60 Jahre Iberl Bühne: Münchens Wirtshaustheater feiert mit vielen Weggefährten
Seit sechs Jahrzehnten gehört die Iberl Bühne zu den festen Größen des bayerischen Volkstheaters in München. Mundart, Wirtshausatmosphäre und Stücke mit viel Lokalkolorit haben dem kleinen Theater über Generationen ein treues Publikum beschert, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Mitte Oktober wurde das 60-jährige Bestehen im Augustiner Stammhaus gefeiert, und die Gästeliste las sich wie ein Querschnitt durch die Münchner Kabarett-, Theater- und Fernsehszene.

Vom Wirtshaus in Solln in die Altstadt
Gegründet wurde die Iberl Bühne 1966 von Georg Maier, damals Wirt der Gaststätte Iberl in Solln. Maier schrieb die Stücke selbst und stand oft auch selbst mit auf der Bühne. Sein wohl bekanntestes Werk, die „Grattleroper“, wurde seit Ende der 1970er-Jahre mehr als tausendmal aufgeführt. Fast fünf Jahrzehnte lang war das Wirtshaus in Solln die Heimat des Theaters, im Oktober 2014 folgte der Umzug in die Innenstadt: Seitdem spielt die Iberl Bühne im Augustiner Stammhaus mit eigenem Zugang in der Herzogspitalstraße 6, nur wenige Schritte vom Stachus entfernt. Im Theatersaal finden rund hundert Zuschauer Platz, weitere Gäste verfolgen die Aufführungen von der Galerie aus.

Nach dem Tod von Georg Maier Anfang 2021 hat seine Frau Raphaela Maier die Leitung übernommen und führt die Bühne in seinem Sinne weiter. Auf dem Spielplan stehen nach wie vor viele Eigenproduktionen aus der Feder des Gründers, dazu Kabarett und Musik. Regie führt Florian Günther.
Kabarettisten, Schauspieler und viele bekannte Gesichter
Zum Jubiläumsabend kamen zahlreiche Wegbegleiter, um Raphaela Maier, Regisseur Florian Günther und dem Ensemble zu gratulieren. Aus der Kabarett- und Comedyszene waren Luise Kinseher, Roland Hefter, Stefan Otto, Helmut Schleich, Claudia Pichler, Toni Lauerer, Moses Wolff und Entertainer André Hartmann gekommen.

Stark vertreten war auch die Schauspielerzunft: Hansi Kraus, der seit 2006 selbst zum Iberl-Ensemble gehört, feierte ebenso mit wie Hans Stadlbauer, Ilse Neubauer, Gitti Walbrun, Christian Swoboda, Julia Kent, Gabrielle Odinis, Claus Obalski, Fritz Scheuermann und Andreas Borcherding. Aus der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“ waren Bernhard Ulrich und Anita Eichhorn dabei.
Aus Kultur, Politik und Gesellschaft gratulierten unter anderem Stadtrat Beppo Brehm, Anselm Bilgri, Filmproduzent Bernd Tewaag mit Ehefrau Anke, Thomas Linsmayer vom Deutschen Theater, Dr. Axel Munz von Trachten Angermaier, Marianne Wille von Dallmayr sowie Dr. Marc Kusche von der Augustiner Brauerei.
Ein Abend voller Erinnerungen
Bei so vielen Weggefährten an einem Ort wurden reichlich Anekdoten aus sechs Jahrzehnten ausgetauscht, und es wurde viel gelacht. Der Abend zeigte, wie fest die Iberl Bühne in der Münchner Kulturlandschaft verankert ist: als Ort, an dem bayerisches Volkstheater, Wirtshauskultur und Kabarett zusammenfinden. Der Spielbetrieb geht nahtlos weiter, das aktuelle Programm steht auf der Website der Bühne unter iberlbuehne.de.




