplatz in die U2 oder in die Tram um.