Von der historischen Tram bis zur großen Kunst: Münchens Museumsnacht 2026
Die Lange Nacht der Museen am 17. Oktober 2026

Eine historische Tram, ein winkender Schaffner und eine Stadt voller Entdeckungen: Am Samstag, 17. Oktober 2026, lädt die Lange Nacht der Münchner Museen zur nächtlichen Tour durch Kunst, Kultur und Technik. Mehr als 100 Museen, Galerien und besondere Orte öffnen von 18 bis 1 Uhr ihre Türen – von den großen Ausstellungshäusern bis zum kleinen Künstleratelier.
Noch einmal vor einem Lieblingsbild stehen, ein unbekanntes Museum kennenlernen oder dort Kunst entdecken, wo sonst Hotelgäste übernachten: Die Lange Nacht bietet viele gute Gründe, München aus einer neuen Perspektive zu erleben. Wer sich treiben lassen möchte, findet ebenso passende Stationen wie alle, die ihre Route gezielt planen. Sechs Shuttlebuslinien der MVG verbinden die Veranstaltungsorte und erleichtern den Wechsel zwischen den Häusern.
Einsteigen in Münchens Technikgeschichte
Das diesjährige Veranstaltungsmotiv macht Lust auf die erste Station: Ein Schaffner winkt aus einer historischen Tram und lädt zum Einsteigen ein. Zu sehen ist das Fahrzeug im MVG Museum, das 150 Jahre Tram München feiert.
Auch andernorts stehen Räder, Motoren und Mobilität im Mittelpunkt. Der Omnibus-Club München bringt Oldtimerbusse ins Spiel, das Rollende Museum zeigt private historische Fahrzeuge und das BMW Museum widmet sich 50 Jahren BMW 6er-Serie. Im Deutschen Museum Verkehrszentrum lässt sich die Vielfalt der Mobilität erkunden. Wer lieber Richtung Himmel schaut, entdeckt im MTU-Museum der MTU Aero Engines Geschichte und Zukunft der Luftfahrt.
Technik begegnet den Besuchern aber auch jenseits von Fahrzeugen: Die Führung „Elektrische Stadt“ von Stattreisen München führt zu frühen Schauplätzen der Münchner Stromversorgung. Crelux – a WuXi AppTec Company gibt im Deutschen Museum Einblicke in die frühe Medikamentenentwicklung. Kinder können mit Wissenschaftlern des TUM Center for Culture and Arts Roboter bauen und Künstliche Intelligenz spielerisch kennenlernen.
Große Namen und überraschende Entdeckungen
Für Kunstliebhaber ist die Museumsnacht eine Gelegenheit, bekannte Meisterwerke wiederzusehen und neue Favoriten zu finden. Mit dabei sind unter anderem das Lenbachhaus, die Villa Stuck, das Museum Fünf Kontinente sowie die Alte Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, das Museum Brandhorst und die Sammlung Schack.
Es lohnt sich aber, auch die kleineren Adressen auf die persönliche Tour zu setzen. In der Galerie WELTRAUM führt Falk v. Schönfels in sein „Fluctibus-Doodleversum“ mit elektronischer Sound-Installation ein. Das Keramikatelier im Herbergenhof interpretiert mit „Re: Rococo“ das Rokoko in Keramik neu.
Am Schwabinger Bach öffnet die Magda Bittner-Simmet Stiftung das historische Atelierhaus der Münchner Malerin und präsentiert ihren Nachlass. Am Lenbachplatz gibt die Sammlung Goetz / Schaufenster Einblicke in das vielseitige Werk des US-amerikanischen Künstlers Sterling Ruby.
Wenn Hotelzimmer zu Ausstellungsräumen werden
Manche Stationen überraschen schon durch ihren Schauplatz. Im Hotel Mariandl werden bei „ZIMMER FREI“ die Zimmer zu Ausstellungsorten internationaler Künstler – während nebenan der Hotelbetrieb weiterläuft.
Das Literaturhaus München entführt mit „IMAGINARIUM“ in eine fantasievolle Welt zwischen Buchseiten, Puppentheater und Zauberei. Einen anderen Blick auf die Stadt eröffnet das Amerikahaus: Johnny Millers Luftaufnahmen in „Unequal Scenes“ machen unterschiedliche Stadtteile und soziale Realitäten sichtbar.
Raum für ein ernstes Thema schaffen HPNM und GEDOKmuc in der Herz Jesu Kirche. „Memento Mori – Memento Cura“ beleuchtet weibliche Perspektiven auf Hospizarbeit und das Lebensende.
Selbst zeichnen, gestalten und ertasten
Die Lange Nacht lädt auch dazu ein, selbst aktiv zu werden. Beim Zeichenmarathon der Akthof Studio School of Art können Besucher Live-Modelle skizzieren. Im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke dürfen die Abgüsse ab Mitternacht mit Handschuhen ertastet werden.
Das MaximiliansForum wird bei „Moving Materials“ zur offenen Werkstatt. Für „Aufbau Umbau Abbau Aufbau …“ sammeln Vincent Mitzev und Valio Tchenkov Objekte aus dem Stadtraum, verändern sie und setzen sie neu zusammen. Gemeinsam mit den Gästen entsteht daraus eine kollektive Materialkomposition.
Für Familien beginnt die Entdeckungsreise am Nachmittag
Familien müssen nicht bis zum Abend warten: Das Kinderprogramm startet bereits um 14 Uhr und bietet Führungen, Workshops und kreative Angebote.
Das Ticket für die Lange Nacht kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in alle teilnehmenden Häuser. Erhältlich ist es bei den beteiligten Partnern sowie über München Ticket, dort zuzüglich System- und Vorverkaufsgebühren.
Alle Programmdetails stehen auf der Website der Langen Nacht der Münchner Museen bereit. Ob große Kunst, historische Technik oder ein Atelier abseits der vertrauten Wege: Die Auswahl reicht für viele ganz persönliche Entdeckungstouren durch München.

